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Babys dürfen nicht geschüttelt werden/ Risiko Schütteltrauma

13.09.201817:13 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Babys dürfen nicht geschüttelt werden/ Risiko Schütteltrauma
Leitmotiv des Bündnis gegen Schütteltrauma
Leitmotiv des Bündnis gegen Schütteltrauma

(openPR) Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren und das Kinderschutz-Zentrum Köln informierten über das Risiko beim Schütteln von Babys

Sie haben sich auf Ihr Baby gefreut und jetzt ist vielleicht einiges anders als erwartet. Ihr Baby schreit häufig und mehr als sie gedacht haben. Das macht Stress. Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen.
In deutschen Kliniken werden jährlich etwa 100 - 200 Fälle von Schütteltrauma diagnostiziert. Die Folgen für die betroffenen Kinder sind alarmierend: 2/3 der Kinder erleiden lebenslange Beeinträchtigungen wie Seh- und Sprachstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Krampfanfälle und schwere körperliche und/oder geistige Behinderungen, bei 10 bis 30 % sind sie tödlich. Nur 10-20% verarbeiten ein Schütteltrauma ohne bleibende Schäden. Da nicht alle Fälle medizinisch behandelt werden, gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus.
Nach einer aktuellen Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen sind zwei Drittel nicht darüber informiert, das es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann, 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. „Deshalb ist es wichtig, dass Eltern, insbesondere von „Schreikindern“, gut informiert sind, sich mit anderen austauschen und wissen, wie sie sich rechtzeitig Unterstützung und Entlastung holen können,“ so Maria Große Perdekamp, Fachliche Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Köln.

Renate Geuecke, Fachreferentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren und Mitglied im Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, stellt heraus: „Mit der Beteiligung an der Kampagne wollen wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass betroffene Eltern besser darüber informiert werden, was sie in scheinbar aussichtslosen Situationen tun können und welche Unterstützungsangebote genutzt werden können.“

Als Hilfeangebote sind das beim Kinderschutzbund/ Kinderschutz-Zentrum Köln die Elterncafés in Kalk und Bayenthal, in Kalk die gesundheitsorientierte Familienberatung, die heilpädagogisch-therapeutischen „Spiel-Raum“ Gruppen und das Elterntelefon, die hier Hilfe suchenden Eltern weiter helfen können. Weitere Informationen www.kinderschutzbund-koeln.de oder Telefon 0221/ 5 77 77-0.

Problem schreiende Kinder
Als Auslöser für gewaltsames Schütteln gilt langanhaltendes Babyschreien. Das ständige Schreien des Kindes kann Eltern sehr belasten, insbesondere wenn alle Versuche das Baby zu beruhigen, scheitern. Eltern erleben sich ohnmächtig und verzweifelt, fühlen sich erschöpft und ausgelaugt, empfinden vielleicht auch Ärger und sehen sich selbst als schlechte Eltern. In dieser Überforderungssituation kann es dazu kommen, dass Eltern ihre Säuglinge im Affekt schütteln, ohne sich der Folgen bewusst zu sein.

Babys schreien, wenn es ihnen nicht gut geht. Es ist ihre Ausdrucksmöglichkeit dafür, dass sie müde oder hungrig sind, schwitzen oder frieren, eine neue Windel brauchen, Ruhe oder Nähe zu den Eltern suchen usw. Nicht immer gelingt es die Ursache zu finden. Dann bleibt nur das Trösten des Säuglings. Wichtig zu wissen ist, dass das Baby nicht schreit, um die Eltern zu ärgern. Und dass die Schreiphase nach dem dritten Monat in der Regel ausklingt.

Was Eltern tun können!
„Wenn Eltern merken, dass sie an ihre Grenzen kommen und die Kontrolle zu verlieren drohen, sollten sie ihr Baby an einen sicheren Ort legen, z.B. in sein Bettchen oder auf eie Decke auf den Boden und dann kurz den Raum verlassen“, rät Brigitte Hölzer-Kropp, Familien-Kinderkrankenschwester des Kinderschutz-Zentrums im Stadtbezirk Kalk. „Das gibt die Möglichkeit zum Durchatmen und Innehalten. Alle paar Minuten sollten die Eltern nach ihrem Kind schauen und sich ggf. Unterstützung in dieser Situation holen“.
Eltern sollten trotz der belastenden Situation versuchen, ruhig und entspannt zu bleiben, denn dies wirkt sich auch auf das Kind beruhigend aus. Damit dies gelingt, können Eltern sich in der Betreuung abwechseln, Großeltern oder Freunde um Unterstützung bitten und sich selber Ruhe- und Erholungspausen gönnen.
Manchmal reicht das nicht: Die Anspannung der Eltern überträgt sich auf das Baby und es reagiert entsprechend mit Unruhe und Schreien, was wiederum die Anspannung der Eltern erhöht und schließlich auch zu einer Störung der Eltern-Kind-Beziehung führen kann.

In dieser Situation ist es gut, wenn Eltern sich professionelle Hilfe holen, z.B., in Kinderschutz-Zentren; Familien- und Erziehungsberatungsstellen, in Kinderarztpraxen, in Einrichtungen der Frühen Hilfen oder in sogenannten Schreiambulanzen.

Bündnis gegen Schütteltrauma - Gemeinsam über die Gefahren des Schüttelns aufklären
Das Bündnis gegen Schütteltrauma wurde im Dezember 2017 durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen, Köln, im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) ins Leben gerufen.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren unterstützt dieses Bündnis als Kooperationspartner und will mit ihren bundesweit 29 Kinderschutz-Zentren dazu beitragen, die Öffentlichkeit und auch Fachkräfte über die Gefahren des Schüttelns und die Gründe für das Schreien eines Babys aufzuklären.

Weitere Informationen unter www.elternsein.info , www.frühehilfen.de und www.kinderschutz-zentren.org .

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