„Moritz Hendel & Söhne GmbH“ Traditions-Unternehmen mit ereignisreicher Geschichte
Eduard Moritz Hendel wird am 15. Oktober 1840 in Oelsnitz/Vogtl. in eine Familie von Webermeistern geboren. Früh zieht Moritz Hendel aus, um sich in seinem erlernten Handwerk fortzubilden. Er kehrt 23-jährig in seine Heimatstadt zurück und beschließt, sein Können und seine Erfahrung zu nutzen, um selbst genähte Korsetts zu produzieren. Seine ersten Näherinnen, die in Heimarbeit für ihn tätig sind, lernt er selbst an.
Am 20. April 1865 schließlich kommt es zur Eintragung der Firma in das Handelsregister – die Korsettindustrie im vogtländischen Oelsnitz wird begründet. Und es ist viel mehr als das: das Datum markiert gleichzeitig die Geburt der sächsischen Korsettindustrie.
Der 01. Juli 1901 markiert den Beginn einer neuen Ära: Die im In- wie Ausland geschulten Söhne des Gründers werden als neue Teilhaber im Firmennamen bedacht. Zudem steht der große, moderne Fabrikneubau mit seinen hellen Sälen in der Schillerstraße für den Umzug der sich nunmehr „Moritz Hendel & Söhne“ nennenden Firma bereit. 1916 zieht sich der Firmengründer allmählich aus dem Tagesgeschäft zurück und fungiert von nun an mit seiner über 50-jährigen Erfahrung in der Korsettindustrie als Berater. Am 08. Mai 1925 stirbt Moritz Hendel im Alter von 85 Jahren. Die Söhne führen die Geschäfte im Sinne ihres Vaters fort, achten dabei auf Einbeziehung moderner Technik, verbesserte Arbeitsbedingungen und die soziale Betreuung der Angestellten. Sie etablieren die Marke „Mohesa“, die schnell als Qualitätsgarant für sich der stets wechselnden Mode anpassenden Miederteile steht. Damit können sogar die schwersten Krisenjahre wie die Zeit der Weltkriege, die schweren Folgejahre und die späteren politischen Ereignisse überwunden werden.
Die Treuhandaufsicht endet 1995. Im darauffolgenden Jahr tritt Diplom-Kaufmann Siegfried Freudlsperger in die Firma ein. Im Jahr 2006, zum 01. Januar, übergibt Alfred Moritz Niederer, Urenkel des Gründers Moritz Hendel, das Unternehmen an den langjährigen Geschäftsführer. Heute sind Atelier, Materialeinkauf, Zuschnitt, Vertrieb und Versand des Traditionsunternehmens weiterhin im Stammsitz in Oelsnitz/Vogtland angesiedelt, die Endfertigung erfolgt in der tschechischen Tochterfirma. Bei einer jährlichen Produktion von ca. 500.000 Teilen beschäftigt das Traditions-Unternehmen aktuell insgesamt 100 Mitarbeiter an den beiden Standorten Oelsnitz und Plana. Den Schwerpunkt des Verkaufserfolges der Marken DACAPO und FORMAT bilden die großen Größen, die gesamte Bandbreite des Angebots reicht von 70AA bis 120I. Beliefert werden Dessous-Fachhändler, Kaufhausketten sowie große Versandhäuser in Deutschland, Belgien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Zudem betreibt der Dessous-Hersteller Fabrikshops in Oelsnitz und Staßfurt und den online shop www.mydacapo.de.