(openPR) Janosch ist einer der bekanntesten Maler, Illustratoren und Kinderbuchautoren des letzten Jahrhunderts. Seine Geschichten und Zeichnungen begeistern ein Millionenpublikum. Durch seine Romane, Theaterstücke und Illustrationen (seit 2013 auch wöchentlich für das ZEIT Magazin) prägte er das Lebensgefühl zweier Generationen, die in seine farbenfrohen, lebensbejahenden, und skurrilen Bildwelten eintauchen. Seine markanten Sprüche und Gedankenfetzen, die pointiert auch gesellschaftskritische Fragen bearbeiten, spielen eine genauso wichtige Rolle, wie die unverwechselbaren Zeichnungen, die nun als Aquarelle und Radierungen in der Englischen Kirche in Bad Homburg zu sehen sein werden.
Vernissage: 6. September 2019 · 19 Uhr
Ort der Ausstellung: Kulturzentrum Englische Kirche
Ferdinandstraße 16
61348 Bad Homburg vor der Höhe
Ausstellungszeit: 7. September bis 6. Oktober 2019
Öffnungszeiten: Mi bis So 15 – 18 Uhr
Auch am Feiertag, Do 3. Okt. 2019, ist die Ausstellung geöffnet!
Als Janosch (* 1931 in Zabrze) auf die Welt kam, gaben ihm seine Eltern den Namen Horst. Erst viele Jahre später, als er schon malte und zeichnete, beschloss er, fortan Janosch zu heißen.
Seine Kindheit verbrachte Janosch bei den Großeltern in Zabrze, einer Bergarbeitersiedlung in Oberschlesien.
Schon als kleines Kind wünschte er sich einen Malkasten mit den Farben Gold, Silber und Rosa. Leider gab es diese Farben in dem Tuschkasten nicht. Heute noch sind ihm aber diese Farben am liebsten: „Gold und Silber werden aufgelegt. Rosa mit Gelb zum Trillern gebracht. Dazu brauche ich noch Blattgrün und Blutrot – dann befällt mich die totale Magie.“
Im Alter von 13 arbeitete der Junge bereits in einer Schlosserei und Schmiede. Nach Kriegsende ging die Familie in den Westen und Janosch arbeitete in der Gegend von Oldenburg in einer Textilfabrik. An der Textilschule in Krefeld machte er einen Lehrgang zum Musterzeichner, daraufhin entwarf er Stoff- und Tapetenmuster. Janosch ist zum Zeichnen gekommen, weil er das schon immer ein bisschen konnte. Malen lernte er bei Gerhard Kadow, einem Schüler von Klee und bei Ernst Geitlinger. 1953 hörte Janosch auf zu arbeiten und ging nach München. An der dortigen Akademie der Künste absolvierte er einige Probesemester, aber dort, wo er das Zeichen richtig studieren wollte, sagte man ihm, dass es keinen Zweck habe. Danach wurde er "freier Künstler", ging nach Paris um wieder nach München zurückzukehren.
Eines Tages begann Janosch, für Kinder zu malen: Er malte ein Bild, wie es ihm selbst am besten gefiel. Geschriebenes kam langsam hinzu. Erst waren es wenige Zeilen. Dann wurden die Geschichten länger. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch. Seine ersten Bilderbücher verkauften sich nicht sehr gut. Er hat trotzdem nicht aufgehört mit dem Schreiben und Malen und ist schließlich sehr erfolgreich geworden. In den nächsten 10 Jahren folgten zahlreiche Kinderbücher bei verschiedenen Verlagen. 1975 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München, 1979 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Jeder kennt seine Motive: Die Panama-Geschichten um die Freunde von Tiger und Bär mit der kleinen Tigerente auf Rädern, Günter Kastenfrosch, die Maus mit den roten Strümpfen die Geschichten um Rasputin, den Vaterbären und die vielen anderen Figuren Janoschs.
Wer in Janosch allerdings nur einen Kinderbuchautor sieht, und an die Tigerente denkt, könnte falscher nicht liegen! Der mehrfach preisgekrönte Autor und Illustrator hat auch zahlreiche Romane und Theaterstücke für Erwachsene geschrieben. Sein erster Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“, eine literarische Auseinandersetzung mit seiner Jugend, erhielt mehrere Preise und ist in Polen ein absoluter Bestseller. Janosch ist inzwischen einer der bekanntesten deutschen Künstler und Kinderbuchautoren. Er hat das Lebensgefühl von zwei Generationen in der Kindheit mitgeprägt. Vor Leuten, die ihn lieben, kann er sich längst nicht mehr retten. Es geschieht nicht oft, dass ein Autor zu seinen Geschichten auch die Bilder zeichnet, er ist einer der wenigen "Bildgeschichten-Erzähler". Seine Sprache ist eine poetische, aber mundgeprägte, völlig unsentimentale, seine Bilder entstehen in kraftvollen Farben, verspielt und ernsthaft zugleich. Es ist diese seine ungewöhnliche und eigene Art, die Welt zu sehen, die dem Leser und Betrachter ein Geheimnis mitgibt, das uns immer wieder in seinen Bann zieht.
Janosch hat bis heute über 300 Kinderbücher, Romane, Theaterstücke, Fernsehsendungen u. a. geschrieben, seine Kinderbücher wurden bisher in etwa 47 Sprachen übersetzt. Janosch erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen wie den Deutschen Kinderbuchpreis, das Bundesverdienstkreuz, den Prix Danube, zwei Goldplaketten der Biennale Bratislava, den Prix du Livre pour la Jeunesse, zwei mal den Silbernen Griffel (Holland), den Silbernen Pinsel u. a. Janosch stiftete sein Gesamt-Lebenswerk dem Kinderbuchmuseum Troisdorf, in dem es zu besichtigen ist.













