(openPR) In den ersten zwei Schuljahren geht es vor allem darum, die Grundlagen für das Rechnen zu legen. Die Automatisierung der Zehnerzerlegung ist dafür von grundlegender Bedeutung. Wenn Kinder die Zehnerzerlegung nicht können, werden sie beim Rechnen größere Probleme bekommen.
Das große Missverständnis
Immer und immer wieder versuchen Erwachsene, es den Kindern „leichter“ zu machen, indem sie ihnen ihre eigenen Rechenwege oder Rechenstrategien beibringen. So sagen sie den Kindern, dass sie die Zahlen im Kopf untereinanderstellen und dann zusammenrechnen sollen. Das ist schlichtweg nicht gut und auch nicht richtig, denn das ist schriftliches Rechnen.
Hier wird das Kopfrechnen mit dem schriftlichen Rechnen vertauscht
Kopfrechnen ist nicht schriftliches Rechnen
Das schriftliche Rechnen lernen die Kinder später, wenn das Kopfrechnen „sitzt“. Leider erlernen viele Kinder das Kopfrechnen nicht schnell genug, im Stoff muss es weitergehen. Die Kinder haben oftmals noch nicht verstanden, wie der Zehnerübergang funktioniert. Dann wollen viele Erwachsene helfen und bringen die Kinder noch mehr durcheinander. Denn die verstehen oft noch gar nicht, warum eine 1 übertragen werden muss, wenn sie zum Beispiel 27 + 16 rechnen sollen.
Beim Minusrechnen wird es richtig kompliziert
Und beim Minusrechnen wird es gleich noch komplizierter, weil auch hier die wichtigen Zwischenschritte fehlen, die zum schriftlichen Minusrechnen führen. Das führt oft dazu, dass die Kinder an sich und der Mathematik verzweifeln und die Erwachsenen an den Kindern.
Erst die Zehnerzerlegung dann der Zehnerübergang
Wenn die Kinder die Zehnerzerlegung können, aber noch Probleme mit dem Zehnerübergang haben, dann hilft es, auf der bildlichen Ebene zu arbeiten. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Für die Darstellung der Zehnerübergänge sind die Hundertertafel und Materialien zum Legen ein geeignetes Mittel.
Wie funktioniert der Zehnerübergang?
Es muss immer erst bis zum nächsten Zehner gerechnet werden. 7 + 6 = 13
1. Schritt: 7 + 3 = 10 2. Schritt: 10 + 3 = 13
Die Aufgabe 27 + 16 sollte so gerechnet werden:
1. Schritt: 27 + 10 = 37 2. Schritt: 37 + 3 = 40 3. Schritt: 40 + 3 = 43
Beim Minusrechnen funktioniert es gleichermaßen
Beim Minusrechnen kann auf genau dieselbe Weise gerechnet werden.
33 – 26 = 7 1. Schritt: 33 – 20 = 13 2. Schritt: 13 – 3 = 10 3. Schritt: 10 – 3 = 7
Dieser Rechenweg führt mit ausreichend Übung und Geduld zum Kopfrechnen!
Auf dem 2. LRS-Kongress wird unter anderem thematisiert, wie das Rechnen gelingen kann und erklärt, was eine Rechenschwäche ist und wie man helfen kann: https://elopage.com/s/LRSKongress/lrs-kongress2













