Ines Papert wurde 1974 in Wittenberg geboren, mitten auf Sachsens plattem Land – von Bergen weit und breit keine Spur. Den alljährlichen Skiurlaub verbrachte die Familie zwar im Riesengebirge, Ines alpinistischer Ehrgeiz hielt sich allerdings in Grenzen. Wenn es schneite, war sie die erste, die in die Hütte wollte. Musik faszinierte sie mehr als Sport und überhaupt ließ so gar nichts auf das schließen, was später folgen sollte.
Als Anfang der 90er Jahre in der ehemaligen DDR die Zeichen auf Öffnung standen, zog es auch Ines hinaus. Als frischgebackene Physiotherapeutin nahm sie eine Stelle in Berchtesgaden an – und hatte die Alpen plötzlich vor der eigenen Haustür. Es begann ganz harmlos: mit Wandern auf „Normalwegen“, Mountainbiken nach Feierabend und Skitouren am Wochenende. Es setzte sich fort mit Hochtouren, dann wurde Eisklettern ihre große Leidenschaft, und sie brachte es in dieser Sportart viermal zur Weltmeisterschaft. Inzwischen ist sie aus dem Wettkampfsport ausgestiegen und hat ihren Schwerpunkt aufs Expeditionsbergsteigen verlegt.