Die Märchen-Stiftung Walter Kahn wurde 1985 zur Pflege und Erforschung des europäischen Märchen- und Sagengutes vom Braunschweiger Reisebürokaufmann Walter Kahn ins Leben gerufen und als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts von der Regierung von Oberbayern bestätigt worden. Die Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.
Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden und Schatzmeister Roland Kahn (Karlsruhe) sowie den stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Kurt Franz (Regensburg) und Dr. Claudia Maria Pecher (Frankfurt am Main). Das Kuratorium setzt sich zusammen aus dem Vorsitzenden Jürgen Janning (Senden) sowie den Mitgliedern Prof. Dr. Helmut Fischer (Hennef), Ulrich Freund (Bad Orb), Prof. Dr. Siegfried A. Neumann (Rostock), Christine Shojaei Kawan (Göttingen), Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho (Freiburg) und Helga Zitzlsperger (Bermatingen).
Seit April 2002 befindet sich die Geschäftsstelle der Stiftung im fränkischen Volkach; 2006 hat sie ihre Räume ins historische Schelfenhaus verlegt und seit August 2011 ist in Frankfurt am Main eine Koordinierungsstelle eingerichtet.
Die Märchen-Stiftung Walter Kahn verleiht jährlich den mit 5.000 € ausgestatteten „Europäischen Märchenpreises“ an Personen, die sich in herausragender Weise um die Pflege des europäischen Märchen- und Sagengutes verdient gemacht haben. Zudem vergibt sie den mit 2.500 € dotierten „Lutz-Röhrich-Preis“ an einen Nachwuchswissenschaftler, der eine studienabschließende Arbeit auf den Gebieten der Erzählforschung und Märchenkunde vorgelegt hat.
Seit Herbst 2006 veranstaltet sie um die alljährliche Preisverleihung eine Tagung, die sich der Vermittlung von Märchen und Märchenforschung an Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Märchenfreundinnen und Märchenfreunde widmet.
Die Ergebnisse werden in der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege, dem Märchenspiegel, veröffentlicht. Weiterhin unterstützt die Stiftung Ringvorlesungen, Lehraufträge, Seminare und Erzählveranstaltungen in öffentlichen Einrichtungen. Die Beiträge der Ringvorlesungen werden in der hauseigenen gleichnamigen Schriftenreihe veröffentlicht.