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Offener Brief des Sterbeberaters Peter Puppe an Jens Spahn

28.02.201916:55 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Offener Brief des Sterbeberaters Peter Puppe an Jens Spahn
Peter Puppe, Sterbeberater
Peter Puppe, Sterbeberater

(openPR) Offener Brief des Sterbeberaters Peter Puppe, Bremen

Haben Sie eigentlich ein Gewissen, Jens Spahn?

Frau Schwarzrock* lernte ich im Dezember 2017 kennen. Die 86-jährige Dame hatte mir einen Brief geschrieben, mit dem Internet kannte sie sich nicht aus:



„Ich leide schon ca. 40 Jahre unter einer generalisierten Angststörung** und an einer sozialen*** Phobie. Ich habe viele Therapien mitgemacht und an vielen Einzel- und Gemeinschaftssitzungen teilgenommen. War auch im Krankenhaus deswegen. Nichts half! Mein Leben ist für mich nicht mehr tragbar. Ich mag nicht mehr. Immer wird man gefragt, warum das so ist. Das ist eine Quälerei, denn ich kann nicht mit dem Bus fahren, kann nicht mit der Bahn fahren; auch nicht mit dem Flugzeug fliegen. Ich kann an keinen Veranstaltungen teilnehmen. Auch kann ich in kein Restaurant gehen. Und das schon über so viele Jahre. Je älter man wird, desto schlimmer wird es. Die Menschen sagen einem frech ins Gesicht, daß sie so nicht leben könnten. Schon als Kind war ich sehr zurückhaltend. Ich möchte nicht mehr leben. Mein Leben ist nicht lebenswert. Ich bin lebenssatt. Bitte helfen Sie mir, lieber Herr Puppe!“

Frau Schwarzrocks Zeilen berührten mich. Seit 2005 habe ich über 1.300 persönliche, vertrauliche Gespräche geführt. Immer ging es um den Wunsch, unerträgliches Leiden endlich zu beenden. Nein, keiner dieser Menschen wollte sterben! Unser Überlebenswille ist noch im schwersten Leiden präsent! Aber wenn es unbeherrschbar und würdelos wird, fordern einige, wenige Betroffene ihr Menschenrecht ein, über das Ende ihres Leidens selbst zu bestimmen und nehmen es in Kauf, dafür ihr Leben hinzugeben. Das ist die Realität!

Kennen Sie dieses Menschenrecht, Jens Spahn? Warum setzen Sie sich nicht dafür ein - als verantwortlicher, 'christlicher' Politiker?

Nun aber zeigte sich das ganze Dilemma, das der menschenverachtende § 217 StGB seit 2015 mit sich gebracht hat. Ich durfte Frau Schwarzrock nur noch beraten, aber nichts, überhaupt nichts mehr für sie tun, ihr keine Hilfe mehr anbieten. 2005 hatte ich einen 90-jährigen, schwer leidenden Herrn in die Schweiz begleitet und die Korrespondenz für ihn geführt. Ich war bei seinem selbstbestimmten Sterben dabei. Wir kannten uns genau sechs Wochen und er ist als Freund von mir gegangen. Damals war das noch legal in Deutschland - heute nicht mehr!

Warum ist das so, Jens Spahn?

Mir wurde schnell klar, dass Frau Schwarzrock mit ihren 86 Jahren keinen alternativen Weg beschreiten konnte, z.B. Sterbefasten oder Helium. Ich aber durfte ihr nicht helfen, wenn ich nicht drei Jahre Gefängnis riskieren wollte. So verwies ich sie auf die Telefonauskunft, damit sie selbständig Kontakt in die Schweiz aufnähme. Es gelang ihr überraschend gut. Aber es ist ein sehr langer, beschwerlicher Weg.

Warum muss das so sein, Jens Spahn?

Endlich im November 2018 - fast ein Jahr nach unserem ersten Kontakt - hatte Frau Schwarzrock einen Termin in der Schweiz bekommen. Sie war überglücklich, obwohl noch nicht alle Hürden genommen waren. Aufgrund ihrer psychischen Problematik bestand der Sterbehilfeverein darauf, dass Frau Schwarzrock ein fachärztliches Gutachten vorlegen möchte, in dem ihre Geschäftsfähigkeit bestätigt würde. Auch dies gelang ihr unter sehr großen Schwierigkeiten und natürlich durfte sie dem Psychiater nicht sagen, wofür sie es verwenden wollte, denn dann wäre auch er mit drei Jahren Gefängnis bedroht.

Warum muss das so sein, Jens Spahn?

In der Schweiz wäre Frau Schwarzrock zwei weiteren Ärzten vorgestellt worden, darunter einem Schweizer Psychiater, der ausschließen sollte, dass ihr Sterbewunsch Ausdruck einer psychischen Erkrankung wäre - also doppelte Absicherung.

Wenige Tage vor ihrer Abreise in die Schweiz aber machte der Sterbehilfeverein einen Rückzieher. Man hätte schon genug juristische Probleme und wollte keine neuen heraufbeschwören. Für Frau Schwarzrock brach alle Hoffnung zusammen. Ich erlebte sie als zutiefst verzweifelten Menschen. Auf meinen Zuspruch, es doch noch einmal bei einem anderen Sterbehilfeverein in der Schweiz zu versuchen, reagierte sie ausweichend: „Und wenn das auch nicht klappt? Ich muss mir was anderes überlegen.“

Im Januar 2019 fischte man die Leiche einer fast 88-jährigen alten Frau aus dem eiskalten Wasser eines Kanals.

Haben Sie eigentlich ein Gewissen, Jens Spahn?


* Name und Daten geändert
** Menschen mit einer generalisierten Angststörung leiden unter einem ständigen Gefühl von Besorgtheit und Anspannung in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme
*** Menschen mit einer Sozialen Phobie fürchten, von anderen als merkwürdig, peinlich oder gar lächerlich empfunden zu werden

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=lgJ6ozVOjqU

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