(openPR) München, 5. November 2017. Es ist mehr als eine Pumpe, es ist ein magischer Muskel. Unsere Emotionen soll es beherbergen, über Sympathie und Abneigung entscheiden. Unser Herz, ein magischer Muskel und Schlüssel unseres Lebens. 50 Jahre ist es her, als Dr. Christiaan Barnard am 3. Dezember 1967 in Kapstadt, Südafrika, die erste Herzverpflanzung durchführte – mit Erfolg. Und damit den Grundstein legte für eine Herzchirurgie, die allein in den letzten zwanzig Jahren die durchschnittliche Lebensdauer für Herzpatienten um fast zehn Jahre verlängert hat. Doch Barnard war nicht der erste Mediziner, der das Herz erforscht hat, vor ihm gab es mutige Ärzte, die das Herz und seine Behandlung untersuchten. Von ihnen und der Geschichte der Herzmedizin erzählt der Film „Der Magische Muskel“ von Berndt Welz, der anlässlich des 50. Jahrestages der ersten Herztransplantation am 22. November 2017 in München Premiere feiert.
Vor genau 50 Jahren, am 3. Dezember 1967, bejubelte die Weltöffentlichkeit die erste gelungene Herztransplantation. Seitdem gilt der südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard als der Pionier der Herzverpflanzung. Schnell wurde er zum Medienstar, war Teil des internationalen Jetsets. Doch Barnard wäre niemals so weit gekommen, wenn nicht vor ihm andere Herzmediziner unter erheblichen Risiken die Grundlagen der modernen Herzmedizin geschaffen hätten. Oft aus purer Menschenliebe, manchmal nur der Karriere oder des Ruhmes wegen, legten die sich mit der Obrigkeit an, wollten die Ersten sein.
Das Herz - Mehr als eine Pumpe
Der „Magische Muskel“ nimmt sein Publikum mit in die Welt jener Mediziner, für die das Herz lange Zeit ein verbotener, ein heiliger Ort war. Jahrtausende lang betrachtete man das Herz als Wohnort der Seele, hier waren Verstand und Emotionen verortet. Ärzten war es schlichtweg untersagt, es zu operieren. Eine Operation am Herzen galt als Tabu – bis die Rebellion kam.
Das Herz: Chefsache
Die weltweit erste erfolgreiche Herz-Operation führte bereits 1896 der Frankfurter Arzt Ludwig Rehn durch. Ein Meilenstein und Startschuss für das rasche Voranschreiten der kardiovaskulären Forschung und Chirurgie, begünstigt durch wegweisende Erfindungen und Erkenntnisse: z.B. des Röntgenapparats, Ester als Narkosemittel, Hygienestandards und Sterilität aber auch die Entdeckung des Blutgerinnungshemmers Heparin. Erste Unternehmen entstanden, in denen industriell OP-Bestecke hergestellt wurden. Die Chirurgie wurde zur Königsdisziplin und die Chirurgen zu den Königen unter den Medizinern. Im Jahr 1929 legte sich Werner Forssmann in einem geheimen Selbstversuch erstmals einen Katheter ins Herz und begründete damit die Kardiologie. Während der NS-Diktatur brach die freie Forschung zusammen. Willfährige Ärzte machten gemeinsame Sache mit dem System. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Boom in der Herzforschung zunächst vor allem in den USA fort: Die erste OP am offenen Herzen, die ersten künstlichen Herzklappen. Sogar Präsidenten machten das Herz zur Chefsache: US-Präsident John F. Kennedy rief Ende der 1960er Jahre zwei Staatsziele aus: Die Reise der ersten Menschen zum Mond und die Entwicklung eines vollkommen künstlichen Kunstherzens. Heute geht es um immer schonendere OP-Methoden. Mit diesen können auch sehr alte Menschen und Hochrisikopatienten behandelt werden.
Das Herz – austauschbar durch Schweineherzen?
Die Herzmedizin hat sich rasant weiterentwickelt, zum vollständigen Ersatz bestimmter Teile des Herzens fehlt nicht mehr viel. Zwar müssen sie in Laboren zunächst entkernt und dann mit Herzzellen des Empfängers besiedelt werden, aber sogar der Austausch des gesamten Organs durch alternative Spender wie Schweine könnte bald Realität werden. Genforschern ist es nämlich gelungen, Schweineherzen so zu verändern, dass Abstoßungsreaktionen des Empfängers ausbleiben. In einer Zeit zu weniger menschlicher Spenderherzen eine willkommene Alternative, monatelanges Warten auf ein Spenderherz könnte der Vergangenheit angehören. Auf Bestellung ein neues Herz transplantiert bekommen?
Über den Filmemacher:
Der Journalist und Filmemacher Berndt Welz produziert seit vielen Jahren Reportagen und Dokumentationen zu relevanten gesellschaftlichen und umweltpolitischen Themen. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet, er erhielt die Silver World Medal bei den New York Festivals sowie eine Grimme-Preis-Nominierung. Mit seinem neuen Film der „Magische Muskel“ geht Berndt Welz zum ersten Mal neue Wege. Der Film wurde mit Partnern aus der Medizintechnik nach journalistischen Maßstäben produziert. Über die durchweg positiven Erfahrungen und die Hintergründe gibt er gerne Auskunft.
Informationen zum Regisseur auf der Seite des Bundesverbandes Regie: https://www.regieverband.de/de_DE/member/75126/Welz/
Weitere Informationen und den Trailer zum Film gibt es unter
www.bluelake-media.de















