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Marketing für Städte und Gemeinden

30.01.201809:58 UhrWerbung, Consulting, Marktforschung
Bild: Marketing für Städte und Gemeinden
Bildnachweis: iStock.com/andresr
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(openPR) Wozu? Wir wollen unsere Stadt oder Gemeinde doch nicht verkaufen!

Die letzten Möbelstücke sind verstaut, die Fenster und Türen des nun verwaisten Hauses verschlossen. Nichts hält Karsten und Manuela Strudel länger in ihrem Heimatdorf. Beide arbeiten in der Großstadt und pendeln täglich ca. 2,5 Stunden. Der Spagat zwischen gutem Verdienst, dem Wohnen in ländlicher Idylle und adäquater Kinderbetreuung ist einfach nicht mehr zu schaffen. Die Kindergärten schließen um 16.00 Uhr, eine Tagesmutter, die den Betreuungsbedarf darüber hinaus sicherstellen könnte, rentiert sich für die junge Familie nicht. Ihnen bleibt die Umsiedelung in die Großstadt oder deren nähere Umgebung, denn das birgt trotz der höheren Miete viele Vorteile. Auf Grund der kürzeren Arbeitswege können sie von nun an mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und wissen die Kids während ihrer Abwesenheit in guten Händen. Das kulturelle Angebot ist fantastisch – ein Theater- oder Kinobesuch ist ohne lange Anfahrtswege möglich. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Freizeitangebote für Familien.



Familie Strudel ist kein Einzelfall

Die demografische Entwicklung alarmiert Kommunen bereits seit Jahren. Es an der Zeit aktiv entgegenzusteuern, denn es gibt sie tatsächlich, die verlassenen Orte und aussterbenden Dörfer. Dies ist kein Horrorszenario! Lassen Sie uns einen Blick auf die demografische Entwicklung der hessischen Landkreise im Zeitraum von 1995 bis 2015 werfen. In Frankfurt a.M sank das Durchschnittsalter seit 1995 um 0,7 Jahre. Die Bevölkerungszahl wuchs gleichzeitig um 12,7 Prozent. Im Landkreis Limburg/Weilburg stieg das Durchschnittsalter ist um 4,7 Jahre und gleichzeitig nahm die Bevölkerungszahl von 1995 bis 2015 um 0,61 Prozent zu. (Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-11/demografischer-wandel-deutschland-landkreise-bevoelkerung-durchschnittsalter)

Die demografische Entwicklung am Beispiel der Gemeinde Villmar

Aktuell leben 6859 Einwohner in Villmar (Stand 30. Juni 2017), während es am 31. Dezember 1995 noch 7169 waren. Das entspricht einem Bevölkerungsrückgang von -4,32 Prozent. Die Bertelsmann Stiftung hat einen Demografiebericht für Villmar veröffentlicht, der „die bisherige Entwicklung reflektiert und in die Zukunft schaut. Auf Basis des Status Quo wurde die Bevölkerungsentwicklung mit ihren Einflussfaktoren in die Zukunft projeziert, um die wahrscheinlichen Veränderungen in der Bevölkerungszahl und der Altersstruktur darzustellen.“ Laut des Demografieberichtes von Bertelsmann für Villmar sinkt die relative Bevölkerungsentwicklung von 2012 bis 2030 um -11,5 Prozent. Das Durchschnittsalter beträgt demnach im Jahr 2015 45,3 Jahre und im Jahr 2030 49,7 Jahre. (Quelle: https://www.wegweiser-kommune.de/kommunale-berichte/demographiebericht/villmar.pdf)

Andreas Tiefensee aus Weilburg hat im Jahr 2011 die demografische Entwicklung für Villmar analysiert. Betrachten wir die Altersgruppe der 20- bis 50-jährigen! Diese Personengruppe durchläuft gerade die Hochphase des Berufslebens. 2010 lebten 2631 Personen dieser Altersgruppe in Villmar, während es im Jahr 2020 nur noch 2092 Personen sein werden. Das sind 539 Menschen weniger, die heiraten und Kinder bekommen, einen Beruf ergreifen oder sich selbständig machen. (Quelle: http://marktflecken-villmar.de/formular-downloads/) Es sind 20,5 Prozent weniger Menschen, deren Anteil aus der Einkommenssteuer in die Gemeindekasse fließt. Das bedeutet, dass die Einnahmen der Gemeinde in Bezug auf die Lohn- und Einkommenssteuer in zehn Jahren überproportional sinken wird. Diese Entwicklung zieht eine sinkende Kaufkraft nach sich und somit auch geringere Gewerbeeinnahmen. Die Zahl der Personen, die Rente beziehen, steigt um 164 Personen. Doch die wachsende Zahl von Rentenempfängern fängt den Verlust, der durch das Abwandern der jungen Menschen entsteht, nicht annähernd auf, denn das Brutto-Rentenniveau liegt derzeit bei nur 48 Prozent. Das heißt, Rentner haben weniger als die Hälfte an Einkommen im Vergleich zu den 20- bis 50-Jährigen. Hinzu kommt, dass im Rahmen der sinkenden Renten und der zunehmenden Besteuerung die Kaufkraft dieser Personengruppe nochmals drastisch sinken wird.

