Musikalisch groß geworden ist der Düsseldorfer Gitarrist Mitte der 90er Jahre mit seinen Bands Sterile Vision und Friendly Fire, die Alternative mit Progressive Rock und Funk zu einem eigenständigen Sound verschmolzen haben. Auch im Alleingang bleibt Jens Krüger jeglichen musikalischen Einflüssen gegenüber offen, geht aber etwas geradliniger zu Werke.
Die Basis bildet zwar der Rock, doch auch vor Ausflügen in dezent jazzige („Das Glasboden-Boot“) oder punkrockige („Fieberträume“) Gefilde scheut der 1974 geborene Düsseldorfer nicht zurück; in „Senor Velazquez“ treibt gar ein Polka-Rhythmus den Song voran. Die Musik von Jens Krüger, der sich selbst von Bands wie Fastball, Cake, Dire Straits oder Madsen hat inspirieren lassen, lässt sich schlichtweg nicht auf ein Genre herunterbrechen.
Auch textlich lässt sich der Düsseldorfer, der ausgebildeter Tageszeitungsredakteur ist, nicht gerne festlegen: Fiktive Geschichten, die verlorene Liebe, graue Spießbürgerlichkeit und der Kampf mit der eigenen Identität beschäftigen ihn.
Musikalisch unterstützt haben Jens Krüger auf „70er Jahre Junge“ am Bass Jan Ristau (Ex-Thoughtsphere), an der Gitarre Michael Dietz (Ex-Wicked Kemao) und am Schlagzeug Sven Hansen (Joseph Parsons, Glory Nights). Ebenfalls auf der CD zu hören sind Mariana Macready (Vibraphon) und an der Gitarre Adrian Weiss (Adrian Weiss Band, Gloryful). Produziert wurde „70er Jahre Junge“ in den Stigma-Studios in Hilden (u. A. Massendefekt, Adrian Weiss Band) unter der Regie von Tim Schulte und Sven Hansen. Für das Mastering war Rainer Kremer von Bionicaudio zuständig.