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Ein (Wein)herz für die Natur

Der Innenhof des Weingutes Lageder füllt sich mit Besuchern der Summa 2019 - (c) Jörg Bornmann
Der Innenhof des Weingutes Lageder füllt sich mit Besuchern der Summa 2019 - (c) Jörg Bornmann

(openPR) Die Zahl der Weingüter, die sich der Biodynamik verschreiben, wächst stetig - Am 6. und 7. April trafen sich zum 22. Mal Experten und Enthusiasten auf der Summa2019 ‚Tenuta Alois Lageder' in Südtirol
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Alois Lageder hatte geladen und über 110 Weingüter von Frankreich bis China folgten seinem Ruf. Frankreich, Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien, Neuseeland, Portugal und ab diesem Jahr auch Ungarn, Tschechien und China trafen sich in Magreid in Südtirol. 110 Produzenten qualitativ hochwertiger und nachhaltiger Weine.

In einer "intimen", familiären und einladenden Atmosphäre kostete das Publikum die besten Weine und lauschte den Geschichten der Winzer in einem reichhaltigen Programm aus exklusiven geführten und vertikalen Verkostungen, Seminaren und Besuchen des Weinguts. Und über 2000 Fachbesucher ließen sich von den angebotenen Weinen begeistern.

Wir haben uns im Anschluss an die Summa 2019 mit Andrea Vestri, Inhaber der Wein- und Sommelierschule ‚European Wine Education' in München, sowie der nächsten Generation der Lageders, Alois Clemens Lageder, Anna Lageder, und Helena Lageder ein ausführliches Interview geführt.

Genussfreak: "Herr Vestri, Sie haben die Summa in diesem Jahr das erste Mal besucht. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?"

Andrea Vestri: "Allein die wunderschöne Kulisse von Südtirol und die familiäre Atmosphäre machen die Summa zu einem sehr schönen Erlebnis. Es war sehr gut besucht aber es verteilt sich auf die verschiedenen Höfe, Veranstaltungsorte und Räume. Man hat die Möglichkeit sich mit den Winzern ausführlich zu unterhalten sich die Weine erklären zu lassen. Die Winzer haben sich für jeden Besucher ausführlich Zeit genommen. Die anwesenden Winzer sind keine unbekannten, doch im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen wird das Augenmerk auf Qualität gelegt. Und so habe ich fast keine Basic-Weine in der Verkostung gefunden. Alle präsentierten Weine spielen zumindest in der Bundesliga oder sogar in der Champions League. Man hat hier die Möglichkeit Weine zu verkosten, die sonst gar nicht erst ins Glas kommen. Eine sehr schöne, gelungene Veranstaltung."

Genussfreak: "Es gibt Stimmen, die Veranstaltungen in dieser Größe als nicht vereinbar halten zum Grundgedanken der Nachhaltigkeit. Wie schwer ist es für Sie dies in Einklang zu bringen?"

Anna Lageder: "Jedes Jahr stellt dies eine spannende und nicht ganz einfache Herausforderung dar. Ich bin davon überzeugt, dass unser Angebot auch nach so vielen Ausgaben interessant und attraktiv bleibt, weil es sich aus der Zusammenarbeit mit vielen der teilnehmenden Winzer und Partner ergibt. Aus der gemeinsamen Begeisterung für Summa entstehen immer wieder originelle Ideen. - Neben dem Fokus auf nachhaltiges Event Management - die Veranstaltung ist als Green Event zertifiziert - hat die Summa auch einen sozialen Hintergedanken. Auch in diesem Jahr kommen 10 Euro pro Gast der Organisation Haus der Solidarität zu Gute, die sich seit 16 Jahren um Menschen in Not kümmert."

Genussfreak: "Herr Vestri, für wie wichtig erachten Sie das nachhaltige Arbeiten im Weinbau und die hier gelebte Philosophie der Biodynamic?"

