Vorstellung Edeka Korb – Markt der Generationen – Hof (Oberfranken).
Tief Verwurzelt in der Liebe zu Lebensmitteln - das sind die Korbs seit langem. Denn wenn man nach vielen Jahren in den Küchen der Weltgastronomie - von Zürich bis Bankok - sich entschließt, einen Edeka zu eröffnen, muss das schon etwas Besonderes sein.
Maik Korb, der Inhaber, ist Quereinsteiger – gelernter weltgereister Koch und gelernter „Edekaner“ – im Edeka seiner Mutter. „Wenn Lebensmittel, dann richtig. Die Bedeutung des täglichen Essens, die Vielfalt, die Kultur – all das muss rüberkommen“, so sein Credo. „Essen ist die älteste kulturelle Handlung der Menschheit – die Beschaffung und das Zubereiten der erste soziale Akt überhaupt. Und zwar familien- und generationenübergreifend. Darf das alles in unserer schnelllebigen Zeit verloren gehen?“
Um solches Denken umzusetzen brauchte es mehr als nur einen "Lebensmittelladen". Viel mehr. Und so haben die Korbs sich nicht nur dazu entschlossen, ein extrem breit aufgestelltes Sortiment an ausgesuchten, insbesondere regionalen Produkten anzubieten, sondern auch an alle Generationen gedacht.
Umgesetzt wurde das einzigartige Konzept eines „Marktes der Generationen“: breite familienfreundliche Parkplätze, niedrige Regalhöhen (1,60m), rutschfester Boden, breite Gänge, Lupen an den Regalen - oder „Serviceknöpfe“ mit denen Mitarbeiter zur Beratung oder Unterstützung herbeigerufen werden können - all das gehört dazu.
Es gibt eine „sprechende Wage“ für sehbehinderte, eine Kinderecke mit Mal-und Spielcomputer und fünf verschidene Einkaufswagen: den „normalen“, den „Kinder fun car“-Familienwagen, Rollatoren für Gehbehinderte, einen speziellen Rollstuhl-Einkaufswagen und kleine Einkaufswagen für die jüngsten Kunden.
Da die Hochschule in greifbarer Nähe ist, wurde das Sortiment für Studenten filigran angepasst: Stifte, Spitzer und Papier genauso wie Töpfe, Pfannen und Tassen - vom Putzmittel bis zur Fachzeitung oder Briefmarken. Und zusätzlich noch über sechzehntausend gutsortierte Lebensmittel. Frisch oder TK, als Grosspackung für die Studentenfete UND als Singleportion.
Für Maik Korb sind das aber nur die „Basics“. „Schön, wenn sich die Menschen bei uns wohlfühlen“, so Korb „aber einer der zentralen Erfolgsfaktoren ist das persönliche Vertrauen gegenüber dem Händler. Und damit begann nach der Eröffnung die Arbeit erst richtig. In akribischer Kleinarbeit haben wir ein Image aufgebaut – weg vom anonymen Markt hin zum „Freundlichen Händler von nebenan“. Vom Prinzip her ein Revival des Tante Emma-Ladens. In anderen Maßstäben natürlich, aber genauso persönlich und vertrauenserweckend.“
Konsequent wurde fast alles diesen Vorgaben untergeordnet. Am Eingang begrüßen Mitarbeiterfotos die Kunden. „Herzlich Willkommen bei Ihrer Familie Korb“ steht dort, Foto der Familie im Laden inklusive. Auf Flugblättern präsentieren die Mitarbeiter die Produkte und jeden, den man im Internet unter edeka-korb.de sieht, trifft man auch live im Markt. Maik Korb: „Für manch einen Zeitungsbeileger machen wir über 100 Fotos – unsere Mitarbeiter sind inzwischen mit Feuereifer als Model dabei. Glasklare Zielsetzung: Wir geben jedem Produkt, jeder Abteilung ein Gesicht.“
Das zeigt Wirkung. Man kennt sich, Kunden-Mitarbeiterbeziehungen entwickeln sich fast freundschaftlich, viele sind per Du. Manche fahren viele Kilometer, um bei „Ihrem“ Korb-Markt einzukaufen.
Die Korbs haben aber noch eine Schippe draufgesetzt: „Dass man wie wir z.B. Schlemmerabende im Markt macht, sich an sozialen Aktionen beteiligt, kinderreichen Familien Rabatt einräumt oder Senioren beliefert, findet man immer wieder. Aber um wirklich etwas zu bewegen muss man weit über den Tellerrand schauen“.
Als eines dieser Tellerrand-Projekte sehen sie ihr „Halal“-Konzept: Produkte für muslimische Kunden, zertifiziert, exakt nach den Anforderungen des Koran (=halal), im Markt gesondert gekennzeichnet, dazu einen Flyer auf türkisch und selbstverständlich einen türkischsprechenden Halal-Beauftragten. Eine Marktlücke, die europaweit schon keine mehr ist, die aber der deutsche LEH regelrecht verschlafen hat.
Oder z.B. die „brainfood“-Aktion für Studenten. Oder die „Soviel Sie tragen können Marktrally“. Oder Ethno-Marketingaktionen auf Russisch. Oder „Kunst beim Korb“ – wo der Edeka zur Kunstmeile geworden ist. Oder oder oder…
Würde man alles aufführen wollen – die Liste wäre ziemlich lang.
Kurzinfo Edeka-Korb:
2x Edeka Markt in Hof/Oberfranken
je ca. 1700qm Verkaufsfläche, zzgl. Bäckereifiliale/Cafe.
ca. 50 MA, davon 20 in Teilzeit, 10 Azubis
Eröffnung „Markt der Generationen“ 2009
Offen tägl. (incl. Sa.) 7:00-20:00