(openPR) Dass der Passagier die Gestaltung von Flugpreisen nur schwer nachvollziehen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Ferienflieger Condor und auch Easyjet wenden allerdings ein System an, bei dem Fluggäste, die lediglich einen Hinflug buchen, in den meisten Fällen drauf zahlen.
Wer ein Flugticket buchen möchte, besucht die Homepage der jeweiligen Airline. Das ist auch im Falle von Condor so. Hier sind sämtliche Strecken und Destinationen der Fluggesellschaft mit Sitz in Kelsterbach wähl- und zu den Wunschterminen buchbar. Wir entscheiden uns Mitte Januar für einen Flug von Frankfurt/Main nach Palma de Mallorca, und zwar am 1. Juni 2018. In der Auswahlmaske ist oben automatisch das Feld "Hin- und Rückflug" markiert, und es erscheint der Preis von 89,99 Euro für den günstigsten Tarif "Econonmy Light". Wir bestätigen, und im nächsten Schritt kann das Rückflugdatum angeklickt werden. Wir möchten am 8. Juni von Palma de Mallorca zurück nach Frankfurt/Main fliegen und zahlen dafür, laut Condor, 79,99 Euro. Der Gesamtpreis für unseren Hin- und Rückflug beträgt 169,98 Euro inklusive Steuern und Gebühren. Soweit nichts Überraschendes.
Nun wählen wir eine andere Buchung. Wir klicken bei der Auswahl nur auf den Hinflug von Frankfurt/Main nach Palma de Mallorca. Und, siehe da, der Preis steigt um 10 Euro auf jetzt 99,99 Euro. Auch der Rückflug wird teurer, ebenfalls um 10 Euro, sobald wir, statt eines Hin- und Rückfluges, lediglich einen One-Way-Flug buchen. Der Gesamtpreis für unsere Reise bei Einzelbuchung der Flugstrecken liegt damit 20 Euro höher, als bei Buchung eines Hin- und Rückfluges. Der Preisunterschied von 10 Euro ist nur ein Beispiel. Je nach Datum und Flugstrecke sind bei Condor-Flügen Differenzen von bis 80 Euro möglich.
Condor: "Reaktion auf Nachfrage"
Die unterschiedlichen Ticketpreise auf ein und derselben Strecke zum selben Datum, abhängig davon, ob man einen Einzelflug oder einen Hin- und Rückflug bucht, gibt es bei Condor, laut Unternehmenssprecher Johannes Winter, seit inzwischen drei Jahren. Man wolle damit die wirtschaftliche Auslastung der Flüge verbessern. Das System reagiere auf die Nachfrage, um Strecken für die Airline rentabel zu machen, so Winter weiter. Überraschend ist allerdings, dass die höhere Preisangabe im Condor-System bereits vor der Angabe des Rückflugdatums erfolgt. Das System kann also zum Zeitpunkt der Preisänderung noch gar nicht wissen, wann der Kunde zurückfliegen möchte.
Die überwiegende Zahl der Mitbewerber wendet diese Preisgestaltung nicht an. Ryanair erklärte auf Nachfrage, es seien immer nur einzelne Strecken zu einem einheitlichen Preis buchbar, unabhängig, ob der Kunde One Way fliegt, oder gleich einen Rückflug mit bucht. Ebenso funktionieren die Angebote bei den ausländischen Airlines Iberia, Vueling oder Norwegian, die immer stärker auch den deutschen Markt erobern.
Zusatzkosten-Pauschale bei Easyjet
Unterschiede bei den Ticketpreisen gibt es hingegen auch bei Easyjet. Selbes Schema: Mitte Januar wählen wir den Hinflug am 1. Juni, den Rückflug am 8. Juni von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca. Die erste Strecke wird bei Auswahl "Hin- und Rückflug" im günstigsten Tarif für 57,72 Euro angeboten, die zweite für 55,01 Euro, macht zusammen 112,73 Euro. Jetzt der Vergleich der One-Way-Strecken: Der Hinflug kostet in diesem Fall 67,72 Euro, der Rückflug 60,65 Euro, zusammen 128,37 Euro, also eine preisliche Differenz von immerhin 15,64 Euro. Ein Unternehmenssprecher erklärt das Phänomen mit pauschalen Zusatzkosten, die stets anfielen, aber bei Buchung eines Hin- und Rückfluges im Vergleich zu One-Way aufgeteilt würden. Unser Vergleich zeigt jedoch, dass diese Erklärung in der Rechnung nicht aufgeht.
Fazit: Wer Flüge bucht, sollte grundsätzlich detailliert vergleichen, selbst bei einer einzigen Fluggesellschaft. Und: Wer sein Rückflugdatum kennt, für den mag es sinnvoll sein, gleich beide Strecken zu buchen - oder aber für den Rückflug eine günstigere Alternativairline wählen.











