Das von dem Gerichtspsychiater Prof. Dr. Wolfgang de Boor im Jahre 1969 gegründete, ab 1997 von dem Strafrechtler Prof. Dr. Bernhard Haffke fortgeführte, in seiner Nachfolge von Rechtsanwalt Prof. Dr. Günter Tondorf, und seit 2009 nunmehr von Rechtsanwalt Dr. habil. Helmut Pollähne wissenschaftlich geleitete Institut erforscht die Ursachen, die Verhütung und die Lösung von Konflikten.
Der Forschungsansatz ist interdisziplinär und praxisorientiert, weshalb sich das Institut an alle Berufsgruppen wendet, die professionell mit Konflikten umzugehen haben, vor allem forensische PsychiaterInnen und PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und BewährungshelferInnen sowie StrafjuristInnen, darunter alle StrafverteidigerInnen.
Forschungsschwerpunkt des Instituts für Konfliktforschung e.V. ist von Anfang an das abweichende Verhalten. Mit Unterstützung und in enger Zusammenarbeit mit dem Verein „Deutsche Strafverteidiger e.V.” untersucht das Institut dementsprechend Ätiologie, Prävention und Therapie von kriminellem Verhalten. Es analysiert die legislativen und judiziellen Formen der Konfliktlösung und macht deren Alternativen bewußt. Dabei gilt seine besondere Aufmerksamkeit den Konflikten zwischen den Verfahrensbeteiligten im Gerichtsverfahren.
Das Institut betrachtet Konflikte, auch Konflikte von StraftäterInnen, als Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die nicht ausgegrenzt und dämonisiert werden dürfen.
Es tritt deshalb ein für eine humane, tolerante und liberale Rechtskultur, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie auch dem von den geltenden Normen abweichenden Menschen Verständnis entgegenbringt.