Durch die Abwanderung von gerade jungen Menschen wird die Fluktuation strudelartig zunehmen. Dies ist ein regelrechter Teufelskreis. Ist ein Ort einmal geschrumpft und seine Wirtschaft marode, ist es sehr schwierig, diese Entwicklung wieder umzukehren. In strukturschwachen und überalterten Regionen sind die Steuereinnahmen zu gering, um damit die Infrastruktur adäquat auszubauen. Durch die Ausdünnung der Infrastruktur, bspw. der ärztlichen Versorgung, werden die Gemeinden immer unattraktiver. Es wird weniger junge Menschen in den strukturschwachen Regionen geben, also auch weniger Kinder. Demzufolge werden weniger Kindergärten und Schulen benötigt. Es werden Arbeitsplätze wegfallen. Gutbetuchte ältere Menschen ziehen in strukturell besser aufgestellte Städte und Gemeinden.

Marketing, braucht man das wirklich? Wir wollen unsere Stadt oder Gemeinde doch nicht verkaufen!

Doch, genau das sollten Kommunen tun! Gewissermaßen müssen die Verantwortlichen die Städte und Gemeinden genauso vermarkten wie es Unternehmen tun. Städte und Gemeinden sind mit Unternehmen vergleichbar – sie stehen im Wettbewerb. Während Mitbewerber von Unternehmen andere Unternehmen sind, die gleiche oder ähnliche Produkte und Dienstleistungen anbieten, sind Mitbewerber von Städten und Gemeinden andere Kommunen einer Region. Sie alle kämpfen um Aufmerksamkeit, um ansässige und neue Bürger. Sie buhlen um steuerzahlende junge Menschen und Familien, Gewerbetreibende und qualifizierte Arbeitskräfte.

Das Image einer Kommune ist in diesem Wettbewerb entscheidend! Dazu gehören bspw. optimale Verkehrsanbindungen, hervorragende Wohnqualität und ein gut funktionierendes Vereinsleben. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die positive Wahrnehmung, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadt oder Gemeinde und die Identifikation der Bürger mit selbiger. Spätestens jetzt fällt bei Marketingexperten der Begriff des USP – Unique Selling Point. Ein USP bezeichnet das Alleinstellungsmerkmal einer Stadt oder Gemeinde. Was macht sie so einzigartig? Aus welchen Gründen sollten junge Menschen gerade dorthin ziehen? Was veranlasst Gewerbetreibende, hier ein Geschäft zu eröffnen oder sich selbständig zu machen?

Die Suche nach Alleinstellungsmerkmalen ist von Erfolg gekrönt, wenn man sich im Verzicht übt und nicht alles vermeintlich Gute herauspickt. Denn nur so ist eine echte Unverwechselbarkeit sichergestellt. Ziel sollte es sein, die Kommune als Qualitätsversprechen aufzubauen – als Qualitätsversprechen für ansässige und neue Bürger, für Gewerbetreibende und Touristen. Die Gemeinde soll als Anker zur Bindung der verschiedenen Interessengruppen werden, denn verbundene Bürger sind profitabel und bieten Sicherheit für die Gemeinde. Damit steigt langfristig deren Wert. Eine starke Gemeinde besitzt Verhandlungsmacht und bietet Wettbewerbsvorteile, kann Zusatzerträge generieren, wie bspw. den Tourismus ankurbeln, den Zuzug von jungen Menschen fördern sowie Innovationen vorantreiben.

Seefahrer bestimmen als erstes ihre eigene Position, um die neue Richtung festzulegen. In Anlehnung an diese ‚Binsenweisheit‘ ist ein erster Schritt die Analyse Status Quo, der aktuellen Positionierung sowie des Markt- und Wettbewerbsumfelds – unter Berücksichtigung technologischer Entwicklungen. Außerdem sind die Strukturen der verschiedenen Interessengruppen zu untersuchen und im Anschluss daran, die künftige Positionierung zu entwickeln. Wo soll die Stadt bzw. Gemeinde in fünf, zehn, zwanzig Jahren stehen? Was sollen die Einwohner, neue Bürger, Touristen und Gewerbetreibende mit Heimatkommune verbinden? Was ist die zentrale Botschaft? Welche funktionalen und emotionalen Aspekte sollen im Vordergrund stehen? Wie können sich die Interessengruppen abgrenzen, in dem sie eine Verbindung mit der Stadt oder Gemeinde eingehen?

Nicht zuletzt ist die Kommunikation über das Wirken einer Stadt oder Gemeinde das A und O, ansonsten läuft man Gefahr, in der Bedeutungslosigkeit versinken. Ein strategisches Marketing-Konzept, das die effiziente und zielgerichtete Umsetzung sicherstellt, bildet folglich die Grundlage für eine zukunftsfähige Entwicklung der Kommunen.

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