Seine kulturell-politische Funktion sieht der Passagen Verlag darin, für die Vielfalt des Denkens und für Toleranz einzutreten. Gesellschaften, gesellschaftliche Gruppen oder Individuen, die nur auf sich bezogen sind und die Wahrnehmungsfähigkeit für den Anderen verlieren, werden früher oder später unflexibel und intolerant und verlieren ihre Anpassungsfähigkeit. Faschismus, Kommunismus und Nationalismus, religiöser Fanatismus und jede andere Form der selbstgerechten Überhebung eines Landes, einer Gesellschaft, einer gesellschaftlichen Gruppe oder einer Religion bestätigen diese These.
Von Anfang an verfolgte der Verlag das Konzept, seine philosophischen und seine kulturell-politischen Ziele durch ein breit angelegtes Programm zu realisieren. Die Übersetzung der zeitgenössischen französischen Philosophen war Ausgangspunkt und ist bis heute ein besonders wichtiger Teil unserer Arbeit. Mittlerweile arbeiten wir für die Verlagsziele mit einem weitverzweigten Spektrum von Themen und Kulturformen, von Denk- und Schreibweisen. Der Verlag bemüht sich, mit seiner Arbeit ein Denken zu fördern und zu verbreiten, das für eine größtmögliche Flexibilität und Toleranz eintritt.