openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Hintergrund Renten-Wert-Berechnung

22.03.201912:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Hintergrund Renten-Wert-Berechnung
InBeRe.de
InBeRe.de

(openPR) Alljährlich zum 01. Juli wird der aktuelle Rentenwert neu berechnet. Der aktuelle Rentenwert ist eine Rechengröße für die Berechnung der Höhe jeder Rente von der Deutschen Rentenversicherung und somit für zurzeit knapp 25 Mio Rentner ein wichtiger Baustein für die finanzieller Grundlage.



Grundsatz:
Der aktuelle Rentenwert bildet den Wert für einen Entgeltpunkt ab. Der Entgeltpunkt errechnet sich aus dem Bruttoverdienst den jeder einzelne Arbeitnehmer bezieht, geteilt durch den Verdienst eines Durchschnittsverdieners (statistische Größe). Wird also genau der Durchschnitt verdient, erhält der Versicherte pro Jahr einen Entgeltpunkt. Neben diesem Grundsatz werden noch zahlreiche Besonderheiten bei der Berechnung der Entgeltpunkte berücksichtigt (zum Beispiel Zuschläge für Ausbildungszeiten, Abschläge für vorgezogene Renten usw).

Die Anzahl der erworbenen Entgeltpunkte werden mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Der Durchschnittsverdienst im Jahre 2018 betrug Euro 37.873. Wurde also im Jahre 2018 ein Brutto-Entgelt von 37.873 erzielt, so erhält der Versicherte für diesen Verdienst genau einen Entgeltpunkt. Alle erworbenen Entgeltpunkte werden addiert und mit dem jeweils gültigen aktuellen Rentenwert multipliziert.

Beispiel:
5 Jahre gearbeitet und immer genau den Durchschnittsverdienst erhalten = 5 Entgeltpunkte

5 Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert.
Der Rentenwert beträgt bis zum 30. Juni 2019 =
32,03 Euro im Westen, also
5 Entgeltpunkte x 32,03 Euro = 160,15 Euro Rentenanwartschaft pro Monat bei der Deutschen Rentenversicherung erworben

Einzelheiten zum Rentenwert:
Der aktuelle Rentenwert und damit die Renten steigen zum 01. Juli 2019 im Westen um 3,18 Prozent und im Osten um 3,91 Prozent.

Damit steigt der aktuelle Rentenwert (Wert für einen Entgeltpunkt) von gegenwärtig 32,03 Euro auf 33,05 Euro im Westen und im Osten von gegenwärtig 30,69 Euro auf 31,89 Euro.

Grundlagen der Berechnung:
1. Die Lohnentwicklung (Lohnsteigerung beträgt 2,39 Prozent in den alten Ländern und 2,99 Prozent in den neuen Ländern lt. statistischem Bundesamt).
2. Der Nachhaltigkeitsfaktor (Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden incl. Aufbau von Altersvorsorge).
3. Niveauschutzklausel (neu: Rentenniveau von 48 Prozent darf nicht unterschritten werden = Verhältnis Standardrente zu Durchschnittsentgelt).
4. Angleichungsschritte Rentenwert West/Ost (Ost erreicht jetzt 96,5 Prozent des Westwert).

Ausschlaggebend für die Rentenerhöhung ist - wie auch im letzten Jahr - somit die gute Lohnentwicklung. Die allg. Lohnerhöhung stieg im 3. Quartal 2018 um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das ist der höchste Anstieg seit dem zweiten Quartal 2011, so das statistische Bundesamt.

Dämpfend auf die Entwicklung der Renten wird sich (vermehrt in Zukunft) insbesondere das Verhältnis der steigenden Anzahl der Rentner zu der Anzahl der Beitragszahler auswirken (Nachhaltigkeitsfaktor). Ein wesentlicher Grund ist, dass ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen und somit die Zahl der Rentenbezieher wesentlich zunehmen wird. Wird die Erwerbsbevölkerung sich nicht ebenfalls erhöhen, so wird die Entwicklung der Rentenhöhe abnehmen.

Da absehbar ist, dass durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Rentenhöhen im Verhältnis zum Einkommen sinken werden, wurde die Niveauschutzklausel entwickelt. Sie wird 2019 erstmal geprüft. So soll sichergestellt werden, dass in der Zeit bis zum 01. Juli 2025 das Rentenniveau von 48 Prozent nicht unterschritten wird. Das Rentenniveau ist das Verhältnis von einer Standardrente zum verfügbaren Durchschnittsentgelt. Eine Standardrente soll dabei eine Beitragszahlung von 45 Jahren beinhalten mit dem jeweiligen Durchschnittsverdienst. Das Rentenniveau beträgt für das Jahr 2019 noch 48,16 Prozent. Damit wird die Mindestsicherung eingehalten und die Niveauschutzklausel muss nicht angewandt werden.

