(openPR) Mega-Trend oder unerfüllter Anspruch?
Immer mehr Städte und Regionen schmücken sich mit dem Anspruch, im „Kulturtourismus“ aktiv zu sein, Kulturtourismus gilt als „Megatrend“ der nächsten Jahre. Aber, was ist dran, an diesem Trend? Sind die Hoffnungen gerechtfertigt, werden die Erwartungen erfüllt?
Kulturtourismus in Deutschland – bislang noch nicht erforscht
Der Kulturtourismus in Deutschland war bislang noch nicht auf dem Prüfstand. Erst mit Vorliegen der Studie „Kultur-Tourismus-Research 2006“ des Hamburger Beratungsunternehmens DR. STEINRÖX kann auf Fakten zurückgegriffen werden. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden über 100 Kultur- und Freizeiteinrichtungen mit insgesamt über 11 Millionen Besuchern, Reiseveranstalter und Reiseunternehmen nach ihren Erfahrungen befragt.
Wenig Flexibilität bei den Anbietern
Die Ergebnisse zeigen zwar die Richtigkeit kulturtouristischer Strategien, fallen aber teilweise auch ausgesprochen ernüchternd aus. „Gerade öffentliche Einrichtungen oder kommunale Fremdenverkehrsämter tun sich schwer mit der Vermarktung“, so Manfred Steinröx, Verfasser der Studie. Reiseveranstalter beklagen häufig die mangelnde Flexibilität von Kultureinrichtungen. Mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten, Führungen, die besser auf die Interessen der Besucher eingehen, stehen daher weit oben auf ihrer Wunschliste.
Fremdenverkehrsämter sind oft nur Prospekt-Verteilstellen
Zu selten noch schnüren kommunale und regionale Tourismusagenturen für ihre Gäste attraktive Angebots-Pakete. Müssen Eintritte, Essen und Übernachtung selbst organisiert werden, sinkt das Interesse von Gästen und Veranstaltern. Grund für das oft unzureichende Engagement ist, so Bettina Lange, Tourismus-Referentin des Beratungsunternehmens DR. STEINRÖX, eine mangelnde Verkaufs- und Kundenorientierung der öffentlichen Partner. „Statt aktivem Marketing wird oft nur Prospektwerbung betrieben – Urlauber erwarten konkret buchbare Angebote, statt Faltblätter. Sie wollen genießen, statt suchen“. Ungeachtet aller Programme und Förderungen konnten kleinere passive Städte und Regionen in Randlagen von den Potentialen bislang kaum profitieren – die oft beschworenen positiven Effekte für Gastronomie, Hotellerie und Arbeitsmarkt bleiben aus.
Aktive Kultureinrichtungen und Regionen profitieren
Vor allem aktive private Museen und Freizeiteinrichtungen profitieren hingegen massiv von Tagestouristen und Urlaubern. Bis zu 30% ihrer Besucher kommen aus diesem Segment, sie sind zudem ausgabefreudiger. Erfolgreiche Akteure erwarten, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Der Trend zu Kurzurlauben und die Altersentwicklung der Bevölkerung sind positive Rahmenbedingungen.
Aus Sicht der Urlauber
Der Rat der Berater: Kulturtourismus-Angebote sollten durch die Brille der Urlauber und Veranstalter betrachtet werden. Attraktiv ist, was den Erwartungen der Besucher entspricht. Satt Prospekte in den Regalen verstauben zu lassen, müssen aus den Kulturangeboten von Städten und Regionen attraktive Angebote entwickelt und mit Hilfe zeitgemäßer Marketing-Instrumentarien aktiv verkauft werden.





