(openPR) Anfang November fanden an der Northern Business School – Hochschule für Management und Sicherheit drei Antrittsvorlesungen neuer Professoren statt. Mit dabei: Prof. Dr. Michael Becken, Professur Immobilienmanagement, der über das Thema "Crowdinvesting als Form der Projektentwicklungsfinanzierung" referierte.
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Prof. Dr. Becken war der zweite Vortragende des Abends. Er behandelte das Thema "Crowdinvesting als Form der Projektentwicklungsfinanzierung" und damit eine Finanzierungsmethode, die sich u. a. auch im Immobilienwesen seit längerem zunehmender Beliebtheit erfreut. Zunächst grenzte er den Begriff "Crowdinvesting" von dem verwandten Begriff "Crowdfunding" ab. Bestehe der Ertrag der Investoren beim Crowdfunding im fertigen Produkt oder den Zinserträgen des eingesetzten Kapitals, so bestehe er beim Crowdinvesting in einer möglichen Gewinnbeteiligung. Entgegen des gegenwärtigen Hypes um die Finanzierungsmethode – insbesondere im digitalen Bereich – sei dessen Anteil am Gesamtinvestitionsvolumen mit 176 Mio. € jedoch als gering einzustufen. Weiterhin betrachte Becken das Angebot einzelner Crowdinvesting-Plattformen: Erscheine der Investitionsprozess auf den ersten Blick transparent und simpel, so birge das Crowdinvesting auf den zweiten Blick bedeutsame Risiken für den Investor. In der Regel würden die Anbieter die versprochene Rendite erst nach erfolgreichem Abschluss des Immobilienprojektes auszahlen.
In Hinblick auf die Finanzierungsstruktur eines Immobilienprojektes ist das Crowdinvesting-Kapital beim einzubringenden Eigenkapital des Projektentwicklers anzusiedeln. Dies beträgt 15-30 % der Gesamtinvestitionskosten. 70-85 % werden durch Bankfinanzierung (Fremdkapital) abgedeckt. Hierbei sei hervorzuheben, dass die Crowdinvestoren – wie üblicherweise nur der Projektentwickler als Eigenkapitalgeber – das höchste Ausfallrisiko im Falle eines Misserfolges des Projektes tragen. Dennoch, so Becken, sei die zu erwartende Rendite vergleichsweise gering. Zusätzlich zu der eingeschränkten Erfolgssicherheit des Crowdinvestings sei der Betrieb der erwähnten Plattformen aufgrund regulatorischer Anforderungen und der Vielzahl von Investoren trotz zahlreicher digitaler Automatismen kostenintensiv, verglichen mit klassischen Methoden der Einbindung von Drittmitteln in Immobilienprojektentwicklungsvorhaben. Dies müsse sich dann zwangsläufig schmälernd auf die zu erwartende Rendite der Crowdinvestoren auswirken.
Insgesamt betrachtet überwiegen Becken zufolge derzeit die Nachteile des Crowdinvestings: Der schnellen und einfachen Verfügbarkeit steht eine geringe Rendite bei hohem Risiko gegenüber. Das geliehene Kapital ist für die Projektentwickler vergleichsweise günstig (geringe Zinsen), die Betreiberkosten für die Plattformen sind jedoch hoch. Es wird sich zeigen, ob sich die Crowdinvesting-Modelle mit diesem Geschäftsansatz langfristig im Projektentwicklungsgeschäft etablieren können.
Weitere Informationen:
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Quelle: idw












