Bei den MPC Rendite Fonds Leben handelt es sich um Lebensversicherungsfonds, bei denen sich Anleger in der Regel als Kommanditisten beteiligen. Der Fonds kauft gebrauchte Lebensversicherungen auf, der Verkäufer der Lebensversicherung erhält einen Betrag der unter seinen Einzahlungen, aber über dem Rückkaufwert durch die Versicherung selber liegt. Der Fonds bedient dann die Versicherungsraten bis zur Ablaufleistung der Versicherung. Aus der Garantieverzinsung sowie etwaiger Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen soll sich dann der Gewinn für den Anleger ergeben.
Was auf den ersten Blick wie ein sicheres Geschäftsmodell aussieht, ist tatsächlich eine unternehmerische Beteiligung, die mit Risiken bis hin zum Totalverlustrisiko behaftet ist. Häufig werden die Versicherungskäufe durch den Fonds mit bis zu 80 % Bankkredit finanziert, was bei niedrigen Kreditzinsen und hoher Überschussbeteiligung der Versicherung ein gutes Geschäft sein kann. Sinken die Versicherungsleistungen wegen der Weltmarktlage oder der Finanzkrise auf die Mindestverzinsung, dann werden steigende Kreditzinsen zur offenen Flanke des Fonds, das Geschäftsmodell rechnet sich nicht mehr. Hat sich zugleich der Kreditgeber die Versicherungen als Sicherheit übereignen lassen, droht schnell die Insolvenz des Fonds, wenn von diesem Sicherungsrecht Gebrauch gemacht wird.
Bei den amerikanischen Lebensversicherungsfonds kommt eine weitere Schwierigkeit hinzu. Bei den Prognose- und Rentabilitätsrechnungen wurde zum Teil von veralteten Sterbetafeln ausgegangen, d.h. die Lebenserwartung der Versicherungsnehmer wurde bis zu 25 % zu niedrig angesetzt. Auf dem amerikanischen Lebensversicherungsmarkt werden ganz überwiegend Versicherungen auf den Todesfall abgeschlossen. Der Fonds übernimmt die Versicherung, zahlt die Beiträge weiter und erhält die Ausschüttung, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Bei diesem Geschäft mit dem Tod verdient der Fonds also besser, wenn die versicherte Person früh stirbt. Was schon als Geschäftsmodell makaber klingt, wird für die Fonds-Anleger zum Pleiterisiko, wenn die versicherten Amerikaner im Schnitt länger als prognostiziert leben.