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Mit Näh-Ausbildungen gegen Armut

12.06.201914:45 UhrVereine & Verbände
Bild: Mit Näh-Ausbildungen gegen Armut
Teilnehmerinnen während des Nähkurses
Teilnehmerinnen während des Nähkurses

(openPR) Hösbacher Verein finanziert Ausbildungen für Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben.

Hösbach/Olongapo. Aufgewachsen ohne wirkliche Schulbildung, ein monatliches Familieneinkommen zwischen 80 und 250 Euro, sowie Wohnen mit mehreren Verwandten in schlichten 2-Zimmer-Wohnungen – all das haben die 10 Frauen im Alter zwischen 22 und 56 Jahren gemeinsam, die dank zahlreicher Spender am Ausbildungsprogramm zur Industrienäherin/zum Industrienäher unserer philippinischen Partnerorganisation Project Life Subic teilnehmen konnten. Allerdings ähneln sich nicht nur ihre gegenwärtige Situation, sondern auch ihre Träume: Nach ihrer Ausbildung möchten unsere Teilnehmerinnen eine Arbeitsstelle finden, um besser für ihre Familien und die Zukunft ihrer Kinder sorgen zu können. Aber warum ausgerechnet eine Näh-Ausbildung?  



Die Aussichten auf eine Arbeitsstelle sind gut, denn die Ausbildung umfasst nicht nur die Vermittlung von verschiedenen Nähtechniken und Grundlagen in industrieller Textilverarbeitung und eine Praxisphase zum Vertiefen der erworbenen Kenntnisse; auch an den Soft Skills der TeilnehmerInnen wird gearbeitet. So lernen sie zum Beispiel, wie man sich erfolgreich bei lokalen Unternehmen bewirbt und im Interview überzeugt.  Noch während der Ausbildung gibt es Beratungsangebote für Auszubildende, die nach dem Abschluss ihr eigenes Geschäft eröffnen möchten. Am Ende des Kurses erhalten die TeilnehmerInnen ein offiziell anerkanntes Zeugnis, mit welchem sie sich für eine Festanstellung qualifizieren. 

“75 % der AbsolventInnen finden innerhalb von 3 Monaten eine feste Anstellung. Für viele ist dies das erste regelmäßige Einkommen in ihrem Leben!”, erklärt Leslie Nabong, Projektleiter von Project Life Subic, der philippinischen Partnerorganisation von GMI. “TeilnehmerInnen unseres Ausbildungsprogrammes sind Männer und Frauen ohne Ausbildung. Einige waren davor MüllsammlerInnen, BettlerInnen, oder arbeiteten als Prostituierte.” 

Da Vorstandsmitglieder in Gesprächen immer wieder gefragt werden, bei welchen Firmen Absolventen nach ihrer Ausbildung arbeiten, besuchte Vorsitzender Tobias Schüßler bei einem seiner Philippinen-Aufenthalte zwei solcher Fabriken.  “Was wir sahen, war sehr anders als das Bild, was ich durch die Nachrichten im Kopf hatte”, berichtet Schüßler. “Angefangen beim Lohn: Die ArbeiterInnen erhalten fast das doppelte des örtlichen Mindestlohns, was ein Leben oberhalb der Armutsgrenze ermöglicht. Außerdem erhalten sie kostenlose Getränke während der Arbeit. Was mich auch sehr überraschte: Die Fabrik war zwar ziemlich groß, beschäftigte aber nur insgesamt 80 MitarbeiterInnen. Jede/r hatte eine eigene Station, und es wirkte nicht gedrängt oder überladen. Sicherheitshinweise waren an vielen Orten angebracht und schriftlich und in Bildern dargestellt. Janice, die Mitarbeiterin, die uns spontan durch die erste Firma führte, erklärte außerdem, dass ArbeiterInnen hier Karriere machen könnten. Vom Assistenten des Nähers zum Näher/zur Näherin und von da zur Qualitätskontrolle oder in die Verwaltung. Auch das war so ganz anders als die Fabriken aus dem Fernsehen. 

Die zweite Fabrik war ähnlich: große Arbeitsflächen, unter 100 MitarbeiterInnen und ein amerikanischer Manager, der stolz erklärte: „Bei uns erhalten die Leute langfristige Verträge. Ich habe gar keine Zeit, ständig Neue einzustellen und einzuarbeiten. Fluktuation gibt es bei mir kaum, denn meine MitarbeiterInnen werden sorgfältig ausgewählt und erhalten Benefits, damit sie bleiben.“ 

Dank vieler Sponsoren wird GMI wird auch in Zukunft Näh-Ausbildungen auf den Philippinen finanzieren und damit Menschen helfen, den Traum von einem Leben oberhalb der Armutsgrenze zu verwirklichen. 

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