(openPR) Hitze statt OP: Neue Verfahren in der Schilddrüsentherapie sind eine gute Alternative zur Operation. Nun bietet auch das erste Berliner Institut die Radiofrequenzablation zur Behandlung von Schilddrüsenknoten an
Auch wenn die Schilddrüsenoperation in Deutschland rückläufig ist, findet diese hier immer noch häufiger als in den übrigen europäischen Ländern und als in den USA statt. Ca. 80.0000-100.000 Schilddrüsenoperationen werden in Deutschland durchgeführt. Nur bei ca. 6 von 100 durchgeführten Schilddrüsenoperationen handelt es sich jedoch um eine Malignom-Operation. Schilddrüsenkarzinome sind selten und können durch die heutigen diagnostischen Verfahren (Sonographie, Szintigraphie, Feinnadelpunktion und ggf. Tumorszintigraphie) mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden.
Aufgrund der mit einer Operation verbundenen Nachteile bzw. Risiken wie Hypoparathyreoidismus und Nervus-recurrens Parese, ist die Indikation zu einer Operation bei gutartigen Schilddrüsenknoten streng zu stellen. Dies gilt umso mehr, da bei Patienten mit symptomatischen Schilddrüsenknoten, bei denen mit o.g. Methoden Malignität ausgeschlossen werden konnte, die Radiofrequenzablation als Alternative zur Operation das Behandlungsspektrum erheblich erweitert. Dieses Verfahren erlaubt in vielen Fällen die Behandlung eines einzelnen oder auch mehrerer Schilddrüsenknoten ohne eine Entfernung der Schilddrüse.
Bei diesem Verfahren kann unter örtlicher Betäubung eine kleine Sonde in den zu behandelnden Schilddrüsenknoten vorgeschoben werden. Dies geschieht unter ständiger Ultraschallkontrolle. Ein hochfrequenter Wechselstrom sorgt dann für eine Erhitzung des Gewebes auf 60-100°C. Die Applikation der Hitzeschäden kann hierbei punktgenau erfolgen, so dass gesundes Gewebe der Schilddrüse und sensibler angrenzender Strukturen maximal geschont werden können. Der Eingriff wird von den Patienten in Lokalanästhesie sehr gut toleriert und zumeist sogar als nahezu schmerzfrei beschrieben.
Neben (benignen) lokal symptomatischen oder stetig wachsenden Schilddrüsenknoten können mit dieser Methode auch autonome Adenome der Schilddrüse („heiße“ Schilddrüsenknoten) zuverlässig behandelt werden, um eine Hyperthyreose auszuschalten. In diesen Fällen stellt dieses Verfahren somit nicht nur eine Alternative zur Operation sondern auch zur Radiojodtherapie dar.
Durch die weitgehende Schonung des gesunden Schilddrüsengewebes benötigen Patienten nach dieser Therapie nur in den allerseltensten Fällen eine Schilddrüsenhormonsubstitution, wohingegen sie nach der Operation bei den meisten Patienten und nach der Radiojodtherapie bei vielen Patienten notwendig wird.
In den allermeisten Fällen ist dieser Eingriff mit einem eintägigen stationären Aufenthalt verbunden und wird in diesem Rahmen auch von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.
Durch die MVZ iNUK GmbH in der Nürnberger Straße 14/15, 10789 Berlin wird dieses Verfahren seit August 2018 in kooperierenden Berliner Krankenhäusern mit sehr guten Erfahrungen angeboten. Korrelierend zu den Erfahrungen in anderen deutschen bzw. europäischen Zentren (siehe u.a. Dobnig und Amrein, Thyroid 2018) beobachten auch die Berliner Kollegen eine deutliche Volumenreduktion der behandelten Knoten zwischen 60-80% bereits im ersten halben Jahr nach dem Eingriff. Mit einer weiteren Reduktion ist bis zu 12 Monate nach der Radiofrequenzablation zu rechnen. Aufgrund der guten Erfolge und Erfahrungen hat die Radiofrequenzablation in anderen europäischen Ländern bereits Einzug in die Leitlinien gehalten, insbesondere in Österreich, wo auch die Berliner Kollegen diese Methode erlernten.







