(openPR) Moderne Praxiskonzepte rund um das sichere Implantieren waren gefragt beim 1. dentalen Adria-Kongress auf Hvar. Konzipiert wurde der dreitägige Kongress von Christoph Bösing (Bösing Dental, Bingen). Mit viel Engagement und dem Blick in die digitale Zukunft präsentierte er international bekannte Referenten, die sich den neuen Trends im Bereich der Implantologie und Ästhetik widmeten. Das implantologische Programm beinhaltete Themen zur digitalen Implantologie und Planung sowie neuen chirurgischen Konzepten bei der Sofortversorgung.
Shift weg von High End
Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas wurden die Teilnehmer auf den neuesten wissenschaftlichen Stand der Implantologie gebracht. Besonders hob der Wissenschaftler den Trend zu minimalinvasiven implantologischen Eingriffen hervor. „Shift weg von High End. Digitale Planungen helfen Belastungen für den Patienten zu vermeiden.“ Das umfasst nicht nur die 3D-Implantatplanung, sondern auch die 3D-Knochenplanung.
Allogene Knochenzubereitungen als Beitrag zur Standardisierung und Ablaufoptimierung
Prof. Dr. Dr. Elmar Esser stellte die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandards von prozessierten allogenen Knochenzubereitungen dar und verwies auf lediglich hypothetische Restrisiken von biologischen Transplantaten hinsichtlich Infektiosität und Antigenität .Aufgrund der positiven Ergebnisse der Literatur mit kortiko-spongiösen Alloblöcken und Techniken mit Spongiosa-Granulat mit Schalen- oder GBR-Techniken bietet der Allotransfer beste Voraussetzungen zur Standardisierung und Ablaufoptimierung.
Im Trend: digital vorgefertigte Knochenblöcke
„Die digitalen Techniken bieten viele Vorteile in der Planung und Umsetzung von Knochenaugmentation, Implantation sowie Fertigung von individuellen Abutments und Zahnersatz.“ erläuterte Zahnarzt Dr. Frank Maier in seinem Vortrag. Ausgehend von der prothetischen Zielvorgabe kann jeder Behandlungsschritt digital vorweggenommen werden. Dabei ist die Kommunikation zwischen Patient, Zahnmediziner und Zahntechniker entscheidend für den Erfolg. Mit digital vorgefertigten kortikospongiösen Knochenblöcken wird nicht nur die Formgebung verbessert, auch die Behandlung ist schonender und Operationszeit wird eingespart. Dr. Frank Maiers Fazit: Die geführte Implantation mit vorgefertigten Sulkusformern und individuellen Abutments wird zu einem neuen Standard.
Auch Dr. Stefan Wentaschek vertritt die Meinung, dass eine dezidierte Planung bei vermeintlichen Routinefällen, mechanische, biologische sowie ästhetische Spätkomplikationen vermeiden hilft. Hierbei komme es laut Dr. Wentaschek auf die Kumulation von Risikofaktoren an. Minimalinvasive Konzepte erlauben eine hohe Patientenzufriedenheit. Das stellte er auch in seinen Patientenfällen dar, bei dem die 3D-Planung zu einem reduzierten operativen Aufwand führte. „3D-Planung erlaubt die optimale Ausnutzung der vorhandenen anatomischen Strukturen“ schloss der Zahnmediziner sein Referat.
Prof. Dr. Dr. Elmar Esser präsentierte sehr gute Ergebnisse insbesondere bei der Augmentation externer Kieferkammdefekte mit simultaner Implantation. Bei der Durchführung der allogenen Schalentechnik sowie einer allogenen GBR-Membrantechnik unter Verwendung von peressigsäure-sterilisierten Knochenzubereitungen des Deutschen Institutes für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) Berlin, lag die Komplikationsrate bei ca. 8 %, die Implantatverlustrate bei ca. 2,5% und die Rate an sekundärer Augmentation bei ca. 1%. Die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit sowie die Handlingsvorteile wie Standardisierung, Präfabrikation, OP-Zeitverkürzung und Vermeidung von Entnahme-Morbiditäten mindern wie beim präformierten Alloblock Aufwand und Belastung erheblich. Dies belegten, so Prof. Esser, klinische Fallserien mit äquivalenten Ergebnisse zum autologen Knochentransfer mit grundsätzlich gleichen operationstechnischen Augmentationsverfahren.
Um den optimalen Implantatationszeitpunkt mit dem bestmöglichen Material ging es in dem Vortrag von Dr. Frank Kornmann. Er stellte differenzialtherapeutische Überlegungen zur Materialwahl an und zeigte Behandlungkonzepte für eine Sofort- oder Spätbelastung.
Unsichtbare KfO
Dr. Moritz Försch ist Fachzahnarzt für Kieferorthopädie. Er zeigte Behandlungsansätze in der Erwachsenenkieferorthopädie unter interdisziplinären Aspekten. Als erfolgreiche Therapie zur Behandlung von Zahnkorrekturen, wie Schiefstellungen und Lücken, präsentierte er die Alignerschiene „Secret Smile“. Bei den Secret-Smile-Schienen von Bösing Dental handelt es sich um transparente Kunststoffschienen, deren Anzahl je nach Grad der Schiefstellung vom Zahnarzt festgelegt wird.
Von dem Trendthema 3D-Druck handelte die Präsentation von Burkhart van Soest. Der Dipl.-Physiker stellte seinen eigenen konzipierten 3D-Drucker vor, mit dem die Umsetzung von Modellen, Schienen und provisorischen Versorgungen einfach machbar ist.
Praktisch wurde es in dem Workshop von Dr. Thomas Borrmann. Gemeinsam mit den Teilnehmern übte er die digitale 3D-Implantatplanung mit coDiagnostiX. Mit der Implantatplanungssoftware ist die Insertion von Dental-Implantaten einfach und präzise planbar. Ebenso ermöglicht die Software die Konstruktion von Bohrschablonen für eine schnelle, präzise und sichere Implantatinsertion mit vorhersagbaren Ergebnissen.
„Von Ästhetik bis Digital“ - die begeisterten Kongressteilnehmer setzten theoretisch erworbenes Wissen auch in praktischen Workshops um – und nebenbei genossen sie den kroatischen Spätsommer bei einem gut organisierten Rahmenprogramm. Alle waren sich einig: „Wir kommen wieder – zum 2. Dentalen Adria-Kongress vom 30.09. – 02.10.2018“