Die Angleichung Ost/West wurde mit der "Rentenüberleitung" am 01. Januar 1992 festgelegt. Durch die unterschiedliche Bewertung sollten die unterschiedlichen Einkommensverhältnisse berücksichtigt werden. Es ist deshalb heute noch so, dass die erzielten Bruttoentgelte im Osten mit einem Umrechnungsfaktor hochgewertet werden, da der Durchschnittsverdienst im Osten niedriger ausfällt. Zum 01. Januar 2019 beträgt der Umrechnungsfaktor 1,084. Das bedeutet, dass für einen Entgeltpunkt nicht 1,0 Entgeltpunkte maßgeblich sind, sondern 1,084 Entgeltpunkte. Dieser Umrechnungsfaktor wird von Jahr zu Jahr abgeschmolzen. Im Gegenzug wird der aktuelle Rentenwert, der für die Ostrenten gilt, von Jahr zu Jahr auf Westniveau erhöht. Im Jahr 2024 werden sich alle Werte angleichen. Damit keine Ungleichbehandlungen vorkommen aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen wird bei der Endberechnung der jeweiligen Rente noch eine Günstigkeitsprüfung durchgeführt.

Ihre Rentenberaterin Petra Schewe
www.InBeRe.de

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1042646
 618

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Hintergrund Renten-Wert-Berechnung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Das Kopfkissen als Alternative zur versicherungsförmigen Riester-Rente
Das Kopfkissen als Alternative zur versicherungsförmigen Riester-Rente
BdV dokumentiert negative Renditen der versicherungsförmigen Riester-Rente Bereits in Hochzinsphasen haben sich Lebens- und Rentenversicherungen als renditeschwache, kostenträchtige und damit zur Altersvorsorge ungeeignete Produkte offenbart. Nach Ansicht des Gesetzgebers und der Versicherungswirtschaft sollen Sparer*innen über Versicherungsverträge dennoch besonders sicher für das Alter vorsorgen können. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) hat auf Grundlage von durch Finanztest erhobenen Werten nachgerechnet und kommt zu einem Ergebnis, d…
Bild: Die gesetzliche Rente betrifft alle ArbeitgeberBild: Die gesetzliche Rente betrifft alle Arbeitgeber
Die gesetzliche Rente betrifft alle Arbeitgeber
Der überwiegende Teil aller Beschäftigten in Deutschland wird Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Dabei hat sich der Schwerpunkt der Diskussion in den letzten Jahren auf die Höhe der Rente und auf den Zeitpunkt des Rentenbezuges verlagert. Doch wird dabei häufig übersehen, dass die gesetzliche Rentenversicherung als Bestandteil des Systems der sozialen Sicherung in Deutschland wesentlich umfangreicher ausgestaltet ist und zahlreiche weitere Fragen berücksichtigt werden müssen. In allen Unternehmen müssen sich Personalabte…
Bild: Netto 2006: Lohnberechnung und Altersvorsorge im neuen JahrBild: Netto 2006: Lohnberechnung und Altersvorsorge im neuen Jahr
Netto 2006: Lohnberechnung und Altersvorsorge im neuen Jahr
Was bleibt von einem stolzen Brutto-Lohn im neuen Jahr nach Abzug aller Steuern und Abzüge noch übrig? "Netto 2006" findet es heraus - und berechnet auch gleich, ob sich ein Vertrag für die betriebliche Altersvorsorge (z. B. Direktversicherung, Riesterrente, Pensionskasse etc.) aus steuerlicher Sicht lohnt. Das liebe Geld: Es ist davon auszugehen, dass 2006 noch weniger Netto im Geldbeutel übrig bleibt, als dies bereits im frisch abgelaufenen Jahr der Fall war. Das Programm "Netto 2006" hilft dabei, sich Klarheit über die lieben Finanzen zu …
Deutsche Rente und Deutsche Post AG setzen auf Moin!-Transport
Deutsche Rente und Deutsche Post AG setzen auf Moin!-Transport
Geburten- und Sterbemeldungen per OSCI-Nachricht Als Transportsoftware im Meldewesen hat sich Moin!-Transport längst bewährt. Nun stellt die von bremen online services GmbH & Co. KG (bos KG) entwickelte Software ihre Einsatzfähigkeit auf einem weiteren Gebiet unter Beweis: Seit dem 1. November 2007 wird Moin!-Transport auch als Empfangskomponente für jährlich ca. 600.000 Geburten- und 900.000 Sterbemitteilungen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) und beim Renten Service der Deutschen Post AG (DPAG) eingesetzt. Jede Geburt in Deu…
