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Presseagentur Definition

Presseagentur (© A_Bruno / Fotolia.com)
Presseagentur (© A_Bruno / Fotolia.com)

Eine Presseagentur, mitunter auch Nachrichtenagentur genannt, ist ein Distributor von Nachrichten. Sie besitzt ein teilweise weltweites Korrespondentennetz und liefert Nachrichten und Berichte gegen Honorierung an Medienunternehmen wie Funk- und Fernsehsender, Zeitungen und Onlineportale. Große Presseagenturen operieren weltweit, andere haben sich auf bestimmte Sparten spezialisiert – Politik, Kultur oder Sport. Auch Bildagenturen zählen teilweise zu den Presseagenturen. Die Agenturen sind ein entscheidender Faktor im Nachrichtenstrom und bieten Medienunternehmen die Möglichkeit ohne eigenes Korrespondentennetz schnell an aktuelle und relevante Informationen zu gelangen. Die über eine Presseagentur verbreiteten Meldungen stehen in dem Ruf, verlässlich und seriös zu sein. Ein Rankingsystem hilft, die Relevanz und die Dringlichkeit der Nachrichtenmeldungen einzuordnen.

Presseagentur

Eine Presseagentur sammelt Nachrichten über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen. Die Unternehmen verkaufen diese Informationen, die bereits aktuell aufgearbeitet sind, an alle Klienten, die meist ein bestimmtes Spartenpaket gebucht haben. Die Dienstleistung Nachrichtenvermittlung erfolgt in Text-, Ton- oder Bildform. Global existieren etwa 180 Presse- und Nachrichtenagenturen, die ihre Dienste lokal oder international anbieten. Kunden und Abnehmer sind zumeist Verlagshäuser großer Periodika und öffentlich rechtliche wie private Rundfunk- und Fernsehsender.

 

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Begriffserklärung

Eine Pressestelle oder eine PR-Agentur arbeiten im Auftrag eines einzelnen Unternehmens, einer Verwaltung, einer Organisation oder eines Einzelnen: Sie organisieren den öffentlichen Auftritt ihres Auftraggebers und versuchen, auf dessen Bild in der Öffentlichkeit positiv Einfluss zu nehmen. Dabei arbeiten sie zielgerichtet im Sinne des Kunden, die verbreiteten Informationen bilden daher unter Umständen nur einen Teil der für die Öffentlichkeit relevanten Fakten und Zusammenhänge ab.

Presse- und Nachrichtenagenturen

Nachrichtendienste sind ebenfalls Sammler von Informationen. Doch im Gegensatz zu Presseagenturen werden hier die ermittelten Daten nicht im journalistischen Bereich aufgearbeitet, sondern lediglich einem begrenzten Kreis von Personen zugänglich gemacht: Bei Nachrichtendiensten handelt es sich um Geheimdienste, die meist als Behörde organisiert sind und die ihre Meldungen nicht öffentlich machen. Ihr Ziel ist es, Erkenntnisse über eine spezielle politische Lage zu ermöglichen, indem sie mit nachrichtendienstlichen Mitteln Daten gewinnen und auswerten.

Der historische Hintergrund

Ein früher Nachrichtenübermittler erlangte dauerhaften Ruhm: Er überbrachte einst als der „Marathon“-Läufer wichtige Informationen. Schon früh erwies es sich als Vorteil, nicht nur zu wissen, was sich in der eigenen Umgebung abspielte, sondern auch in den benachbarten Bereichen: Für den Handel, die Versorgungslage oder gar das Überleben in Krisenzeiten. Die Nachrichtenverbreitung folgte dabei den Handelswegen, wobei Boten und Reisende die Übermittlung übernahmen, als Folge der zunehmenden Verbreitung von Schrift kamen auch Brieftauben zum Einsatz. Ihnen folgten regelmäßige Postdienste, die die gesellschaftlichen Veränderungen, politischen Ereignisse oder wissenschaftlichen Entdeckungen überregional verbreiteten.

Der Ausweitung des Handels folgte eine Ausweitung und Systematisierung der Nachrichtenübermittlung: Die Fuggers im Augsburg des 16. Jahrhunderts nutzen Briefe, die sie ihren Transporten von Handelsgütern beigaben. Jeremias Crasser und Jeremias Schiffle waren die Pioniere, die aus dem Sammeln von Nachrichten eine Geschäftsidee machten: 1571 begründeten sie ein Zeitungskorrespondenzbüro – den Vorläufer einer modernen Presseagentur. Die Erfindung der Telegrafie beschleunigte die Reise der Meldungen erheblich: Nicht länger auf realen Strecken als Schriftkörper unterwegs, wurden Nachrichten als elektrische Impulse schneller als je zuvor verbreitet – über Kontinente und Meere hinweg in wenigen Momenten.

Weitere wichtige Wegbereiter des modernen Nachrichtenwesens sind Isaac Belinfante, Charles Louis Havas und Paul Julius Reuter, die 1833 in den Niederlanden, 1835 in Frankreich und 1849 in Deutschland erfolgreich Nachrichtenagenturen gründeten. Ein weltweites Korrespondentennetz und der selbst gestellte Anspruch, seriös und aktuell zu arbeiten, brachten Ansehen und expandierende Geschäfte. Ein Pendant auf dem amerikanischen Kontinent schufen Verleger in New York mit einer gemeinsamen Presseagentur, die bis heute zu den führenden Unternehmen im Nachrichtenbereich gehört: Associated Press.

