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Wie Schweizer Gemeinden mit Risiken umgehen

21.11.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Berner Forschende haben mit einer breit angelegten Umfrage erstmals erfasst, welche Risiken aktuell für Schweizer Gemeinden besonders relevant sind und welche Massnahmen sie dagegen ergreifen. Die Ergebnisse zeigen auf, wie wichtig ein erfolgreiches Risikomanagement und interne Kontrollmechanismen in Gemeinden sind.



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Risikomanagement (RM) und Interne Kontrollsysteme (IKS) bei der öffentlichen Hand sind in aller Munde. Bei Finanzskandalen, Schäden durch Naturkatastrophen oder Kostenüberschreitungen bei Investitionsprojekten wird oftmals der Vorwurf laut, dass IKS und RM nicht ausreichend genutzt werden, um das Vermögen besser abzusichern und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Das Institut für Unternehmungsrechnung und Controlling (IUC) der Universität Bern hat eine breit angelegte Fragebogenstudie durchgeführt, um erstmals den Einfluss von Risiken auf Schweizer Gemeinden zu erfassen und Benchmarks zur Umsetzung von IKS und dem RM in Schweizer Gemeinden zu ermitteln. 196 Gemeinden mit mehr als 2’000 Einwohner aus drei verschiedenen Sprachregionen haben an der Studie teilgenommen. Der Grossteil (82%) der Teilnehmenden üben eine Tätigkeit als Finanzverwalterin oder -verwalter aus. Zusätzlich zu den Gemeinden wurden zudem 14 Expertinnen und Experten für Schweizer Gemeinden zu ihrer Risikoeinschätzung befragt. Dabei handelt es sich zum einen um Forschende auf diesem Gebiet, zum anderen um Kaderpersonen aus kantonalen Ämtern für Gemeinden.

Unterschiedliche Wahrnehmungen bei Gemeinden und Experten

Am höchsten schätzten Finanzverwalterinnen und -verwalter aus den Gemeinden soziale Risiken, Ausländer/Asylrisiken, Finanzierungsrisiken und Risiken in Bezug auf Steuern ein. Dabei zeigen sich jedoch regionale Unterschiede: Deutschsprachige Gemeinden stufen soziale Risiken, Ausländer-/Asylrisiken und Risiken des demographischen Wandels höher ein. Finanzierungsrisiken und steuerbezogene Risiken werden dagegen in französischsprachigen Gemeinden höher eingeschätzt, obwohl gerade französischsprachige Kantone zum Teil überdurchnittliche Ausländeranteile aufweisen.

Auch stimmt die Sicht der Finanzverwaltungen nicht überall mit den Expertenmeinungen überein: Die zusätzlich befragten Expertinnen und Experten für Schweizer Gemeinden stuften neben sozialen Risiken und Ausländer/Asyl-Risiken vor allem Risiken aus dem demographischen Wandel als am höchsten ein. Ein Vergleich dieser Einschätzungen zeigt, dass die Gemeinden im Durchschnitt Risiken zu Bau, Steuern und Fehlverhalten in der Gemeindeverwaltung überschätzen, dagegen vor allem soziale Risiken sowie Risiken des demographischen und gesellschaftlichen Wandels unterschätzen.

«Indem erstmals erfasst wurde, wie Schweizer Gemeinden Risiken einschätzen, und diese Einschätzung Expertenmeinungen gegenübergestellt wurde, bietet die Studie wertvolle Anhaltspunkte für ein effizientes Risikomanagement», sagt Prof. Dr. Markus Arnold, Direktor des Instituts für Unternehmensrechnung und Controlling. «Wenn Finanzverwalterinnen und -verwalter möglicherweise Risiken in ihrem eigenen Erfahrungsbereich als zu wichtig erachten und andere, relevante Risiken weniger beachten, kann das zu einem falsch gesetzten Fokus der Gemeindestrategie im Risikomanagement führen.»

Interne Steuerung wenig genutzt

Im Rahmen des Fragebogens wurde auch erfasst, welche Steuerungsinstrumente im Bereich Interne Kontrollsysteme (IKS) und Risikomanagement (RM) aktuell in Schweizer Gemeinden bestehen und wie sie bei Schadensfällen genutzt werden. Dabei zeigte sich, dass einerseits viele Dokumente, die es für eine erfolgreiche interne Steuerung braucht, wie etwa Zielvereinbarungen und Pflichtenhefte, in sehr vielen Schweizer Gemeinden bereits lange existieren. Andererseits sind spezifischere Instrumente, die zum Teil sinnvolle Ergänzungen im Bereich interner Steuerung und Risikomanagement darstellen könnten – wie zum Beispiel ein Risikokatalog oder Weisungen für ein Krisenmanagement – nur selten vorhanden sind. Zudem werden IKS und RM aktuell vor allem reaktiv-defensiv zur Bewahrung des aktuellen Vermögens genutzt, nicht jedoch proaktiv-antizipierend als internes Steuerungsinstrument, um die Effizienz in den Gemeindeprozessen zu erhöhen.

Schadensfälle könnten verhindert werden

Dass solche Steuerungsinstrumente Sinn machen können, zeigt die Analyse von Schadensfällen in Schweizer Gemeinden. Im Zeitraum der letzten 10 Jahre hatten zwar nur knapp ein Viertel der Gemeinden Schadensfälle zu verzeichnen. Dabei zeigen sich jedoch gravierende Unterschiede, je mehr Kontrollmechanismen eingesetzt werden: Während in den Gemeinden, die am wenigsten Kontrollmechanismen durchführen, Schadensfälle in 31% der Fälle auftreten, reduziert sich das Risiko eines Schadenfalls bis auf rund 15% in den Gemeinden, die am meisten Kontrollmechanismen verwenden. «Dies zeigt das Potenzial, das ein gut designtes System an Kontrollprozessen in Gemeinden entfalten kann», sagt Arnold. Dies sei umso mehr der Fall, als Finanzverwalterinnen und -verwalter in Gemeinden, die wenige Kontrollprozesse nutzen, die Wahrscheinlichkeit eines Schadensfalls grundsätzlich geringer einschätzen, als sie eigentlich sind.

Weitere Informationen:
- http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2017/medienmitteilungen_2017/wie_schweizer_gemeinden_mit_risiken_umgehen/index_ger.html
- http://www.iuc.unibe.ch/unibe/portal/fak_wiso/a_bwl/inst_uc/content/e219118/e623470/files623474/risk_survey_2017_ger.pdf

Quelle: idw

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