openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Intelligentes Wassermanagement für Indiens Städte

24.11.201714:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Intelligentes Wassermanagement für Indiens Städte
See in Coimbatore (J. Jackson)
See in Coimbatore (J. Jackson)

(openPR) Anfang Oktober fiel der Startschuss für das vom Bundesumweltministerium aus der »Exportinitiative Umwelttechnologien« geförderte Projekt »Smart Water Future India«. Ziel des vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB koordinierten Projekts ist es, ein Konzept für das intelligente Wassermanagement der südindischen Millionenstadt Coimbatore zu erarbeiten. Dabei sollen auch Wege aufgezeigt werden, wie die boomenden Metropolen Indiens mithilfe deutscher Wasser- und Abwassertechnologien unterstützt werden können.



---
Die Wirtschaft Indiens boomt. Damit zieht es die Menschen des großteils noch ländlich geprägten Schwellenlands vermehrt in die wirtschaftlich bedeutsamen Ballungsgebiete. Während 2016 noch rund ein Drittel der 1,31 Milliarden Menschen Indiens in Städten lebte, wird die Stadtbevölkerung bis 2050 um weitere 400 Millionen Menschen wachsen, wie die Vereinten Nationen prognostizieren. Doch der Ausbau der städtischen Infrastruktur im Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Erde hält schon jetzt kaum Schritt mit der rasanten Urbanisierung. Es mangelt an Wohnraum, der öffentliche Nahverkehr ist zu Stoßzeiten hoffnungslos überlastet, das städtische Stromnetz bricht unter der hohen Nachfrage immer häufiger zusammen.

Darüber hinaus sind es vor allem die Wasserversorgung und Abfall- und Abwasserentsorgung, die Indiens Metropolen zu schaffen machen: Vielerorts ist die Versorgung mit Trinkwasser auf ein paar Stunden pro Tag beschränkt, viele Stadtviertel sind noch gar nicht an die Wasserversorgung angeschlossen. Ebenso fehlen in vielen städtischen Gebieten Abwasserkanalisation und Kläranlagen. Abwässer werden daher unbehandelt in Flüsse und Seen eingeleitet, die gleichzeitig Trinkwasser für die kommunale Wasserversorgung liefern.
Mit intelligenten Konzepten zum Water Innovation Hub

Intelligente Lösungen, um die sich rasant entwickelnden Städte lebenswerter, effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten, will das vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB koordinierte Projekt »Smart Water Future India« erarbeiten, das seit Anfang Oktober vom deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BUMB) gefördert wird. Am Beispiel der südindischen Millionenstadt Coimbatore, Verkehrsknotenpunkt im Bundesstaat Tamil Nadu, soll ein Konzept für das nachhaltige Wassermanagement einer intelligent vernetzten Stadt entwickelt werden.

Der Kern des neuen Ansatzes liegt darin, die Herausforderungen bei der Stadtentwicklung nicht getrennt nach den herkömmlichen Sektoren zu betrachten. »Vielmehr sollen im Sinne des Nexus Wasser-Energie-Ernährungssicherheit Lösungen für Wasserversor-gung, Energieversorgung und Ernährungssicherheit übergreifend entwickelt und intelligent vernetzt werden, um die Konkurrenz um Ressourcen zu vermindern«, erklärt Dr. Marius Mohr, Wasserexperte am Fraunhofer IGB und Koordinator des Projekts. Für die Bedarfsanalyse lehnt sich das Projekt an die im Rahmen der Fraunhofer-Initiative Morgenstadt entwickelte Methodik des »Morgenstadt City Lab« an, die Mohr bereits in der georgischen Hauptstadt Tiflis erfolgreich angewandt hat.

Konkrete Handlungsempfehlungen sollen den städtischen Entscheidern aufzeigen, wie sie die Situation in Wasserversorgung und Abwasserentsorgung nachhaltig verbessern können. Von den Maßnahmen profitiert schließlich auch die Umwelt – durch reduzierten Verbrauch von Ressourcen und die Entlastung von Grundwasser und Oberflächengewässern.

