Bereits 1999 bewiesen TOMORROW’S EVE mit ihrem Debüt „The Unexpected World“, dass ihr Mix aus melodiösem wie brachialen Progressive Metal zukunftsweisend ist. Auf dem gedanklichen Vorgänger „Mirror Of Creation II – Genesis 2“ schließlich, ist zum ersten Mal die Stimme Martin LeMars zu vernehmen, die den Sound der Truppe bis heute prägen soll. Parallelen zu Szenegrößen wie Iron Maiden oder Savatage sind mehr als deutlich auszumachen, zeigt LeMar doch über die gesamte Länge des kommenden Albums seine außerordentliche Stimmvielfalt. TOMORROW’S EVE sind jedoch mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Musikalisch fusioniert eine treibende Rhythmusfraktion, feinfühlige Pianopassagen, akustische Gitarren und weitläufige musikalische Landschaften mit dem lyrischen Gedankengerüst der Werke Edgar Allen Poes. Mit „Mirror Of Creation III – Project Ikaros“ gelingt es der Band abermals ihre Reputation zu verstärken und das merkt man den insgesamt elf Songs in allen Belangen an. Der Opener „Welcome To The Show“ beschreibt, wie sich der Saal verdunkelt und die Show ihren Lauf nimmt. Hierbei zeigt sich kompromisslos, in welche musikalischen Gefilde sich TOMORROW’S EVE vorwagen werden. „Morpheus“ malt das Unheil der Schlaflosigkeit und die Figuren verfolgende Alpträume aus, während „Bread And Circuses“ die Thematik auf Vergangenes lenkt und die Frage aufwirft, ob die Menschheit jemals aus den Fehlern ihrer Vergangenheit lernen wird. Dieses Szenario haben sie mit Unterstützung von Andy Pilkington (Very Metal Art) im grandiosen Lyric-Video, auf höchstem Niveau mit Hilfe seiner stakkatoartigen Bildsprache umgesetzt, die einem schier den Atem raubt. „Imago“ verdeutlicht schließlich, dass Angst der Schlüssel zum Wahnsinn sein kann, Privatheit und Individualität sind dabei nur einige der sterbenden Werte. Ähnlich operiert „The System“, ein Song, der gedanklich aufwirft, ob es für die Menschheit nicht sogar angemessener sei, sich letztendlich selbst auszulöschen, um der Menschlichkeit selbst willen. Der konzeptionelle Track „Dream Within A Dream“ beschreibt den Kampf gegen eben dieses maschinelle System. Das im Song gefundene Gedicht jedoch sorgt dafür, dass im Abgang „Somnium Ex Machina“ der endlose Zyklus des Systems durchbrochen werden kann. Das großartige Artwork von Andy Pilkington, der bereits für Künstler wie Threshold, Flotsam & Jetsam oder Orden Ogan gearbeitet hat, untermalt diese dichte Atmosphäre auf eine visuell herausstechende Art und Weise und trägt wesentlich zur Gesamtwirkung des Konzeptes bei, wie es auch die noch weiteren geplanten Videos zeigen werden.
TOMORROW’S EVE sind mit voller Wucht zurück im aktuellen Tagesgeschehen. Nach ausgiebigen Europa-Touren mit Bands wie Circle II Circle, Nightingale, Jon Oliva‘s Pain oder Ryo Okumoto ist das Quintett hungrig darauf, den Vorhang erneut zu lüften und alte wie neue Fans zur Show und ihrem brandneuen Konzeptalbum „Mirror Of Creation III – Project Ikaros“ begrüßen zu dürfen.