Deutschland weist eine besonders hohe Dichte an Presseagenturen auf. Geschuldet ist dies der besonderen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Besatzungszonen entstanden unter der Führung der jeweiligen Besatzungsmächte eigene Nachrichtendienste: Die Briten gründeten den Deutschen Pressedienst (dpd), Frankreich die Südena und im amerikanisch verwalteten Sektor entstand die Dena. Die beiden Letztgenannten fusionierten schließlich zur größten deutschen Presseagentur, der Deutschen Presse Agentur (dpa). Sie hat ihren Sitz in Hamburg, beschäftigt etwa 680 Mitarbeiter und ist in über 100 Ländern der Welt vertreten. In der sowjetisch besetzten Zone entstand der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN). Die staatsnah arbeitende Agentur besteht seit der Auflösung der DDR nicht mehr.

Wie Nachrichten gemanagt werden

In einer Presseagentur werden Nachrichten gesammelt und sogleich einer Beurteilung unterworfen: Welche Relevanz besitzt die einzelne Meldung und ist sie nachprüfbar verlässlich. Die Presseagentur kommt an dieser Stelle als „Gatekeeper“ ein entscheidendes Moment zu: Sie trägt die Verantwortung für die Korrektheit der einzelnen Nachricht und sie entscheidet, welche der vielen eingehenden Meldungen wichtig genug ist, zu Veröffentlichung angeboten zu werden. Das Ziel ist, Nachrichten objektiv und ohne politische Richtung anzubieten. Einige Meldungen erfordern eigene Recherchen zur Richtigkeit, doch trotz großer Sorgfalt kann es zu Falschmeldungen kommen – ein bekanntes Beispiel ist die über dpa verbreitete Meldung vom Tod Nikita Chruschtschows am 13. April 1964. In der Regel wird eine solche Falschmeldung so bald als möglich korrigiert.

Innerhalb der Presseagentur werden die gesammelten Informationen in einzelnen Ressorts bearbeitet wie beispielsweise Politik, Wirtschaft, Sport oder Wissenschaft. Wird die Nachricht verbreitet, trägt sie ein entsprechendes Kürzel für das Ressort und weitere, die  Zeitpunkt und Länge der Publikation, sowie die Wichtigkeit der Meldung festhalten.

Die Form einer Meldung ist vorgegeben:

  • Zu Beginn steht der „Lead“ genannte erste Abschnitt. Er enthält alles Relevante in Kürze und umfasst maximal 30 Wörter.
  • Danach folgt ein Textkörper mit Details: Bei einer Nachricht mit bis zu 700 Zeichen, bei einer Reportage beträgt die maximale Textlänge 5000 Zeichen.

Abonnierbar sind die Nachrichten als Gesamtes oder unterteilt in „Dienste“: Hier wählen Medienunternehmen die für sie interessanten Sparten aus; die bezogenen Meldungen differieren in den Preisen je nach Reichweite und Menge.

Aktuell informiert – eine Presseagentur-Rangliste für die Relevanz von Nachrichten

Nachrichten werden innerhalb einer Presseagentur nicht nur auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft, sie werden auch nach Relevanz in unterschiedlichen Dringlichkeitsstufen kategorisiert:

  • Die höchste Priorität besitzen Blitzmeldungen. Außerordentliche Ereignisse wie Kriegsentwicklungen, Todesfälle bekannter Personen oder auch bedrohlichen Störfällen anderer Art werden als Blitzmeldung annonciert.
  • Die nachfolgende Dringlichkeitsstufe bilden die Eilmeldungen. In ihnen finden vor allem wichtige politische Entwicklungen und Naturkatastrophen ihren Niederschlag. Auch Falschmeldungen werden in einer Eilmeldung korrigiert.
  • Die dritte Kategorie bilden die Schnellmeldungen. Als Schnellmeldung werden alle Nachrichten und Beichte veröffentlicht, die als von normalem allgemeinen Interesse angesehen werden.
OpenPR-Tipp: Die Einteilung in Dringlichkeitsstufen stammt aus der Zeit, als Nachrichten noch per Fernschreiber übermittelt wurden. Sie garantierten den beiden ersten Dringlichkeitsstufen, dass sie sofort übermittelt wurden – ohne Einhaltung einer Reihenfolge nach Eingang. Mit der digitalen Vermittlung tritt diese Einteilung zunehmend in den Hintergrund.

Fazit

Als Vorzug der Arbeit einer Presseagentur können angesehen werden:

  • Aktueller Zugang zu wichtigen Ereignissen aus Politik, Kultur, Sport oder Wirtschaft.
  • Sorgfältige Prüfung der Inhalte und Quellen bei allen Nachrichten und Berichten.
  • Objektive und vollständige Aufbereitung der Faktenlage.
  • Medienunternehmen können ohne eigenes Korrespondentennetz auf Informationen aus aller Welt zugreifen.

Als Nachteil oder Schwachstelle ist zu nennen:

  • Nicht immer ist die Einschätzung von Relevanz und Dringlichkeit gegeben: Mitunter gehen wichtige Meldungen aufgrund der falschen Kategorisierung im allgemein hohen Aufkommen von Meldungen unter.
  • Nicht alle gesellschaftlich relevanten Themen oder Bereiche sind mit ausreichendem Personal ausgestattet: Wissenschaftliche Themen oder Meldungen aus Entwicklungsgebieten sind in den großen Agenturen eher unterrepräsentiert.
  • Falschmeldungen erreichen sofort einen hohen Wirkungsgrad.

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