Andrea Vestri: "Man sagt: Den Wein macht man im Weinberg nicht im Keller. Ein großes Thema ist sicherlich die Nachhaltigkeit. Wir besuchen immer wieder Winzer, auch bei unseren Weinreisen und es zeigt sich, dass das Thema Nachhaltigkeit, weniger Einsatz von Pestiziden, biologischer Anbau und Biodynamic eine immer größere Rolle spielt. Man geht mit der Natur sorgfältiger um. Biodynamisch ist sicherlich die Spitze dieser nachhaltigen Arbeit. Biodynamische Weine werden sicherlich noch deutlicher durch die Natur geprägt. Dies kann man oft auch schmecken Und man sollte nicht den Fehler machen und die Weine sofort eins zu eins vergleichen. Doch in den letzten 20 bis 30 Jahren hat sich natürlich viel in der Kellertechnik getan. Und auch das Wissen um die Arbeit im Weinberg ist gewachsen und verfeinert worden. All dies kann man jetzt mit der Nachhaltigkeit im Weinbau verbinden und tolle Bio-Weine und biodynamische Weine produzieren."

Genussfreak: "Ist die geschmackliche Qualität der Weine aus Ihrer Sicht abhängig von der Art des Anbaus?"

Andrea Vestri: "Natürlich ist der Geschmack des Weines abhängig von der Anbauweise. Man spürt wenn ein Wein zu 100 Prozent natürlich produziert wird. Man ist natürlich an einem vorhandenen Standard-Geschmack gewöhnt und das schon seit Jahren. Wenn wir jetzt im Biowein einen neuen Geschmack haben empfinden wir ihn eventuell als nicht passend."

Genussfreak: "Herr Lageder, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Sie die Biodynamik mit all ihren Facetten leben. Welche Bedeutung hat diese Lebensweise für Sie?"

Alois Clemens Lageder: "Mitte der 70er Jahre begann unsere Familie das Weingut mit einem strikten Qualitätskurs und innovativen Methoden in Weinberg und Keller neu zu positionieren. Heute werden die 50 Hektar familieneigene Weinberge biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Wir betrachten die Inhalte unserer Arbeit in der Gesamtheit ihrer Eigenschaften und Beziehungen miteinander. Die Entwicklungen im Mikrokosmos Weinberg unterliegen vielfältigen Einflüssen: von der Bodenbeschaffenheit, den hier beschäftigten Menschen bis zu den großen Zusammenhängen wie globale Klimaentwicklung und dem Lauf der Gestirne."

Genussfreak: "Herr Lageder, wie wichtig ist für Sie der Betriebsstandort Südtirol?"

Alois Clemens Lageder: "Südtirol weist eine besondere geologische, mikroklimatische und kulturelle Vielfalt auf. Aus dieser Vielfalt wollen wir schöpfen und so jede Rebsorte bestmöglich zum Ausdruck bringen. Auch aus diesem Grund arbeiten wir mit rund 80 Winzerpartnern zusammen, die sich über die gesamte Region verteilen. Durch die teilweise seit über Generationen bestehende Partnerschaften können wir auf die Diversität Südtirols zurückgreifen und ein einzigartiges und vielseitiges Sortenspektrum anbieten."

Genussfreak: "Herr Vestri, Sie als Inhaber und Dozent der Münchner Wein- und Sommelierschule European Wine Education haben einen umfassenden Blick auf die Weinwelt. Wo steht für Sie Südtirol im Allgemeinen im Vergleich zum internationalen Weinbau und im Besonderen natürlich in Bezug auf Biodynamik?"