Bild: Höhere Rente im Anschluss an ErwerbsminderungsrenteBild: Höhere Rente im Anschluss an Erwerbsminderungsrente
Höhere Rente im Anschluss an Erwerbsminderungsrente
… bis zur Entscheidung über den Antrag auf Erwerbsminderungsrente weiterhin Krankengeld oder Arbeitslosengeld geleistet und die Rente dann rückwirkend gezahlt wird.Hintergrund war eine eigenwillige Interpretation einer Entscheidung des Bundessozialgerichts. Die Rentenversicherung war davon ausgegangen, dass bei der Nachfolgerente Anrechnungszeiten wegen …
Hessisches Landesarbeitsgericht - Bewertung des Sachbezugs „Privatnutzung eines Firmenwagens“
Hessisches Landesarbeitsgericht - Bewertung des Sachbezugs „Privatnutzung eines Firmenwagens“
… gestellten Firmenfahrzeugs zusammenzurechnen ist und dass die Privatnutzung eines Firmenwagens keinen unpfändbaren Bezug im Sinne von § 850 a ZPO darstellt.Hintergrund des Rechtsstreits war ein Streit um die Berücksichtigung des einem Mitarbeiter (Insolvenzschuldner) arbeitsvertraglich zustehenden Sachbezugs der Privatnutzung eines Firmenwagens. Nach …
Bild: Pensionäre - die heimlichen Reichen?Bild: Pensionäre - die heimlichen Reichen?
Pensionäre - die heimlichen Reichen?
Beamte sind überversorgt, gehören zu den wohlhabendsten Beschäftigten dieses Landes und verdanken ihren Reichtum dem Steuerzahler. So klingt es jedenfalls in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) an, die gestern in der Presse veröffentlicht wurde - ganz zufällig zu einem Zeitpunkt, zu dem in Potsdam über die zukünftigen Lohnerhöhungen der Beschäftigten von Bund und Kommunen verhandelt wird. In ihrer aktuellen Studie hat das DIW erstmals das Alters­versicherungs­vermögen in die Untersuchungen einbezogen. Pension…
bbx.de - Brutto-Netto-Rechner
bbx.de - Brutto-Netto-Rechner
Ein neues Tool zur Gehaltsabrechnung (Mynewsdesk) Das Team des Verbraucherportals BBX hat mit seinem Brutto-Netto-Rechner ein neues Tool entwickelt, das eine unkomplizierte Berechnung des Nettogehalts ermöglicht. Der Rechner ermittelt nicht nur einen ungefähren Wert, sondern berücksichtigt bei der Auswertung zahlreiche Faktoren, die steuerlich relevant sind. So ergibt sich für den User eine exakte Umrechnung des Bruttoentgelts. Die Besonderheit dieses Rechner: Auf Wunsch kann der umgekehrte Rechenweg beschritten und aus dem Nettogehalt das B…
Genug Geld im Alter? Einfache Faustformel zeigt Ihre Versorgungslücke
Genug Geld im Alter? Einfache Faustformel zeigt Ihre Versorgungslücke
Geringe Renten – hohe Ausgaben: Viele Senioren klagen über fehlende Finanzen. Damit das nicht passiert, sollten Sie den Finanzbedarf im Alter optimal ermitteln und die Lücke rechtzeitig schließen. Den Finanzbedarf im Rentenalter richtig einzuschätzen, ist gar nicht so leicht. Wer weiß schon, wie sich Renten, Mieten und Inflation bis dahin entwickeln. Viele Berufstätige vertrauen darauf, dass die Einnahmen aus gesetzlicher und betrieblicher Rente sowie aus Privatvermögen schon ausreichen werden – doch das ist häufig ein Trugschluss. Die Rente…
Benchmark Opportunitas – Mit dem Turbo in den Totalverlust?
Benchmark Opportunitas – Mit dem Turbo in den Totalverlust?
… Beendigung der Marktstörung wieder aufgenommen werden. Wann dies allerdings der Fall sein wird, weiß derzeit keiner zu sagen. Für Kapitalanleger stellen sich vor diesem Hintergrund mehrere Fragen: Zum einen, inwieweit eine Bank aufgrund einer Marktstörung nicht nur den Rückkauf der Zertifikate, sondern bereits die Berechnung ihres derzeitiges Wertes …
Sie lesen gerade: Hintergrund Renten-Wert-Berechnung