Dipl.- Psych. Lutz Mehlhorn:
Ich habe selber im Alter von 15 Jahren mit dem Rauchen angefangen, mit 21 Jahren aufgehört, dann mit 23 Jahren wieder angefangen. Die Mengen steigerten sich im Laufe der Jahre auf zuletzt 35 Zigaretten.
Ich habe dann im September 1996 nach intensiver Beschäftigung mit dem Gedankengut von Allen Carr meine letzte Zigarette geraucht. Allerdings muss ich zugeben, dass sein Buch „Endlich Nichtraucher" vorher neun Monate in meinem Bücherschrank lag und mich „anlächelte". Ich war jedoch noch zu sehr in der Raucher-Gehirnwäsche" verhaftet, um es vorher zu lesen.
Für mich war das Hauptmotiv aufzuhören die mein Selbstbild schmerzende Erkenntnis, dass ich die „Kontrolle" über das Rauchen absolut verloren hatte. Ich rauchte schon vor dem Frühstück eine Zigarette (früher war das ein absolutes Tabu), und die letzte Zigarette am Tag rückte dem Schlafenszeitpunkt immer näher.
Ich erkannte schmerzlich, dass ich eine Marionette des Nikotin- und Tabakkonsums geworden war, das war eine derartige Beleidigung und Kränkung meines freiheitlichen Selbstbildes, Selbstbestimmungsbedürfnisses und Freiheitsdranges, dass ich dann wild, wirklich wild entschlossen war, das „Nikotinmonster" aus meinem Leben zu werfen.
Ich las im Urlaub endlich das Allen Carr Buch zu Ende, hörte dann auch auf, und war eher verwundert, wie leicht es ging. Mein Energielevel stieg sofort an, ich bekam sofort große Lust mich zu bewegen, und ich genoss die plötzliche Ruhe und Harmonie in mir. Es war unglaublich diese innere Ruhe plötzlich. Das war so schön und befreiend :-). Ich war in einer absoluten Hochstimmung, ja fast schon euphorisch. Ich fühlte mich so befreit, so powervoll, so glücklich, diesen Schritt endlich gemacht zu haben.
Ich dachte die nächsten Tage noch oft an eine Zigarette, aber nicht in dem Sinne, eine rauchen zu wollen. Es hat sich eher angefühlt wie alte Erinnerungen, die sich meldeten: Hoppla, bis vor kurzem gehörte doch jetzt zu dieser Situation, zu dieser Stimmung eine Zigarette. Die Gedanken an eine Zigarette wurden von Tag zu Tag seltener, mein Gehirn fing jetzt an, alle Alltagssituationen ohne Zigarette abzuspeichern.
Ich war dann nach meinem Urlaub weiter hoch motiviert, das Rauchen endgültig aus meinem Leben zu verbannen. Ich fuhr als Nichtraucher nach Hamburg, um an einem Allen- Carr- Tages-Seminar teilzunehmen. Ich fand das auch gut, meine innere Motivation noch intensiver zu stärken, obwohl das aus heutiger Sicht wahrscheinlich gar nicht mehr notwendig war. Um ganz sicher zu gehen, habe ich dann noch drei Akupunktursitzungen als Nichtraucher gemacht, um mein eventuelles Suchtverlangen gar nicht erst zum Zuge kommen zu lassen.
Ich kann wirklich sagen, dass diese Entscheidung meine wichtigste und im positiven Sinne weitreichendste in den letzten elf Jahren war. Ich habe auch seitdem nie mehr ernsthaft daran gedacht, wieder mir dem Rauchen anzufangen. Klar, Gedankenspiele gab es immer mal: Wie wäre das jetzt, eine zu rauchen, aber ohne wirkliches Verlangen oder ernste Absicht.
Es berührt mich immer wieder, Menschen darin unterstützen zu können, die inneren Verbindungen zu ihrer Sucht zu lösen und damit wieder die Freiheit zu gewinnen, ihre Liebe und Energie neu zu verteilen. Für viele beginnt ein neues Leben…
Mein beruflicher Hintergrund:
Diplom Psychologe, Ausbildungen in Gestalttherapie, NLP, EFT(Emotional Freedom Technik), EFT-CC (Basic EFT Certificate of Completion), EFT-ADV (Advanced EFT Certificate of Completion) nach Dr. Patricia Carrington, MET-Trainer, zertifizierter Nichtrauchertrainer (IFT).
Seit 1992 intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht, Abhängigkeit, Suchtmittelmissbrauch. Als psychologischer Gutachter und Sachverständiger Durchführung von MPUs (Medizinisch-Psychologische- Untersuchungen) von alkoholauffälligen KraftfahrernInnen für die Dekra Automobil AG. Seit 2000 Entwicklung und Durchführung von Konzepten für spezielle Kurzzeitinterventionen zum Training von kontrolliertem Alkoholkonsum oder für ein alkoholfreies Leben für die Dekra-Akademie in Berlin. Ausbildung und Weiterbildung von zahlreichen Fach-Psychologen und -Psychologinnen in diesen Konzepten.