Andrea Vestri: "Südtirol im Allgemeinen steht für mich ganz weit oben auf der Skala. Südtirol hat sich in den letzten 15 Jahren enorm gesteigert, wie natürlich auch viele andere Weinanbaugebiete. Doch Südtirol steht für eine Vielzahl von Rebsorten von Weißburgunder über Sauvignon Blanc, Traminer, Müller-Thurgau, Vernatsch, Lagrein, grauer Vernatsch, Pinot Nero und, und, und. Beim Besichtigen der Weingüter in Südtirol bekommt man einen Eindruck von der Liebe der Winzer zu ihrem Wein und ihrer Heimat, der nachhaltigen Bewirtschaftung. Auch muss man berücksichtigen, dass in Tirol viele klimatische Zonen abgedeckt werden, wodurch die große Vielfalt der Südtiroler Weine auch gegeben ist. Ein Vorteil für die Entwicklung der Biodynamik in Südtirol ist sicherlich die Größe der Weingüter. Ein Weingut mit 5 bis 6 Hektar ist leichter auf Biodynamic umzustellen und zu verwalten als ein großes Weingut. Damit steht Südtirol für hohe Qualität und Nachhaltigkeit bei einem guten Preis-Genuss-Verhältnis in meinem persönlichen Ranking ganz weit oben."

Genussfreak: "Gibt es Weine aus dem Hause Lageder und/oder der anderen Winzer, die Sie bei den Verkostungen besonders fasziniert und überrascht haben?"

Andrea Vestri: "Vom Weingut Lageder haben mich der Löwengang Chardonnay und der Cabernet Sauvignon Cor Römigberg begeistert. Sie gehören für mich zu den besten Weinen Norditaliens, wenn nicht sogar Gesamtitaliens. Auch der ‚Zibibbo in Pithos' vom Weingut Cos aus Cerasuolo di Vittoria war ein ganz toller Wein. In der Amphore trocken ausgebaut hat er leicht oxidative Noten. Sehr gut haben mir auch die Weine des Weingutes Villa Santo Stefano aus Lucca in der Toskana gefallen und selbst die Weine aus China, die ja in einem Joint Venture mit dem Österreichischen Winzer Lenz Moser entstehen waren sehr schöne Weine."

Genussfreak: "Ein kurzes Fazit zur Summa 2019?"

Helena Lageder: "Ich freue mich alten und neuen Freunden auf der Summa zu begegnen. Der Austausch zwischen Winzern ist sehr inspirierend und wertvoll für meine neue Rolle im Weingut"

Alois Clemens Lageder: "Der intensive Austausch zwischen Winzern und Fachpublikum und die familiäre, entspannte Atmosphäre machen die Summa für uns zu einer Veranstaltung, aus der wir jährlich Inspiration und neue Ideen für unsere Arbeit schöpfen."

Anna Lageder: "Ich glaube, dass vor allem dieses besondere Ambiente der historischen Gebäude die Summa von anderen Weinveranstaltungen unterscheidet."

Genussfreak: "Bleibt Ihr Resümee Herr Vestri?"

Andrea Vestri: "Geprägt wird die Summa durch die ruhige familiäre Atmosphäre und den direkten Dialog mit den Winzern. Ich hatte zwei wunderschöne, interessante Tage. Es ist eine super entspannte Atmosphäre. Es gibt Veranstaltung, da ist man nach 20 Weinen schon müde und möchte keine weiteren probieren. Auf der Summa ist dies komplett anders, der wunderschöne Rahmen in den historischen Gebäuden, das besondere Ambiente. Ich hoffe, dass die Summe auch in diesem Rahmen bleibt und nicht ausufert, das fände ich schade. Auch über die Besucher kann ich nur positiv urteilen, ein interessiertes, erlesenes Publikum. Daher mein Fazit zur Summa: Mega, Grande, Bravi Lageder." (Mehr zum Thema Wein findet man auf genussfreak.de (http://www.genussfreak.de/kategorien/weinwissen))




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Pressekontakt:

Genussfreak
Herr Jörg Bornmann
Keuslinstraße 13
80798 München

fon ..: 004915259222714
web ..: http://www.genussfreak.de
email : E-Mail

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