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Praktische Digitalisierungs-Anwendungen für Mittelständler

Bild: Praktische Digitalisierungs-Anwendungen für Mittelständler
Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk - Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys)
Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk - Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys)

(openPR) Seit 1. Oktober 2017 ist Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk neuer Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys). Er folgt Prof. Dr. Richard Göbel nach. Wir wollten von ihm wissen, wie sich das iisys künftig positioniert und welche Schlüsselfelder es zu bearbeiten gilt. Deutlich appelliert er an die heimischen Firmen, auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen – das iisys steht für Kooperationen bereit. Praktische Anwendungen für Mittelständler – darauf setzt der neue Leiter des iisys im Gespräch mit Anne-Christine Habbel:



Welche Schwerpunkte werden Sie als neuer Leiter setzen?

Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk: Das iisys geht mit dem neuen Schwerpunkt Industrie 4.0 auf die produzierenden Unternehmen zu. Wir wollen Informatik und Ingenieurwesen verbinden und bewährte Algorithmen im Kontext produzierender Unternehmen anwenden.

Das große Ziel dabei ist, auf Basis detaillierter Information über Anlagenzustand und Auslastung einen optimalen, vielleicht sogar unternehmensübergreifenden Produktionsplan zu formulieren und auszuführen. Die Planung soll dabei automatisiert auf veränderte Bedingungen reagieren und muss dafür oft durchgeführt werden. Die Herausforderungen liegen dabei weniger in den bereits gut erforschten Lösungsverfahren als in deren Anwendung auf unscharfe Daten bzw. der Anbindung der Maschinen und Anlagen an die Planungssysteme.

Derartige Aufgaben lassen sich nur mit interdisziplinärer Zusammenarbeit bewältigen. Das iisys ist dabei nicht auf technische Fragen beschränkt. Die Forschungsgruppe Recht in Nachhaltigkeit, Compliance und IT hilft uns, in den Projekten auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten.

Was sind die Herausforderungen für Industrie 4.0, gerade auch bei unseren regionalen Firmen?

Prof. Dr.-Ing. Plenk: Im letzten Jahr hat das iisys verstärkt Veranstaltungen für den regionalen Mittelstand durchgeführt, um die Potentiale und die Risiken zu beleuchten. So sind bereits einige Projekte entstanden, die am Institut bearbeitet werden. Leider müssen wir oft feststellen, dass es zwei „Ausreden“ gibt, an denen die Definition neuer Projekte scheitert: „Wir haben zu viel zu tun und können keine Kapazitäten zum Heben von Effizienzpotenzialen bereitstellen“ oder aber „Bei unserer schlechten Ertragssituation wollen wir keine Belastung durch nicht unmittelbar zum Deckungsbeitrag beisteuernde Projekte auf uns nehmen.“ Interessanterweise bekommen wir von den Unternehmen, die sich trotz dieser Bedenken für eine Zusammenarbeit entschlossen haben meist ein Feedback im Sinne von „gut, dass Sie uns unterstützen, das hilft uns bei der zügigen Umsetzung“ oder „die Ideen aus dem Projekt steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit“.

Also nochmal ein eindringlicher Appell an die Unternehmen der Region Hochfranken, speziell kleine und kleinste Mittelständler: Wir können und wollen gerne mit Ihnen zusammenarbeiten. Unser Ziel ist eine praktische Anwendung unserer Methoden, die immer zu einem für Sie greif- und brauchbaren Ergebnis führt. Da unser Arbeitseinsatz meist durch Fördermittel gedeckt ist, ist Ihr Risiko sehr gering.

Was sind Ihre geplanten Schritte für die nächste Zeit?

Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk: Im Allgemeinen geht es mir darum, das am iisys im speziellen bzw. in der Informatik im allgemeinen vorhandene Methodenportfolio für die Anwendung in mittelständischen Unternehmen zu erschließen.

Konkret sehe ich für mich persönlich zunächst einen erheblichen Einarbeitungsbedarf, um die vielen Fäden aufzunehmen, durch die das iisys bereits vernetzt ist. Hier baue ich auch auf die Unterstützung der etablierten Forschungsgruppenleiter und hoffe, dass es gelingen kann, die gute interne Zusammenarbeit noch zu verstärken, indem wir beispielsweise Methoden aus verschiedenen Gruppen in einem Projekt zusammenführen.

Neben diesen eher nach innen gerichteten Anstrengungen will ich weitere, teilweise bereits angelaufene Veranstaltungen für die Unternehmen der Region anbieten. Als Beispiele seien genannt: das Produktionsleiterfrühstück, bei dem wir den Anwendern in der Produktion digitale Ansätze näherbringen, und die Reihe der Industrie 4.0 Workshops im Projekt „Wirtschaft 4.0 im Mittelstand: Die digitale Transformation (WiMiT)“. Unser Portfolio reicht hier von der Anbindung und Auswertung einzelner Sensoren über das Bestimmen optimaler Prozessparameter aus einer Korrelationsanalyse der Produktionsdaten mehrerer Jahre bis hin zur Anwendung maschineller Lernverfahren in Assistenz- und Planungssystemen für die Produktionssteuerung. Mein persönlicher Fokus liegt dabei auf der Produktion, aber andere Kollegen decken z.B. medizinische oder geographische Themenfelder ab.

Mittelfristig strebe ich den Aufbau einer oder vielleicht sogar zweier neuer Forschungsgruppen an, die weitere, weniger technische, für den wirtschaftlichen Erfolg aber extrem wichtige Aspekte im Bereich der Benutzerinteraktion und digitaler Geschäftsmodelle abdecken.

Quelle: Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys)

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