(openPR) Winsen (Luhe), den 19.12.2017: Als in einer Unfallwerkstatt Beschäftigte bekommt man Tag für Tag u.a. das Produkt eines mal leichten, mal schweren Unfalls gebracht und bringt das Fahrzeug wieder in alte Form. Unfall Neubauer kümmert sich also um die Blechschäden; um aber eine noch schnellere Hilfestellung im Fall eines Unfalls zu garantieren, gibt es eine Neuerung: Das eCall-System.
Ab dem 31. März 2018 soll dieses Notrufprogramm auf Initiative und Beschluss der EU in Kraft treten. Dies gilt zunächst für alle Neuwagen und leichten Nutzfahrzeuge. Eine eCall-System-Nachrüstungspflicht für bis zu diesem Zeitpunkt zugelassene Fahrzeuge wird es nach jetzigem Stand nicht geben. Allerdings wird empfohlen, dieses nachträglich einbauen zu lassen; die Kosten für den Einbau sollen bei unter 100€ liegen; ob dies schon die Systemkosten selbst beinhaltet, ist noch unklar.
Wie funktinioniert dies alles nun?
Mehrere Komponenten spielen da zusammen. Grundlage ist der Einbau von Sensoren, die im Fall eines Unfalls automatisch einen Notruf an die Nummer 112 -dann europaweit gültig- absetzen. Durch diese sekundenschnelle Überlieferung soll eine viel schnellere Hilfe gewährleistet und die Unfallopferzahlen somit drastisch gesenkt werden. Beim abgesetzten Notruf werden automatisch Daten zu Standort und Art des Fahrzeugs weitergeleitet. Das System soll aber auch eine direkte Sprachverbindung und Kontakt zu den zuständigen Rettungsstellen ermöglichen. Autoinsassen sollen das Notrufsystem auch manuell auslösen können.
Folgende Elemente umfasst das eCall-System:
• GPS-Empfänger für Ermittlung und Übergabe des exakten Standorts
• GMS-Antenne für Sendung des Notrufs an den PSAP
• Crash-Sensor, der die Stärke des Unfalls prüft und bei schweren Unfällen Alarm auslöst
• Steuergerät, das die Standortdaten an die Notrufleitstelle meldet
• Manueller Auslöser in Form einer Taste, die der Fahrzeug-Insasse selbst betätigen kann
• Lautsprecher und Mikrofon für die Kommunikation zwischen Fahrzeuginsasse und Rettungsleitstelle
• Kontrollleuchte, die Einsatzbereitschaft und Funktionstüchtigkeit anzeigt
• Notstromversorgung, damit auch im Fall eines Kurzschlusses die Meldung erfolgen kann
• Rettungskarte, die alle wichtigen Daten zum betroffenen Fahrzeug enthält
Einige offene Fragen wie z.B. das Abrechnen der Notrufkosten mit den Mobilfunkanbietern sind noch zu klären. Wenn das eCall-System hilft, Verkehrsopferzahlen zu reduzieren, ist das doch mal eine gute Sache, die die EU initiiert hat. Am besten fährt man aber vor- und umsichtig, damit das Sytem gar nicht erst zum Einsatz kommen muss.










