Giorgio Agamben (* 22. April 1942 in Rom) ist ein italienischer Philosoph, Essayist und Buchautor. Er leitete das Collège international de philosophie in Paris und lehrte an den Universitäten Macerata und Verona am IUAV in Venedig sowie in den USA, Schweiz und Deutschland. 2013 wurde er mit dem „Dr.-Leopold-Lucas-Preis“ der Universität Tübingen und 2018 mit dem Premio Nonino „Maestro del nostro tempo“ ausgezeichnet.
Sein Hauptwerk „Homo Sacer“ ist seit 1995 in neun Teilbänden erschienen, und liegt seit 2018 auf Italienisch als vom Autor mitbetreute Gesamtausgabe – er erarbeite ein umfassendes Register für diese Ausgabe – beim Verlag Quodlibet vor (auf Französisch 2016, auf Englisch 2017).
Damit wird die Gesamtarchitektur dieses, die politische Gegenwartsarchitektur maßgeblich prägenden Werks erst eigentlich ersichtlich, die vielen wechselseitigen Verweise und das Entwickeln und Wiederaufnehmen der verschiedenen Themen und Perspektiven.
Agambens Opus magnum erweist sich im Anschluss an Foucault als epochale Analyse der politischen Macht und ihrer Strukturen, von Inklusion und Exklusion, der Lebens-Form – Themen, die in einer Zeit von Migrationsströmen und politischem Popularismus aktueller denn je sind.
Mit dem Projekt DediKa (aus dem Italienischen dedica, „Widmung“) ehrt das Italienische Kulturinstitut Berlin seit 2017 jedes Jahr eine herausragende Persönlichkeit der Künste und der Wissenschaften im heutigen Italien. Ihr Werk soll in unterschiedlichen Formaten und Ausdrucksformen (Gespräche, Lesungen, Film- und Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerte) in einem möglichst breiten Spektrum präsentiert werden. 2019 ist DediKa Giorgio Agamben zugedacht, einem Meister unserer Zeit, dessen umfangreiches philosophisches Werk eine Wende für die Interpretation der Moderne darstellt und unerwartete Denkhorizonte eröffnet.
Weitere Informationen finden Sie unter www.iicberlino.esteri.it