(openPR) "Als Trauerredner erzähle ich immer den Lebensweg eines Verstorbenen mit Inhalten von Dritten; meistens der erwachsenen Kinder, Partner oder Geschwister. Warum erzählt man seine Lebensgeschichte nicht selbst?" so Volker Dymel, Trauerredner und Gründer der Abschiedskamera.
Trauerfeiern sind im Wandel. Vor einigen Jahren konnte man sich Urnenbeisetzungen nicht vorstellen, heute ist laut Umfrage bei Statista.com der Wunsch einer Urnenbeisetzung weitaus höher als die einer Sargbestattung. Beerdigungen im Friedwald haben Einzug gefunden und stoßen auf große Resonanz. Viele Menschen sind Trauerfeiern überdrüssig. „Nirgends wird so viel gelogen wie auf einer Beerdigung“ so der Tenor in vieler Munde.
Der Tod ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln, über den man nicht spricht. Aber auch hier ändert sich einiges. Viele sorgen bereits zu Lebzeiten vor durch Vorsorgevollmacht, Testament, schreiben auf, welche Lieder auf der eigenen Beerdigung gespielt werden sollen. „Meine Mutter hat sogar die Einladungen zu Ihrer eigenen Trauerfeier selbst geschrieben sowie einen Teil der Ansprache, die ich halten sollte“ so der 51 jährige Volker Dymel.
Daraus entstand die Idee der Abschiedskamera – Das war mein Leben. Das Thema Sterben und Tod wird immer offener thematisiert. Die Welt ist im Rausch der medialen Möglichkeiten mit Smartphone und YouTube angekommen. Warum also nicht auch das eigene Leben in Bild und Ton festhalten und während der Abschiedsfeier das Leben selber zum Besten geben? Aber nicht nur auf das eigene Leben kann man zurück blicken. Es können auch Danksagungen oder Wünsche an die Hinterbliebenen zum Ausdruck gebracht werden.
„Was bleibt von mir für meine Enkel, wenn ich gehe?“ Eine Frage, die Birgit umtrieb, als sie die Diagnose Ihrer unheilbaren Krebskrankheit erhielt. Als sie von der Abschiedskamera erfuhr, entschied sie sich umgehend, ihr Leben hier Revue passieren zu lassen. Ihre Enkelkinder sollten eine „lebendige“ Erinnerung an sie behalten.
„Ich fuhr wenige Tage später mit meinem Equipment nach Osnabrück“ so der Ellerhooper Volker Dymel. Wir unterhielten uns und ich stellte gezielte Fragen im Interviewstil. Birgit erzählte lustig und locker drauf los. Alle sollten sie in guter Erinnerung behalten. Bei Mann, Kindern und Enkelkindern wurde das Gespräch dann doch sehr emotional bis die Tränen flossen. Es wurde besprochen, was gezeigt werden sollte und was nicht. Aus den 60 Minuten Aufzeichnung wurden 20 Minuten zusammen geschnitten, Fotos von Ehemann, Kindern und Enkelkindern wurden eingebaut und der Film wurde mit Musik unterlegt. 6 Monate später erlag Birgit ihrer schweren Krebskrankheit.
Eine Abschiedsfeier mit vielen Gästen in einer Trauerhalle eines Bestattungsinstituts begann. Die Begrüßung übernahm eine Verwandte von Birgit, sagte etwas zur Abschiedskamera und dann? Dann wurde die Abschiedskamera abgespielt. Eine gesunde, gut aussehende Birgit auf dem Bildschirm. Überraschung lag in der Luft. Was kommt denn jetzt? Schnell stellten sich die Gäste darauf ein, Birgit noch in „gutem“ Zustand im großen Fernseher zu sehen. Es folgten emotionale Momente des Lachens, da Birgit Dinge lustig erzählte. Ja, es wurde gelacht! Und es gab überraschende Augenblicke, da sie aus dem Nähkästchen plauderte und Dinge preisgab, die noch keiner wusste. Tränen flossen unter den Gästen als sie erzählte, wie sie ihren Mann kennen lernte und wie schön die Zeit mit den Kindern und Enkelkindern war.
„So eine schöne und persönliche Abschiedsfeier habe ich noch nie erlebt“ bemerkte ein Gast nach der Zeremonie. Und selbst die Eltern von Birgit waren gerührt von dieser schönen Art des Abschiednehmens.
Abschiedskamera – Das war mein Leben – eine weitere Art, Abschied zu nehmen von dieser Erde.







