(openPR) Rund sechs Monate nach der Flutkatastrophe an Elbe und Donau zog Bundesminister Dr. Manfred Stolpe eine Zwischenbilanz zum Katastropheneinsatz und zu den Aufbauhilfen. Anlässlich der Verleihung des Fluthelferordens in Dresden bedankte er sich bei über 3.000 Helferinnen und Helfern im Namen der Bundesregierung für ihren vorbildlichen Einsatz.
Die Flutkatastrophe vom August 2002 habe in ganz Deutschland eine nicht gekannte Hilfsbereitschaft ausgelöst, so Stolpe. 40.000 Feuerwehrleute waren aus allen Teilen Deutschlands in die Katastrophengebiete geeilt, mehrere tausend Angehörige des DLRG zur Wasserrettung waren im Einsatz. Die sozialen Wohlfahrtsorganisationen hatten mit tausenden Kräften die Bevölkerung mit dem Notwendigsten versorgt und Krankenhäuser sowie Altenheime evakuiert. Auf den Deichen und beim Aufräumen hatten 46.600 Angehörige der Bundeswehr geholfen, die meisten davon Freiwillige. 25.000 Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks waren rund um die Uhr im Einsatz. Mit 25 Hubschraubern hatte der Bundesgrenzschutz über 2.000 Menschen gerettet. Die Bereitschaftspolizei der Länder hatte in der Spitze 5.500 Einsatzkräfte entsandt.
Ungezählt seien die freiwilligen Helfer gewesen, die sich in großer Zahl spontan oder im Rahmen von Vereinen und Städtepartnerschaften in die betroffenen Gebiete aufgemacht hätten, um sich vor Ort in die Reihe der Helfer einzugliedern. Das sei vorbildliche bürgerschaftliche Solidarität und Selbsthilfe gewesen, die Anerkennung verdiene, betonte der Minister.
Inzwischen liege zur Flutkatastrophe eine gefestigte Schadensbilanz in Höhe von 9,2 Milliarden Euro vor. Davon entfiele auf Sachsen ein Schaden von 6 Milliarden Euro. Dem stünden für den Wiederaufbau und den Schadensausgleich 7,1 Milliarden Euro aus dem Bund-Länder Fonds Aufbauhilfe gegenüber, der aus der Verschiebung der Steuerreform auf das Jahr 2004 finanziert werde. Hinzu kämen 444 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds und bereits geleistete Soforthilfen des Bundes und der Länder sowie die Mittel für den unmittelbaren Katastropheneinsatz. Da ein Teil der Schäden durch Versicherungen abgedeckt sei, könnten die Schäden insgesamt ausgeglichen werden, erklärte Stolpe. Im Einzelfall auftretende Lücken könnten bei Bedürftigkeit der Betroffenen durch Spenden geschlossen werden. Allein bei den drei sozialen Wohlfahrtsverbänden DRK, Diakonie und Caritas seien rund 250 Millionen Euro an Spenden eingegangen.
Minister Stolpe zeigte sich erfreut, dass inzwischen auch erste Folgerungen für einen verbesserten Katastrophenschutz und einen effizienten vorbeugenden Hochwasserschutz gezogen seien. Die Zeit sei nun reif, aus den Erfahrungen der Flutkatastrophe an Elbe und Donau Konsequenzen für vergleichbare Großlagen zu ziehen und zwischen den anliegenden Staaten und Ländern der Fluss-Systeme zu konkreten Vereinbarungen zu gelangen. Fluss-Systeme schafften Schicksalsgemeinschaften zwischen Ober- und Unterliegern. Das gehe weit über den Ausbau der Flüsse für die Schifffahrt hinaus. Zu reden sei über die Rückverlegung von Deichen und die Wiedergewinnung von Retentionsflächen und Auen sowie über die Siedlungstätigkeit in den Flussniederungen. Der Bund unterstütze daher mit Nachdruck die Bemühungen Sachsens, die beim Hochwasser völlig überflutete und von der Außenwelt abgeschnittene Siedlung Röderau-Süd auf freiwilliger Grundlage abzusiedeln und zum Retentionsraum der Elbe zurückzuentwickeln.

