(openPR) Kurz vor der Premiere des Stückes “Hedwig von Andechs - Herzogin von Schlesien” am Pfingstmontag besuchten die Spieler der Theatergesellschaft Bad Endorfer das Kloster Andechs, um sich auf das Spiel vorzubereiten und auch um ein wenig die Werbetrommel zu rühren.
Mit dem Bus fuhren die Spieler bei strahlendem Sonnenschein nach Herrsching und wanderten von dort aus auf den “Heiligen Berg”, wo sich das altehrwürdige Kloster Andechs befindet. Abt Johannes Eckert führte die Gruppe durch das Kloster und seine angegliederten Wirtschaftsbetriebe. Die heilige Kapelle, eine Reliquiensammlung sowie die Grablege Carl Orffs wurden bestaunt. Dank der detailreichen Schilderungen des Abtes erfuhren die Theaterspieler vieles, was sie über den Ort, an dem die Heilige Hedwig aufwuchs noch nicht wussten.
Nach der Führung amüsierten sich die Kinder in den herrlichen Grünanlagen des Klosters während die Erwachsenen das süffige Bier im Klostergarten oder den herrlichen Blick auf den Ammersee genossen.
Gegen 18:00 Uhr brachte der Bus die Gruppe zurück zum Theaterhaus in Bad Endorf, wo sich am 10. Juni um 14:00 Uhr der Vorhang für “Hedwig von Andechs - Herzogin von Schlesien” heben wird.
Den Zuschauer erwartet ein aufwändig inszeniertes Stück, das nicht nur begeistern sondern auch zum Nachdenken anregen soll. Die ersten Szenen zeigen Hedwig als Kind, gespielt von Greta Hofmann. Geboren im Jahr 1174 als Tochter des Grafen Berthold IV. und dessen zweiter Frau Agnes von Groitzsch wird sie von ihrer Tante, der Äbtissin des Benediktinerklosters in Kitzingen, erzogen und in die adeligen Benimmregeln eingeführt.
Mit 13 Jahren wird sie zwangsverheiratet. Brav kommt Hedwig der einzigen Aufgabe nach, die einer adeligen Frau im Hochmittelalter zugedacht war. Sie gebärt ihrem Mann, Herzog Heinrich I. von Schlesien, im Lauf von 22 Ehejahren sieben Kinder. Ihre Zeit im Kloster vergisst sie dabei nie. Während sich Heinrich um den Aufbau und die Sicherung des Landes kümmert, arbeitet Hedwig an der Verbreitung des christlichen Gedankengutes, kümmert sich um Pflegebedürftige und gründet mehrere Frauenklöster. Sie soll stets eine kleine Marienstatue bei sich getragen haben, um sie in ruhigen Zeiten andächtig betrachten zu können.
In diesen Szenen, die Hedwig als erwachsene Frau im besten Alter zeigen, übernimmt Emilia Gianetta die Hauptrolle. Sie muss eine Frau verkörpern, die ein Doppelleben als weltliche Herrscherin und christliche Missionarin führt. Das Stück gewinnt an Dramatik, denn Hedwig erlebt zahlreiche Schicksalsschläge. Ihr Heimatschloss wird zerstört, ihre Schwester Gertrud ermordet. Sechs ihrer Kinder sterben, im Jahr 1238 auch ihr Ehemann.
Der letzte und grausamste Schicksalsschlag trifft Hedwig im Jahr 1241. Die Mongolen verwüsten ihr Land, in der Schlacht bei Liegnitz stirbt ihr einziges verbliebenes Kind, Heinrich II. Sie selbst kann mit knapper Not nach Krossen an der Oder fliehen.
Im eigenen Kloster verbringt Hedwig als alte Frau, gespielt von Christine Roßmy, ihre letzten Lebensjahre. Hedwig kasteit sich selbst, indem sie im tiefsten Winter barfuß geht. Der um ihre Gesundheit besorgte Bischof befiehlt ihr daraufhin Schuhe zu tragen. Wie immer findet Hedwig einen Weg, um gehorsam und gleichzeitig revolutionär zu sein. Sie trägt die Schuhe einfach in der Hand.
Karten für das Stück erhalten Sie über die Webseite des Theatervereins, www.theater-endorf.de oder ab 29. April an der Theaterkasse, Tel.: 08053-3743.













