(openPR) AK fordert höhere Einstiegsgehälter und mehr Bildungsangebote für die Jugend in Oberösterreich
Das erste Auto zu kaufen oder die erste Wohnung einzurichten, wird für Jugendliche in Oberösterreich immer schwieriger, weil die Einkommen der Unter-24-Jährigen zwischen 2001 und 2005 gesunken sind. Auch die relativ hohe Erwerbsbeteiligung oberösterreichischer Jugendlicher hat ihre Schattenseiten: Sie geht Hand in Hand mit einem niedrigen Bildungsgrad.
Die Hälfte der jungen Oberösterreicher/-innen bis 19 Jahre (ohne Lehrlinge) verdient weniger als 858 Euro brutto im Monat. Seit 2001 ist damit die Kaufkraft dieser Gruppe um 8,5 Prozent oder 74 Euro gesunken! Auch bei den Arbeitnehmern/-innen bis 24 Jahre, die 2005 im Median 1434 Euro im Monat verdienten, sind die Realeinkommen im gleichen Zeitraum gesunken (-0,6 Prozent seit 2001).
Die häufig propagierte Verflachung der Lebenseinkommenskurve ist
also in Oberösterreich nicht zu beobachten. „Im Gegenteil: Die Einstiegslöhne und -gehälter steigen nicht, sondern die Einkommenssituation der erwerbstätigen Jugendlichen verschlechtert sich zusehends“, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Damit die jungen Menschen Einkommen erzielen, von denen sie auch in Zukunft leben können, brauche es eine massive Bildungsoffensive, so Kalliauer. Denn: „Höhere Bildungsabschlüsse bedeuten nach wie vor bessere Verdienstchancen.“
Hier liegt die Schattenseite der im Bundesdurchschnitt relativ hohen Erwerbsbeteiligung oberösterreichischer Jugendlicher. Im „Lehrlingsland Nr. 1“ treten sie zwar naturgemäß früh ins Berufsleben ein, dafür ist die Beteiligung an höherer Bildung gering. Grund dafür ist laut Wirtschaftsforschungsinstitut der Mangel an Ausbildungsplätzen in mittleren und höheren Schulen.
Die AK ortet Handlungsbedarf beim Land. Bundesweit haben 58 Prozent der Bevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren nur einen Pflichtschul- oder maximal Lehrabschluss. In Oberösterreich sind es 66 Prozent. „Das ist kein Problem, solange es in der Sachgüterproduktion gut bezahlte Arbeitsplätze für Fachkräfte gibt. Doch die Wirtschaft wandelt sich, zunehmend sind höhere Qualifikationen gefragt“, sagt der AK-Präsident.
Daher fordert die AK höhere Einstiegsgehälter für junge Menschen, vor allem aber eine Bildungsoffensive. Das müsse in der Grundschule beginnen, so Kalliauer. „Besonders Augenmerk muss aber den ländlichen Regionen geschenkt werden. Dort haben es Jugendliche besonders schwer, weil sie keine schulischen Alternativen vorfinden. Deshalb brauchen wir mehr höhere Schulen am Land“, fordert der AK-Präsident. Die individuellen Folgen dieser verfehlten Bildungspolitik seien nämlich nicht nur schlechtere Verdienstmöglichkeiten für Jugendliche, sondern auch ein erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden (siehe Grafik).
Die Zahlen in der Grafik beziehen sich auf Österreich und den 1. September 2006.












