(openPR) GEFALLE, DU SCHÖNE
von Amina Gusner
Premiere 04. Mai 2018 – 20 Uhr
05. / 06. Mai 2018 – 20 Uhr
02. / 03. / 21. / 22. Juni 2018 – 20 Uhr
Ich spiele allen Leuten vor, dass ich eine tolle Person bin. Ich bin gütig und mitfühlend, ich glaube, so muss man sein als Frau. Ich spiele den Clown, der immer gute Laune hat. Aber ich fühle mich allen Menschen fremd. Ruth aus Maxi Wander „Guten Morgen, du Schöne“
Was heißt das eigentlich heute, FRAUSEIN? Wie ist, muss sie sein, eine FRAU? Was geben Mütter ihren Töchtern mit? Typisch weiblich? Gibt es das überhaupt? Und wenn ja – was ist das noch mal, abgesehen von Absatzschuhen und Chromosomen?
Vielleicht die Besessenheit sich über Kleidergrößen zu definieren oder definieren zu lassen?
Frausein scheint in engster Verbindung mit den Attributen zu und nicht genug zu stehen: Zu dick. Zu dünn. Zu mütterlich. Zu männlich. Zu laut. Zu lieb. Nicht lieb genug. Nicht mütterlich genug. Nicht weiblich genug. Nicht sicher genug. Frauen scheinen nie zu genügen. Frauen werden klein gemacht, im Alltag, im Beruf.
Der Abend spielt mit Klischees und dem Stereotypen, beschäftigt sich mit dem Ungenügendsein, was für viele Frauen empfinden und sich doch nicht befreien können. Ein assoziatives Puzzle entsteht aus Erinnerungsfetzen und Erkenntnissplittern, Situationen und Momenten von Frausein, Mädchensein, Muttersein, Tochtersein. Es sind kleine alltägliche und wohlbekannte Momente und Situationen aus den unterschiedlichsten Frauenleben: Vom Wachsen der Brust, dem ersten Erleben von Lust und Geschlechtlichkeit, dem Kampf um den eigenen Körper und gegen Zuschreibungen, dem Mütterwettbewerb auf dem Spielplatz, von den Anforderungen der Frau als gute Geliebte , vom Rennen zwischen Job und Familie, vom Älterwerden und den Ansprüchen an sich, vom Selbsthass und vom Kleinmachen, vom Kinderkriegen und vom keine Kinder kriegen, vom Wunsch nach dem tollen Karriereleben und vom Scheitern. Gefalle ich oder falle ich?
Inspiriert von Maxi Wanders Buch „Guten Morgen, du Schöne“ (1977) entsteht, 40 Jahre später, ein Theaterstück auf der Basis von Interviewprotokollen mit Frauen heute. Amina Gusner verwebt diese Zeugnisse mit Texten von Sylvia Plath, Sibylle Berg, Unica Zürn, Laurie Penny, Virginia Woolf, Mela Hartwig, Elfride Jelinek zu einer Textcollage und lässt Frauen erzählen, wie sie selbst sehen und wahrgenommen fühlen. Wer bin ICH und was bedeutet es heute, FRAU zu sein?
Mit Inga Wolff / Franziska Kleinert und Studentinnen des ETI Idee / Textentwicklung / Regie Amina Gusner Ausstattung Inken Gusner Eine Produktion von Amina Gusner in Koproduktion mit dem Theater unterm Dach Gefördert von der Dürrstiftung
Amina Gusner arbeitet als freie Regisseurin und Autorin. 1988 Gründung des intermedialen Theaters „Lautline“, das u.a. beim Impulse Festival mit dem ersten Preis für das beste freie Theater im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet wurde. Mit der 1999 gegründeten Künstlergruppe „Allein im Hausflur.de“ veröffentlicht sie zahlreiche Videos, Hörspiele und szenische Collagen. Sie inszenierte zahlreiche Stücke, u. a. am Staatstheater Kassel, im Hans Otto Theater Potsdam, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Centraltheater Leipzig. Von 2009 - 2012 Schauspieldirektorin der Theater & Philharmonie Thüringen. 2014/15 Hausregisseurin am Volkstheater Rostock. Arbeit als freie Autorin und Regisseurin u.a. an der Neuen Bühne Senftenberg, am Theater am Kurfürstendamm Berlin, an den Bühnen der Stadt Bremerhaven, an der Hessischen Bühne Marburg, am Theater unterm Dach Berlin und am Societätstheater Dresden. www.amina-gusner.de
Karten
12,- / erm. 8,- Euro
030 / 902 953 817
Theater unterm Dach
Danziger Str. 101
10405 Berlin
www.theateruntermdach.de













