(openPR) Warum wir das Glück in Beziehungen selbst in der Hand haben
Wir alle wollen in unseren Partnerschaften glücklich sein. Das Glück in einer Beziehung zu finden, gibt uns Energie, Zufriedenheit und stimmt uns positiv. Umgekehrt gilt aber auch: wenn wir glücklich und mit uns selbst im Reinen sind, können wir auch leichter unseren Partner glücklich machen und eine glückliche und zufriedene Partnerschaft leben. Nach meiner Erfahrung aus vielen Paarberatungen und Paartherapien ist es ein kluger Ansatz, sich um die eigenen „Glücks-Fähigkeiten“ zu kümmern. Die nach meiner Erfahrung wichtigsten Fähigkeiten für eine gelingende Paarbeziehung sind Selbstakzeptanz und die Regelung von Nähe / Distanz.
Mittlerweile liegen viele empirische Studien vor, die zeigen, welche psychologischen Faktoren, vor allem Persönlichkeitsvariablen aber auch kognitive Aspekte und Kommunikation, für einen günstigen Partnerschaftsverlauf verantwortlich sind.
Diese Studien zeigen, dass es entgegen der landläufigen Meinung nicht darum geht, wie äußerlich attraktiv die Partner sind bzw. welchen Status sie einnehmen. Sicherlich spielt dies in der Anbahnungsphase einer Paarbeziehung eine nicht unwesentliche Rolle. Nicht jedoch für die Frage, ob daraus eine glückliche, langlebige Beziehung wird.
Über das Gelingen einer Partnerschaft entscheiden andere Variablen. Da spielen emotionale Stabilität / Labilität bzw. soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Stressbewältigung eine viel größere Rolle neben der Selbstakzeptanz und der Fähigkeit zur Regelung von Nähe und Distanz.
Selbstakzeptanz in Paarbeziehungen
Viele Studien haben belegt, dass Selbstakzeptanz eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Partnerschaft ist. Mit Selbstakzeptanz ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst mit allen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen anzunehmen. Selbstakzeptanz geht oft einher mit niedrigen Neurotizismus-Werten. Selbstakzeptanz setzt Selbstbewusstsein voraus. Die Kernaussage lautet „ich bin okay, so wie ich bin.“ Umgekehrt stellt sich die Frage, wie sollen andere mich liebenswert finden, wenn ich mich selbst nicht akzeptiere.
Was lernen wir aus den Ergebnissen der „Glücksforschung“?
Nach den Ergebnissen vieler psychologischer Studien sind Menschen selbst in der Lage, ihr Leben in hohem Maße so zu gestalten, dass sie sich als glücklich bezeichnen. Das tun sie weitestgehend unabhängig davon, wie die objektiven Lebensumstände sind. Die gute Nachricht dieser Studien ist, dass wir uns diese Fähigkeiten größtenteils aneignen können. Zwar kommen wir mit einer bestimmten Persönlichkeits-Disposition auf die Welt. Wir sind mehr oder weniger nach außen gekehrt oder haben ein eher stabiles oder ängstliches Naturell. Die Fähigkeit, glücklich zu leben, können wir zu einem guten Teil selbst entwickeln und bleiben somit selbstwirksam.
Die amerikanische Psychologie-Professorin Carol Ryff hat sich intensiv damit beschäftigt, welche Fähigkeiten den größten Effekt auf unser Glücks-Empfinden haben. Als eine Vertreterin der Positiven Psychologie ist sie bekannt geworden mit ihren Studien zum psychologischen Wohlbefinden. In einer Studie mit > 1.100 Teilnehmern konnte sie sechs Fähigkeiten ermitteln (Ryff & Singer 2008), die dafür sorgen, dass wir ein „glückliches Leben“ führen.
Sechs Fähigkeiten für ein glückliches Leben
Bei der ersten Fähigkeit geht es darum, die alltäglichen Lebensanforderungen gut zu bewältigen.
Eine weitere Fähigkeit ist eine gute Selbstakzeptanz. Wir kennen nicht nur unsere Stärken und Schwächen (Selbsterkenntnis), sondern nehmen uns auch mit diesen komplett an. Umgekehrt gilt: Menschen, die ständig von Selbstzweifeln geplagt sind, können sich weniger auf andere Menschen einlassen.
Gute und tragfähige Beziehungen / Freundschaften zu anderen Menschen aufzubauen, ist eine weitere wichtige Fähigkeit, um ein glückliches Leben zu führen, die zum Teil mit der Fähigkeit zur Selbstakzeptanz gekoppelt ist.
Bei der vierten Fähigkeit geht es um unsere Autonomie. Menschen, die sich nicht vom Urteil, den Handlungen oder Entscheidungen anderer abhängig machen, können eher ein glückliches Leben führen.
Des Weiteren verfügen diese Menschen über die Fähigkeit, ihrem Leben einen nachhaltigen Sinn zu geben.
Die letzte Fähigkeit betrifft die persönliche Weiterentwicklung. Glückliche Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Lage sind, sich flexibel weiter zu entwickeln.
Diese sechs Fähigkeiten zum Glücklich sein können wir selbst etablieren. Wer über sie verfügt, wird es leichter haben, eine glückliche Beziehung aufzubauen. Deshalb möchte ich noch einmal wiederholen: wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, können wir auch leichter unseren Partner glücklich machen und eine glückliche und zufriedene Partnerschaft leben.
Wenn beide Partner darüber hinaus über die Fähigkeit zur Regelung von Nähe / Distanz verfügen, sind das gute Voraussetzungen für eine glückliche und erfüllende Partnerschaft auf Augenhöhe.











