(openPR) Angeblich soll Bismarck einmal gesagt haben: „Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später.“ So hat sich das
Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern entschieden, eine rückwärtsgewandte Jagdpolitik zu betreiben und lieber auf Kosten des Gemeinwohls Klientelpolitik für Jäger/-innen zu machen, die ein Interesse an hohen Wildbeständen und möglichst vielen Trophäenträgern haben. Die Ratschläge der Experten wurden bislang ignoriert. Dem Wald in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern geht es nicht gut. Der Ökologische Jagdverein Mecklenburg Vorpommern e.V. (ÖJV MV), der Bund Deutscher Forstleute (BDF), die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) sowie die Natur- und Umweltschutzorganisationen warnen schon seit langem davor, dass es höchste Zeit ist zu handeln. Überhöhte Schalenwildbestände, der Klimawandel und dessen Folgen wie die massive Ausbreitung des Borkenkäfers werden das Bild unseres Waldes nachhaltig verändern. Um dem entgegenzuwirken, müssen auch die Jäger/-innen im Land ihren Beitrag leisten und die überhöhten Schalenwildbestände deutlich reduzieren, damit eine natürliche Verjüngung des Waldes möglich wird. Unsere Nachbarn in Brandenburg haben ein progressives und beispielhaftes Jagdgesetz verabschiedet. Dort wurde unter anderem festgelegt, dass auch männliches Rehwild bis zum 15. Januar bejagt werden darf, Abschusspläne als Mindestabschuss festzulegen sind und bleifreie Munition landesweit zur Pflicht wird. Lange geforderte Maßnahmen zum Schutz des Gemeinwohls – unseres Waldes – wurden umgesetzt. Doch im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt von Minister Backhaus in Mecklenburg Vorpommern hat man die Zeichen der Zeit noch nicht verstanden. Um jedes einzelne Stück Rotwild wird, wie aktuell im Forstamt Schuenhagen, erbittert gestritten. Wann wird Herr Minister Backhaus aufwachen? Wir brauchen jetzt eine Wende in der Jagdpolitik unter dem Motto „Wald vor Wild“. Machen wir es in Mecklenburg-Vorpommern wie unsere Nachbarn in Brandenburg! Unser geschädigter Wald benötigt dringend Entlastung, nicht nur von der Trockenheit des Klimawandels, sondern auch vom Verbiss durch Rotwild, Damwild und Rehwild. Die Politik ist jetzt gefragt, den gesetzlichen Rahmen zu setzen, um die überhöhten Wildbestände endlich auf ein für den Wald verträgliches Maß zu senken.