Gleichzeitig kann das Projekt deutschen Unternehmen der Wasserbranche den Zugang zum gewaltigen indischen Markt der Wasser- und Abwasserwirtschaft erleichtern. Obschon die Studie ergebnisoffen erfolgt und sich allein am Bedarf in Indien orientiert, ist es das Ziel, mit dem Projekt die Weichen für langfristige Partnerschaften deutscher Firmen mit der indischen Wasserbranche zu stellen – auch über das Ende des Vorhabens hinaus. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen der deutschen Wasserbranche können so von dem Netzwerk profitieren, das in Coimbatore einen »Water Innovation Hub« etablieren soll.
Coimbatore – Smart City in Südindien

Mit 1,7 Mio Einwohnern auf 257 Quadratkilometern ist Coimbatore eine der über 50 typischen von der Industrie geprägten Millionenstädte Indiens. In Coimbatore gibt es aktuell etwa 50 000 Haushalte, die nicht an die Wasserinfrastruktur und Stromversorgung angeschlossen sind. Schätzungen zufolge wird die Bevölkerung der südindischen Stadt in den kommenden 30 Jahren um eine weitere Million Menschen wachsen. Die Sicherung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ist eines der dringendsten Probleme: Auch hier kann die Wasserversorgung nur für ein paar Stunden am Tag aufrecht erhalten werden. Nicht einmal 40 Prozent des Abwassers werden über ein zentrales Kanalisationssystem abgeleitet. Coimbatore ist eine der drei von Deutschland unterstützten »Smart Cities« in Indien (siehe Infokasten).

Projektpartner und Förderung

Das Projekt »Smart Water Future India« wird von Oktober 2017 bis März 2019 im Rahmen der »Exportinitiative Umwelttechnologien« des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Projektpartner neben dem Fraunhofer IGB sind das Stuttgarter Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer Advanced Building Technologies GmbH, das ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main und die Kölner trAIDe GmbH – Partner für die internationale Geschäftsanbahnung.

100 Smart Cities« und deutsch-indische Zusammenarbeit

Mit dem 2015 ins Leben gerufenen Smart-City-Programm fördert die indische Regierung 100 Städte. Durch neue Technologien und Investitionen in eine durchgehende Wasser- und Stromversorgung, einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr und bessere Bildungsangebote sollen effiziente, nachhaltige und lebenswerte urbane Räume entstehen.

Im Rahmen der deutsch-indischen Zusammenarbeit unterstützt Deutschland drei dieser indischen Städte, darunter Coimbatore, bei der Umsetzung ihrer Smart-City-Pläne. Ziel der Stadt Coimbatore ist es, bis 2045 alles Abwasser zu sammeln und zu reinigen. Dabei soll 70 Prozent des Wassers wiederverwendet werden und auch Regenwasser genutzt werden.

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 981993
 395

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Intelligentes Wassermanagement für Indiens Städte“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Bild: Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mitBild: Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
Ein neues Forschungskonsortium erarbeitet im Auftrag der EU einen Fahrplan für die Weiterentwicklung der Organ-on-a-Chip-Technologie. Unter Leitung des Leiden University Medical Centers und der niederländischen Forschungsorganisation hDMT (Institute for human Organ and Disease Model Technologies) forschen die Beteiligten mit dem Ziel, eine europäische Infrastruktur aufzubauen, um eine koordinierte Entwicklung, Produktion und Implementierung von Organ-on-a-Chip-Systemen zu ermöglichen. Das Konsortium wird von der EU im Rahmen des Programmberei…
Bild: Fraunhofer IGB’s Svenja Hinderer is an Honoree of Technology Review’s 2017 Innovators under 35 listBild: Fraunhofer IGB’s Svenja Hinderer is an Honoree of Technology Review’s 2017 Innovators under 35 list
Fraunhofer IGB’s Svenja Hinderer is an Honoree of Technology Review’s 2017 Innovators under 35 list
Stuttgart, Germany – August 17, 2017: Yesterday, MIT Technology Review has revealed its annual list of Innovators Under 35. For over a decade, the global media company has recognized a list of exceptionally talented technologists whose work has great potential to transform the world. Svenja Hinderer, scientist at the Fraunhofer Institute for Interfacial Engineering and Biotechnology IGB, Stuttgart Germany, has been recognized as an inventor for her work. --- At Fraunhofer IGB, Hinderer is working in the Cell and Tissue Engineering Department…

Das könnte Sie auch interessieren:

