(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Äquinoktien - oder einfacher ausgedrückt Tag- und Nachtgleiche - das zeichnet den morgigen Samstag aus. Es ist das Pendant zum 21. März, wenn die Sonne ebenfalls über dem Äquator senkrecht, also im Zenit steht.
Die tägliche Abnahme der Tageslänge erreicht ihr Maximum, die tägliche Strahlungsbilanz rutscht ins Negative ab. Die Folge für die kommenden Wochen ist vermehrte Nebelbildung in den Nächten und am frühen Morgen, große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die zunehmende Ausbildung von Inversions- und Hochnebellagen.
Die immer kürzere Sonnenscheindauer und der immer flachere Einstrahlungswinkel, also eine geringer werdende Strahlungsintensität lassen der Natur keinen anderen Ausweg. Die in Wärme umgewandelte Strahlungsenergie der Sonne reicht nicht mehr aus, tagsüber die Luftmassen zu vermischen. Die an der Westseite von Hochdruckgebieten absinkende Warmluft ist leicht und vermag die in den länger werdenden Nächten sich in Bodennähe ausbildende Kaltluft nicht mehr zu verdrängen. Die Folge ist eine "ruhige", austauscharme Wetterlage - früher bei uns im Zuge ungebremster Schwefeldioxid-Emissionen der Kraftwerke die typischen Smoglagen.
Die Natur präsentiert sich die nächsten Wochen in den prächtigsten Farben - eine adäquate Entschädigung für manch zu erwartenden tristen Nebeltag - besonders im November, der Melancholie und Depressionen fördert.
Der Herbst ist wie das Frühjahr eine Übergangsjahreszeit. Hier stellt sich die Atmosphäre der Nordhalbkugel von sommerlichen auf winterliche Verhältnisse. Dies geht oft nicht ohne Stürme ab, denn die Temperatur- und damit auch Luftdruckgegensätze über Europa werden immer größer.
Aktuell steht dem Spätsommer bei uns der Winter über Spitzbergen gegenüber, denn in den hohen nördlichen Breiten werden bereits die Weichen auf Winter gestellt.
Bei uns wird hingegen der Altweibersommer eingeläutet. Doch ausgerechnet zum kalendarischen Herbstanfang schwächelt Hoch Klaus ein wenig. So müssen wir im äußersten Westen Deutschlands am Samstag mit teils dichten Wolkenfeldern und örtlich etwas Regen rechnen. Nach einem leicht bewölkten Sonntag mit teils längeren Aufheiterungen toben sich ab dem Abend im äußersten Westen örtliche Gewitter aus, die dort auch am Montag nochmals entstehen können.
Dabei entwickelt sich an der Nahtstelle zwischen kaum noch ostwärts vorankommenden Störungen über Frankreich und hohem Druck über dem Baltikum bei uns eine Grenzlage, die für Unsicherheit bei der Wetterentwicklung im Westen steht. Zudem weiß Tief ex-Gordon nicht so recht, wo es hin soll. Stattdessen"eiert" es plan- und ziellos herum. Es könnte unerwartet in unser Land driften und für verstärkte Gewitterschauer sorgen.
Der größere Teil unseres Landes, nämlich die Nordosthälfte und mit Abstrichen auch die Mitte profitieren jedoch nach wie vor von Sonnenhoch Klaus.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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