Das sozialkulturelle Projekt „Roll and Walk“ wurde 2007 von Benedikt Lika gegründet und feierte sein Debüt mit einem Mozartprogramm im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg. Zwei Motive sind seitdem prägend für die jährlich stattfindende Konzertreihe:
Zum einen soll „Roll and Walk“ das kulturell-musikalische Leben in Bayern und Augsburg mit exzellenten Konzerten bereichern. Hierzu stellt Benedikt Lika junge, äußerst talentierte Musiker, die sich an deutschen Musikhochschulen auf eine professionelle Musikerlaufbahn vorbereiten und teilweise schon solistisch auf sich aufmerksam gemacht haben, zu einem frischen und dynamischen Klangkörper zusammen.
Zum anderen möchten wir mit dem Projekt insbesondere behinderten Mitmenschen die Welt der Musik öffnen und dadurch ihrer sozialen Isolation entgegenwirken. Die soziale Ausgrenzung behinderter Menschen ist zwar ein nicht häufig öffentlich diskutiertes, aber reales Problem in unserer Gesellschaft. Den kulturellen Erfahrungsraum für Menschen mit Behinderung zu öffnen, ihnen trotz ihres körperlichen Leidens die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen und dadurch letztlich den Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu fördern und die Gesellschaft selbst für seine behinderten Mitbürger und deren soziale Probleme zu sensibilisieren, liegt uns dabei besonders am Herzen, da Benedikt Lika selbst seit seiner Geburt an der Stoffwechselstörung Mukopolysaccharidose (MPS) erkrankt ist und aus diesem Grund auf den Rollstuhl angewiesen ist. Die Musik ist hierfür ein einzigartiges und besonders geeignetes Medium, da sie Grenzen aufheben kann, sowie die Menschen zu verbinden und zu integrieren vermag. Konkret arbeiten wir dazu eng mit verschiedenen Behinderteneinrichtungen zusammen, organisieren die Konzerte an barrierefreien Orten und ermöglichen behinderten Menschen kostenlosen Eintritt. Da es oftmals gerade für behinderte Menschen aufgrund Ihrer eingeschränkten Mobilität schwierig ist, Konzerte selbst zu besuchen, veranstaltet Roll and Walk auch Konzerte direkt in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Darüber hinaus organisierten wir im vergangenen Jahr auch spezielle Transporte zu dem Abschlusskonzert. Durch einen Lyrikwettbewerb für Menschen mit Handikap versuchten wir zudem auch die Gesellschaft für die Lebenswirklichkeiten von behinderten Mitmenschen sensibilisieren.