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„Der Chef bin ich, nicht der Parkinson“

07.12.201708:41 UhrGesundheit & Medizin
Bild: „Der Chef bin ich, nicht der Parkinson“

(openPR) Parkinson-Patienten beeindruckten durch Kunst und Autonomie – Über 300 Betroffene nahmen an Symposium und Patientenseminaren teil

Rummelsberg. Es hat mittlerweile Tradition, dass zahlreiche Patienten und Teilnehmer dem Ruf von PD Dr. Martin Winterholler, dem Chefarzt der Klinik für Neurologie, folgen, wenn dieser zum Parkinson-Symposium einlädt. Zur 18. Auflage konnten Betroffene in sechs verschiedenen Patientenseminaren Neues zur Krankheit, Studien und Entwicklungen zum Thema Parkinson erfahren, die der Brite James Parkinson vor über 200 Jahren entdeckte. Zwei Teilnehmer stachen mit Kunstwerken aus der Menge heraus. Elisabeth Vorstoffel und Gerhard Adolf zeigten mit ihren künstlerischen Werken, was trotz Parkinson möglich ist und wie man nach der Diagnose wieder aufsteht.



Martin Winterholler eröffnete die 18. Auflage mit einem Hauptvortrag zum Thema „Neue Therapien am Horizont“. Damit ging der Mediziner darauf ein, dass es derzeit vorrangig das Ziel bei Parkinson sei, den Mangel an Dopamin auszugleichen, aber es innerhalb der nächsten fünf Jahre durchaus vorstellbar sein wird, den Erkrankungsprozess zu beeinflussen. Aktuell werde auch an einer Impfung geforscht, welche die erkrankten Zellen an einer Ausbreitung hindere. Winterholler betonte die Fortschritte in Sachen Medikamente auf dem Gebiet der Parkinson-Forschung, warnte aber auch: „Neu ist nicht gleich besser. Es gibt Fortschritte in Sachen neuer Medikamente, aber ich warne davor, diese Medikamente auszuprobieren, wenn man als Patient gut eingestellt ist.“ Der Mediziner berichtete unter anderem über den Ansatz eines bekanntes Medikaments, einen Dopamin-Agonisten (Wirkstoff, der in der Lage ist, Dopamin-Rezeptoren zu stimulieren), zu inhalieren statt in Tablettenform einzunehmen oder die Verabreichung eines neuen Medikaments, was ursprünglich im Zusammenhang mit Alzheimer bekannt ist. „Studien zeigen, dass durch die Gabe des Wirkstoffs die Anzahl der Stürze pro Monat bei Parkinson-Patienten halbiert werden konnte.“ Wobei Winterholler auch betonte, dass die Sicherheit beim Laufen nur durch Üben verbessert werden könne. Interessant war auch die Erkenntnis, dass weniger Kaffeetrinker an Parkinson leiden. „Durch das mehr an Koffein lässt sich feststellen, dass sich weniger Parkinson-Symptome zeigen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt wird. Es ist sicherlich nicht pauschal für jeden Patienten gut, aber warum nicht ausprobieren“, sagte Winterholler. Neue Medikamente hin oder her – Winterholler bekräftige, dass die Bewegung in jeder Form auch immer die wichtigste Therapie im Kampf mit und gegen Parkinson sei. „Die Bewegung hat auf die Verbindungen zwischen den Nervenzellen einen sehr großen Einfluss“, so der Mediziner.

„Es ist ein Glück, dass ich nicht zittere“

Auf welche Art und Weise man die Krankheit und Diagnose Parkinson verarbeiten kann, zeigten zwei Künstler eindrucksvoll, die im Rahmen des Symposiums ihre Werke ausstellte: Elisabeth Vorstoffel und Gerhard Adolf. Während Vorstoffel überwiegend fotografische Werke präsentierte, zeigte Adolf Werke der modernen Kunst. Glücklich sind beide über ihre ruhige Hand: „Es ist ein Glück, dass ich nicht zittere“, so beide unisono. Der 67-jährige Adolf ist zweimal pro Jahr für knapp 14 Tage in der seit 2015 zertifizierten Parkinson-Klinik bei Dr. Winterholler und dessen Team. „Für mich ist der Chefarzt ein richtiger Kamerad“, sagt Adolf über seinen Arzt, der vor zehn Jahren bei ihm die Krankheit diagnostiziert hat. Früher war für Adolf Fußball seine Leidenschaft. Krankheitsbedingt hat er seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt und frönt nun der Kunst. Über 400 Werke umfasst sein Atelier und auch die Außenfassade der AWO in Cronheim geht auf seine Rechnung. „Für mich ist es ein reines Hobby. Manchmal habe ich nachts um ein Uhr einen Geistesblitz. Dann stehe ich auf, gehe in den Keller und male. Und wenn es läuft, dann gehe ich so schnell aus dem Keller nicht mehr raus“, so Adolf, dessen rechte Körperhälfte oftmals pelzig wird und der nach der Diagnose seelisch stark angeknackst war. Mittlerweile ist er froh, dass es ihm so geht, wie es ihm geht. „Wenn ich die Kunst zehn Jahre noch machen kann, dann wäre das für mich okay“, so Adolf.

Kunst gibt Energie und Kraft

Durch die Krankheit zur Fotografie gekommen, ist Elisabeth Vorstoffel. Bei ihr äußert sich die Krankheit durch Probleme beim Laufen und einer Muskelstarre. Für sie als leidenschaftlicher Wander- und Naturfreund ein ganz großes Problem. „Das geht so leider nicht mehr. Damals war ich am Boden, wortwörtlich wie gelähmt“, sagt sie. Die Diagnose hatte sich die gelernte Bankkauffrau selber gestellt. Zum Einstellen der Medikamente kam sie nach Rummelsberg. Für Sie auch ein Glücksfall. „Man fühlt sich wie in einer großen Familie“, sagt sie über das Team von Dr. Winterholler und Oberarzt Harald Erxleben. Die Kunst hilft ihr, mit ihrer Krankheit klar zu kommen. „Bilder sind für mich das Ergebnis von Erlebtem, wie der Sonnenauf- oder der Untergang. Mit der Zeit habe ich einen Blick für besondere Einstellungen entwickelt“, so die 64-jährige Forchheimerin. Leider setzt auch bei ihr (James) Parkinson immer wieder Nadelstiche. Mit einem Schiefhals, dem Laufen oder Schlaf-Rhythmus-Störungen hat sie stets zu kämpfen. Das erinnert sie dann immer wieder daran, dass sie nicht gesund ist. Die Kunst ist es, die ihr Energie und Kraft gibt. „Man muss das Beste daraus machen und einen Weg für sich finden. Ich sage mir immer: der Chef bin ich, nicht der Parkinson.“

Bildunterschrift:

Chefarzt PD Dr. Martin Winterholler (Bildmitte), Initiator des Parkinson-Symposiums, bot den beiden Patienten Gerhard Adolf und Elisabeth Vorstoffel eine Plattform, ihre Kunst einem größeren Publikum zu präsentieren.

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