NAI Research-Spotlight der Woche: Neu-Delhi
NAI Research-Spotlight der Woche: Neu-Delhi
… den Immobilienstandort Neu-Delhi. Darin informiert das Unternehmen über die aktuellen Wirtschafts- und Immobilienmarktdaten sowie die erwarteten Trends und Entwicklungen der Hauptstadt Indiens. Neu-Delhi liegt im Unionsterritorium Delhi und ist Verwaltungszentrum, Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum. Da Neu-Delhi und die Stadt Delhi eine …
Bild: Duschwasser zum Gießen grüner Stadtoasen senkt HitzegefahrBild: Duschwasser zum Gießen grüner Stadtoasen senkt Hitzegefahr
Duschwasser zum Gießen grüner Stadtoasen senkt Hitzegefahr
… Fachkenntnissen aus Wohnungs- und Gartenbau, Wasserwirtschaft, Be-wässerungstechnik sowie künstlicher Intelligenz (KI) und Gesundheit hat im Zuge des Projekts ein Wassermanagement entwickelt, das dezentrale, anpassungsfähige und KI-gestützte Systeme inte-griert. Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Silvio Beier von der Bauhaus-Universität Weimar: „Die Steuerzentra-le …
Bild: Buchveröffentlichung – Reisebericht 'Indien'Bild: Buchveröffentlichung – Reisebericht 'Indien'
Buchveröffentlichung – Reisebericht 'Indien'
… berichten von einer 5-wöchigen, individuellen Rundreise durch das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl auf der Welt. Im Hotel in Delhi buchten sie eine mehrtägige Rajasthan-Rundfahrt. Vom Goldenen Dreieck Indiens hat wohl schon fast jeder gehört. Es wird durch die drei Städte Delhi, Agra mit dem Taj Mahal und die „Rosa Stadt“ Jaipur gebildet. Das sind …
Bild: Bernhard Wolff für Conga-Award für Live Kommunikation nominiertBild: Bernhard Wolff für Conga-Award für Live Kommunikation nominiert
Bernhard Wolff für Conga-Award für Live Kommunikation nominiert
… unter die zehn Besten. Bernhard Wolff steht seit über 20 Jahren als Moderator auf der Bühne. Der Wirtschaftspädagoge und Geschäftsführer der Think-Theatre GmbH für intelligentes Entertainment ist mit seinem Vortrag „Think innovative!“ auf vielen hochkarätigen Tagungen präsent. Wolff moderiert in diesem Jahr u.a. auch die Internationale Convention der …
Reise durch die Zeit - Indien - Kontinent im Spannungsfeld zwischen Tradition und Hyperspace
Reise durch die Zeit - Indien - Kontinent im Spannungsfeld zwischen Tradition und Hyperspace
… Gebieten. An einem Tag erlebt man ein farben- und formenprächtiges Traum- und Märchenindien wie aus „Tausendundeiner Nacht“. Und am nächsten bummelt man durch Indiens Metropolen ins 21. Jahrhundert. Paradeast.com, Online-Spezialist für den Osten, stellt Reisen für jeden Geldbeutel vor. Neben preiswerten Erlebnis- und Studientouren für Einsteiger bietet …
IFAT München: iPERL – der Schlüssel für ein intelligentes Wassernetz
IFAT München: iPERL – der Schlüssel für ein intelligentes Wassernetz
… Trinkwasserqualität oder die effiziente Nutzung der Ressource zu gestalten. Mit solchen Lösungen können Versorger weltweit etwa 7,5 Mrd. Euro an Verlusten einsparen. Für ein bedarfsorientiertes Wassermanagement ist die Bereitstellung von exakten Messdaten der Anfang und eine der wichtigsten Voraussetzungen. Mit einem Anlaufwert von 1 l/ h und einem Messbereich …
Bild: Mit Enchanting Travels auf den Spuren des „Dschungelbuchs“ in Indien: Dschungelkönig Tiger hautnah begegnen.Bild: Mit Enchanting Travels auf den Spuren des „Dschungelbuchs“ in Indien: Dschungelkönig Tiger hautnah begegnen.
Mit Enchanting Travels auf den Spuren des „Dschungelbuchs“ in Indien: Dschungelkönig Tiger hautnah begegnen.
… den Spuren des „Dschungelbuchs“ in vier der artenreichsten Nationalparks in Indien führt, buchbar unter enchantingtravels.de/reisen/indien-reise/die-dschungelbuch-reise/, Preise ab 4.455€/pro Person.Indiens lebendiges Tierreich und Tigersafaris stehen bei dieser Dschungelbuch-Reise im Mittelpunkt. Bei einer Stadtbesichtigung in Delhi stehen hier zuerst …
Bild: Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für GrundschulenBild: Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für Grundschulen
Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für Grundschulen
… Spielerischer Ansatz Im Fokus des jeweils ungefähr 90-minütigen Programms vom Project WET und Nestlé Waters stehen dabei die Folgen des Klimawandels und regionales Wassermanagement. Schüler werden spielerisch angeregt, eigene Lösungsansätze für einen weltweiten Schutz von Trinkwasserressourcen zu entwickeln. So wird beispielsweise beim Spiel mit einem …
Wie zukunftsfähig ist Ihre Stadt?
Wie zukunftsfähig ist Ihre Stadt?
… Instrumenten für den gezielten Einsatz auf speziellen Gebieten wie nachhaltige urbane Mobilität, digitale Transformation von Städten, die urbane Energiewende oder intelligentes Wassermanagement. 30 Städte haben sich dem wissenschaftlichen Städte-Ranking schon unterzogen, Karlsruhe, München und Jena führen die Liste momentan an. Die vorläufigen Ergebnisse …
Sie lesen gerade: Intelligentes Wassermanagement für Indiens Städte