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Globaler Militarisierungsindex 2017 - Regionale Trends, Militarisierung und Korruption

04.12.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Der Zusammenhang zwischen Erdölpreisverfall und Militarisierungsgrad wird 2017 vor allem in Mittel- und Südamerika sowie im Nahen und Mittleren Osten deutlich. Der Globale Militarisierungsindex (GMI) 2017 untersucht nicht nur solche und andere regionale Trends, sondern setzt seine Daten erstmals mit dem Government Defence Anti-Corruption Index von Transparency International ins Verhältnis.



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Die zehn Länder, die an der Spitze des Globalen Militarisierungsindex (GMI) 2017 stehen, sind Israel, Singapur, Armenien, Russland, Südkorea, Kuwait, Jordanien, Zypern, Griechenland und Brunei. Diese Staaten stellen dem Militär, im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen, besonders viele Ressourcen zur Verfügung. Obwohl Israel an absoluten Militärausgaben mit knapp 18 Milliarden US-Dollar zwar deutlich weniger aufwendet als etwa Russland (69,2 Milliarden US-Dollar) oder Südkorea (36,8 Milliarden US-Dollar), rangiert es beim GMI abermals auf Platz 1. So liegt es im Verhältnis der schweren Waffen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weit vorn. „Auch das israelische Wehrpflichtsystem führt zu einer sehr hohen Zahl des militärischen Personals im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Dies schlägt sich dementsprechend deutlich im GMI nieder“, erläutert Autor Dr. Max M. Mutschler.

Amerika

Die USA 2016 gaben mit über 611 Milliarden US-Dollar mit großem Abstand weltweit das meiste Geld für ihr Militär aus. Die Militärausgaben der USA stiegen zum ersten Mal seit 2009 wieder. Nach Kuba (Platz 27) ist es mit Platz 31 das höchst militarisierte Land der Region. Auch wenn die Trump-Administration noch keine nationale Sicherheitsstrategie vorgelegt hat, ließ sie bereits klar erkennen, dass sie eine Stärkung des Militärs anstrebt und die finanziellen Mittel für das Pentagon deutlich aufstocken will. „Wenn sich die Vergleichswerte (etwa BIP oder Bevölkerungszahl) nicht in gleichem Maße wie die geplanten Militärausgaben steigern, wird dies die Militarisierung in den nächsten Jahren deutlich erhöhen“, lautet Max Mutschlers Prognose.

Während die Staaten Mittelamerikas und der Karibik mit Ausnahme Kubas einen relativ niedrigen Militarisierungsgrad aufweisen, liegen die südamerikanischen Staaten eher im oberen Mittelfeld. Im Gegensatz zu den USA sind die Militärausgaben zwischen 2015 und 2016 sowohl in Südamerika (um 7,7 Prozent) als auch in Mittelamerika und der Karibik (um 9,1 Prozent) zurückgegangen. Für die erdölexportierenden Staaten - Venezuela (Platz 100), Ecuador (Platz 58), Peru (Platz 46) und Mexiko (Platz 123) - wirkte sich insbesondere der Verfall des Ölpreises reduzierend auf die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel aus.

Naher und Mittlerer Osten

Alle Staaten der Region mit Ausnahme des Irak sind unter den 30 am stärksten militarisierten Ländern zu finden. „Vor allem den Golfstaaten ermöglichten die Einnahmen aus dem Export fossiler Rohstoffe sehr hohe Ausgaben für das Militär. Der Ölpreisverfall seit 2014 hat dies - zumindest teilweise - geändert“, kommentiert Max Mutschler. In Saudi-Arabien sanken die Militärausgaben zwischen 2015 und 2016 um 30 Prozent, nachdem sie zuvor seit 2002 gestiegen waren. „Mit Militärausgaben von 63,7 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 10,4 Prozent am BIP entspricht, hat Saudi-Arabien allerdings immer noch die höchsten Militärausgaben in der Region und befindet sich weltweit gesehen auf Platz vier hinter den USA, China und Russland“, räumt Mutschler ein. Während die Militärausgaben in Irak, Bahrain, Ägypten und Oman abnahmen, steigerten sie sich in Kuwait um 16 Prozent und im Iran, dessen ökonomische Situation sich durch die Aufhebung der internationalen Sanktionen verbesserte, um 17 Prozent.

Militarisierung und Korruption

Der diesjährige GMI setzt den Militarisierungsgrad ins Verhältnis zum Government Defence Anti-Corruption Index (GI) von Transparency International (TI). Der Rüstungssektor ist besonders intransparent und anfällig. „Korrupte Eliten tätigen Rüstungsgeschäfte, die häufig zwar verteidigungspolitisch wenig sinnvoll sind, aber ihnen helfen, sich zu bereichern“, schätzt Max Mutschler ein. So sind Länder wie Kuwait (Platz 6), Jordanien (Platz 7), Aserbaidschan (Platz 11), Oman (Platz 13) Algerien (Platz 14), Bahrain (Platz 15) oder Saudi-Arabien (Platz 17) einerseits im GMI weit oben zu finden; andererseits benennt sie der GI als Staaten mit einem besonders hohen Korruptionsrisiko.

Der Vergleich der Indices macht jedoch deutlich, dass Korruption keineswegs nur bei besonders hoch militarisierten Staaten sondern auch bei vielen Staaten mit vergleichsweise niedrigem Militarisierungsgrad auftritt, was auf Defizite im Sicherheitssektor und schwache staatliche Institutionen hinweist. „Länder mit einem kritischen GI-Ranking bei gleichzeitig niedrigem GMI-Wert sind etwa die Demokratische Republik Kongo (Platz 118), Kamerun (Platz 120), Äquatorialguinea (Platz 129), Burkina Faso (Platz 132), Sierra Leone (Platz 140), Malawi (Platz 146), Gambia (Platz 149) oder Liberia (Platz 150)“, veranschaulicht Max Mutschler.

Der GMI

Der Globale Militarisierungsindex bildet alljährlich das relative Gewicht des Militärapparats von Staaten im jeweiligen Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Er stellt zum Beispiel die Militärausgaben ins Verhältnis zum BIP und den staatlichen Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP). Der GMI 2017 umfasst 151 Staaten und basiert auf den aktuellsten vorliegenden Zahlen, in der Regel sind das die Daten des Jahres 2016. Der Index wird durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Weitere Informationen zum GMI

Globaler Militarisierungsindex 2017
https://www.bicc.de/publications/publicationpage/publication/global-militarization-index-2017-785/

GMI (verschiedene Datensätze und interaktive Weltkarte)
http://gmi.bicc.de/

GMI Ranking Table
http://gmi.bicc.de/index.php?page=ranking-table

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Das BICC (Bonn International Center for Conversion – Internationales Konversionszentrum Bonn) ist ein außeruniversitärer Think Tank mit einem internationalen Mitarbeiterstab. Es wurde 1994 gegründet und ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft. Der Forschungsdirektor des BICC hat eine Professur für Friedens- und Konfliktforschung an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn inne. www.bicc.de

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Susanne Heinke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Quelle: idw

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