Interviewfragen an die Initiatorin Susanne Pollach:
Sie sind eine vielseitige Künstlerin, seit wann machen Sie Kunst und welche Art von Kunst machen Sie?
Seit 1998 beschäftige ich mich intensiv mit der Malerei. Nach anfänglich gegenständlicher Darstellung habe ich seit einigen Jahren meine Begeisterung an der abstrakten, experimentellen Ausdrucksform gefunden.
Darüber hinaus gestalte ich gerne auch Skulpturen in Kombination aus Holz, Gips und Draht, in die ich dann mitgebrachte Fundstücke meiner Reisen einarbeite. Ebenso habe ich große Freude am Fotografieren.
Sie fördern seit längerer Zeit Projekte in Ghana. Erzählen Sie uns bitte, was Sie damit bisher erreicht haben und was Sie sich für die Zukunft vorgenommen haben.
Auf einer Mal - und Studienreise 2005 wurde mir in Ghana von den Töpferfrauen in Kpando Aloyi, in der Volta-Region, der Ehrentitel „Queenmother – Mama Tsunyo (Mama Gute Erde)“ verliehen.
Seither verbindet mich eine freundschaftliche Zuneigung zu diesen Menschen und ihren Familien. Von Anbeginn war mir klar, dass ich sie in Gesundheitsfragen, Bildung und beim Absatz ihrer Töpferwaren unterstützen möchte.
Aus diesem Grund trat ich 2007 mit meiner Aktiongruppe „Mama Tsunyo - Hilfe zur Selbsthilfe für die Region Kpando“ bei „africa action Deutschland e.V.“ in Bergheim ein. Hier habe ich ein eigenes Projektkonto, auf das der Erlös meiner Bilder eingezahlt wird. Ebenso besteht nun auch die Möglichkeit, Spendenbescheinigungen auszustellen.
Auf meiner diesjährigen Ghanareise habe ich als erste Maßnahme alle Töpferfrauen und ihre Kinder mit einer „Health Insurance Card“ (Krankenversicherung) ausgestattet.
Die Töpferfrauen hatten bisher kaum die Möglichkeit, ihre z. T. schweren kunstvollen Erzeugnisse zu transportieren und abzusetzen. Deshalb habe ich in Absprache mit den Frauen an einer Hauptverkehrsstraße ein Grundstück angemietet und einen verschließbaren Ladencontainer gekauft, der dort aufgestellt wird. Auf einem dahinter liegenden überdachten Arbeitsplatz mit Brennofen können die Frauen nun gemeinsam ihre Waren herstellen und ohne große Wege im vorderen Bereich zum Verkauf anbieten. Die Umsetzung all dieser Maßnahmen verdanke ich zwei Kontaktpersonen aus
der Region Kpando, die mir der Leiter eines regionalen Waisenhauses mit aidsinfizierten Kindern vermittelte. Zukünftig möchte ich mich auch für dieses Waisenhaus engagieren, in Angelegenheiten der Hygiene, Gesundheit und Betreuung der Kinder.
Die beiden Kontaktpersonen sind Mitarbeiter einer Regierungseinrichtung zur Schulung in Erwachsenenbildung und zur Unterstützung in Geschäftsführung sowie Weiterentwicklung im Bereich der regionalen Handwerkskunst!
Was gab Ihnen den Impuls Projekte in Ghana zu unterstützen?
Ganz sicher entstand der erste Impuls durch die Vergabe des Ehrentitels an mich. Darüber hinaus spielten die gewonnenen Eindrücke vor Ort eine riesengroße Rolle.
Sie reisen regelmäßig nach Ghana, wann waren sie das letzte Mal dort und was machen Sie dort? Ist bereits ein nächster Besuch in Ghana geplant?
In diesem Jahr bin ich vom 27.7. – 25.8.2009 nach Ghana gereist. Es war mir wichtig, das Land und vor allem die Menschen kennen zu lernen. Ich habe mir vor Ort einen Eindruck verschafft, wo, und in welcher Form am sinnvollsten Hilfe zur Selbsthilfe (also mit nachhaltiger Wirkung) geleistet werden muss/kann und die erforderlichen Kontakte geknüpft. Siehe auch Antwort zu Frage 2.
Mein nächster Besuch wird im Juli kommenden Jahres sein, ich freue mich schon heute darauf! Natürlich bin ich sehr neugierig, was die Töpferfrauen aus den neuen Möglichkeiten gemacht haben, wie sie ihre Hilfe zur Selbsthilfe genutzt haben!
Als Initiatorin organisieren Sie in der Fabrik der Künste vom 06.11. – 08.11.2009 eine Ausstellung zugunsten eines weiteren gemeinnützigen Projektes in Ghana. Wie ist es zu dieser Ausstellung gekommen und warum haben Sie sich für diesen Veranstaltungsort entschlossen haben?
In meinem Umfeld leben viele Künstler, die immer wieder sehr interessiert nach dem Werdegang meines Projektes gefragt haben. Mit der Zeit hat sich die Idee von einer gemeinsamen Benefizausstellung zunehmend verdichtet.
Durch einen Freund bin ich auf die „Fabrik der Künste“ aufmerksam gemacht worden und habe diese besichtigt. Ich finde die Location sehr schön und passend, um eine Benefizausstellung in dieser Größenordnung zu veranstalten. Wir werden beide Stockwerke für die Ausstellung nutzen.
Sie sind also nicht die einzige Künstlerin, die Ihre Objekte für diesen Zweck ausstellt und verkauft. Wie viele Künstler konnten sie für dieses Projekt gewinnen und welche Kunstarten werden dem Gast dargeboten?
Erfreulicherweise waren auf meine Anfrage 33 Künstler spontan bereit, an einer Kunst-Ausstellung mitzuwirken und dem Projekt 50% des Verkaufserlöses zur Verfügung zu stellen!
Dadurch ist nun eine sehr vielseitige und anspruchsvolle Exponaten - Präsentation möglich, die sicher auch den Geschmack eines breiten Publikums treffen wird!
Die gesamte Ausstellung dient als Spendenaktion für Ihr Projekt in Ghana. Wofür werden die hoffentlich zahlreichen Spenden dieser Ausstellung konkret verwendet und wie kann man sich den Spendenverlauf genau vorstellen?
50% des Verkaufserlöses der Kunstobjekte gehen auf das Projektkonto des „africa action Deutschland e.V.“ zur Verwirklichung der weiteren Unterstützung der Töpferfrauen in Kpando und des Waisenhauses in dieser Region.
Die gesamte Kaufabwicklung läuft über den jeweiligen Künstler selbst. Der Käufer erhält auf Wunsch über die entsprechende Summe eine Spendenbescheinigung.
Wenn man sich auf der Ausstellung für ein Kunstobjekt interessiert, kann man es kaufen und auch gleich mitnehmen? Mit welchen Preisen kann ich in etwa rechnen?
Ich denke, das wird in Absprache möglich sein! Die Preise gestalten die Künstler selbst, so dass ich dazu noch keine genauen Angaben machen kann, aber hoffe, dass alle dem Benefizgedanken Rechnung tragen werden. Natürlich entscheidet auch die Größe des Exponates über den Preis.
Die Ausstellung geht über drei Tage. Gibt es ein offizielles Rahmenprogramm? Was können Ihre Gäste neben schönen Kunstobjekten noch erwarten?
An allen Tagen findet eine Performance mit afrikanischem Bezug statt (mit Tanz und Musik).
Außerdem läuft ausstellungsbegleitend eine Power Point – Präsentation mit ausgesuchten Fotos meiner diesjährigen Ghanareise!