(openPR) Wer ständig an sich selbst zweifelt, dem mangelt es an Durchsetzungsvermögen und Zielstrebigkeit. Kein Wunder, dass selbstbewusste Menschen nicht nur dynamischer und zufriedener, sondern meist auch erfolgreicher sind als zaghafte Gemüter.
Erziehung prägt das Selbstbewusstsein
Selbstvertrauen, Zuversicht und Optimismus werden bereits in unserer Kindheit geprägt. Oder auch nicht. Denn eine dominante Erziehung kann die Entfaltung des kindlichen Selbstbewusstseins deutlich erschweren. In der psychologischen Praxis zeigt sich immer wieder: Menschen mit geringem Selbstvertrauen haben meist schon in Ihrer Kindheit ein Übermaß an Einengungen und Unterdrückung, Kritik und Ablehnung sowie einen Mangel an Bestätigung und Zuwendung erfahren. Eine solch negative „Suggestionsbehandlung“ kann früher oder später eine schlimme Befürchtung zur scheinbaren Gewissheit werden lassen: „Ich bin nichts wert, ich tauge nichts, ich kann nichts!“
Selbstbewusstsein kann man trainieren
Lässt sich aber ein jahrelang eingeschliffenes negatives Selbstkonzept überhaupt noch verändern? Ist die vermeintliche eigene Wertlosigkeit dem Betroffenen nicht mittlerweile zur unabänderlichen zweiten Natur geworden? Keineswegs. Denn grundsätzlich gilt: Ein Mensch bleibt ein Leben lang lernfähig. Selbstbewusstsein lässt sich in jedem Lebensalter spürbar stärken – durch positive Erfahrungen ebenso wie durch konsequent eingesetzte Ermutigungen und positive Suggestionen.
Test: Wie selbstbewusst sind Sie wirklich?
Hier können Sie herausfinden, wie stark Ihr Selbstbewusstsein ausgeprägt ist. Außerdem helfen Ihnen die einzelnen Aussagen dabei, Ihre persönlichen Problembereiche besser einzuschätzen.
1. Mir fällt es schwer, andere um etwas zu bitten.
2. Ich habe im Leben ziemlich viel Pech.
3. Ich mache mir oft Selbstvorwürfe.
4. Es macht mir Spaß, anderen Fehler nachzuweisen.
5. Andere Menschen kommen mir oft überlegen vor.
6. Große Menschen-Ansammlungen sind mir unangenehm.
7. Ich grüble häufig über mein Leben nach.
8. Ich verkaufe mich oft unter Wert.
9. Ich neige zu übertriebener Eifersucht.
10. Unter Zeitdruck werden meine Leistungen deutlich schlechter.
11. Ich habe oft Schwierigkeiten, mich zu entscheiden.
12. Habe ich mich blamiert, denke ich noch lange darüber nach.
13. Ich habe ziemlich viele schlechte Eigenschaften.
14. Wenn mir etwas misslingt, bin ich ziemlich deprimiert.
15. Ich wäre gern intelligenter.
16. Oft habe ich das Gefühl, missverstanden zu werden.
17. Ich lasse mich von anderen leicht beeinflussen.
18. Häufig mache ich mir übertriebene Sorgen.
19. Auch sachliche Kritik geht mir meist sehr nahe.
20. In Gesellschaft brauche ich Alkohol, um mich locker zu fühlen.
Für jede Aussage, die auf Sie zutrifft, bekommen Sie einen Punkt. Je geringer Ihre Punktzahl, desto stärker ist Ihr Selbstbewusstsein ausgeprägt.
Bis 7 Punkte: Sie brauchen weder einen Psychologen noch irgendeine andere Hilfe zur Stärkung Ihrer Selbstsicherheit. Denn: Sie haben ein überdurchschnittlich ausgeprägtes Selbstbewusstsein.
8 bis 14 Punkte: Sie verfügen über ein solides Selbstbewusstsein. Allerdings: In Ihrem Leben gibt es immer wieder Situationen, in denen Sie sich etwas unsicher und somit auch unwohl fühlen – vor allem, wenn Ihr Testergebnis im oberen Bereich dieser Auswertungsgruppe liegt.
Ab 15 Punkte: Ihre Selbstsicherheit braucht noch „Entwicklungshilfe“. Doch keine Sorge – Selbstbewusstsein kann man lernen. Die folgende Strategie kann Ihnen dabei helfen, Ihre Selbstzweifel zu überwinden.
So werden Sie selbstbewusster
> Vermeiden Sie möglichst alle negativen Gedanken. Und achten Sie ganz bewusst darauf, positiv zu denken und zu sprechen.
> Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Jeder Mensch ist einzigartig – auch Sie. Lernen Sie, sich so zu nehmen, wie Sie sind. Richten Sie Ihr Augenmerk mehr auf Ihre Stärken.
> Fehler und Schwächen sind menschlich. Stehen Sie zu solchen Unvollkommenheiten, anstatt sich ständig zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Mit Selbstkritik nehmen Sie anderen den Wind aus den Segeln. Wichtig: Kritisieren Sie nur Ihre Handlung, aber nie Ihrer gesamte Person. Vermeiden Sie also Äußerungen wie: „Ich bin schlecht, dumm, unfähig ...“.
> Unsichere Menschen sprechen oft leise und unterdrücken ihre Mimik und Gestik. Sprechen Sie also deutlich und mit fester Stimme. Und: Bemühen Sie sich nicht darum, mit verkrampfter Höflichkeit Haltung zu bewahren. Das wirkt unbeholfen und gehemmt.
> Widersprechen Sie, greifen Sie an! Also: Sagen Sie nicht „ja“, wenn Sie „nein“ meinen. Stehen Sie ohne Wenn und Aber zu Ihrer Meinung.
> Verwenden Sie ganz bewusst das Wort „Ich“. Sagen Sie nicht: „Man könnte ...“, sondern: „Ich werde ...“. So wirken Sie stärker und selbstbewusster.
> Wehren Sie Komplimente nicht ab, sondern bestätigen Sie den positiven Eindruck Ihres Gegenübers. Auch Eigenlob kann Ihre Selbstsicherheit stärken – vorausgesetzt, Sie formulieren diese Selbstaufwertung unbefangen und ohne verkrampfte Übertreibung.
> Falls es Ihnen nicht aus eigener Kraft gelingt, Ihr negatives „Gedankenkarussell“ zu stoppen und Ihre Selbstzweifel auszuräumen, haben sich psychotherapeutische Gespräche, eine Selbsthilfegruppe oder ein Selbstsicherheitstraining als wirksame Unterstützung bewährt.
Arnd Stein: Selbstbewusstsein stärken. CD, ISBN 978-3-89326-857-3. VTM-Verlag, 19,95 Euro.













