Der Polizeipräsident von Berlin, Dieter Glietsch, erklärte: „Eine fortschrittliche Gesellschaft darf nicht zulassen, dass die Intimität der Privatsphäre als rechtsfreier Raum missbraucht wird, in dem Frauen und Kinder schutzlos der Gewalt ausgeliefert sind. In Zusammenarbeit mit BIG und unseren Partnern vom „Runden Tisch zur Bekämpfung häuslicher Gewalt“ haben wir in den vergangenen Jahren viel erreicht. Die Polizei nutzt die neue Gesetzgebung, um die Täter über einen längeren Zeitraum aus dem Umfeld der betroffenen Frauen zu entfernen. So haben wir im Jahr 2003, als wir erstmals von den veränderten rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen konnten, insgesamt 1036 so genannte Wegweisungen ausgesprochen. Im letzten Jahr wurden bereits 1175 Täter längerfristig aus ihren Wohnungen verwiesen. Das gibt den Opfern die Möglichkeit, sich von BIG über Auswege aus ihrer Situation beraten zu lassen. Nur mit dieser Verknüpfung aus Polizeieinsatz und sozialer Betreuung können wir den Opfern einen Neuanfang ermöglichen und damit unserer Verantwortung gegenüber den von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen gerecht werden.“
Patricia Schneider von BIG sagte: „Wir bündeln die Kräfte von staatlichen Stellen und freien Trägern, um möglichst früh zu helfen. Die bisherige Arbeit hat deutlich gemacht, dass die Spirale der häuslichen Gewalt bei den Frauen nicht Halt macht, sondern Kinder und Jugendliche mit erfasst. Den eigenen Vater als Gewalttäter zu erleben oder Gewalt an der Mutter mit ansehen zu müssen, schädigt die Kinder. Diese Erkenntnis muss bei allen Beteiligten noch deutlicher ins Bewusstsein gerückt werden. Künftig werden wir noch stärker präventiv arbeiten, zum Beispiel in Schulen und Kindergärten mit LehrerInnen und ErzieherInnen."