(openPR) Eine Mutter-Kind-Kur zu erhalten ist schwierig. Auch wenn es für viele Mütter dringend gesundheitlich geboten ist. Viele Formulare sind auszufüllen, eine Reihe von Wegen zu erledigen und am Ende steht trotzdem oft die Ablehnung durch die Krankenkassen. Viele Mütter geben auf dem langen Weg auf, einige aber kämpfen für ihr Recht und gehen dabei auch ungewöhnliche Wege.
In der DRK Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mutter und Kind "Haus Arendsee" sind zurzeit 60 Mütter und 104 Kinder zu einer Kurmaßnahme. Am 11. August fand dort eine Gesprächsrunde zwischen Fachleuten, wie Dr. Jürgen Collatz, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbundes Prävention und Rehabilitation für Mutter und Kind von der Medizinische Hochschule Hannover, Dr. Beate Groß, Referentin für Prävention im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin und Mütter statt. Einige Mütter konnten wahre Odyssen zu ihrer Kurzusage schildern. Besonders krass ist der Fall einer Mutter mit sechs Kindern. Eines davon leidet am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS). Aus ärztlicher Sicht wurde ihr ein Kur verordnet. Ihre Krankenkasse bewilligte ihr die Kur aber auch nach Widerspruch nicht, woraufhin sie die Kasse wechselte und nun in Arendsee zur Kur weilt. Diese Mutter ist beileibe kein Einzelfall. Je nach Krankenkasse wurden 2005 bundesweit bis zu 65 Prozent der Anträge auf eine Mutter-Kind-Kur abgelehnt, geht aus einer statistischen Auswertung des Müttergenesungswerkes hervor. In Sachsen-Anhalt erhielten 41 Prozent der Antragstellerinnen eine Absage. Knapp zwei Drittel legten dagegen Widerspruch ein, in 44 Prozent der Fälle erfolgreich.
Für Dr. Jürgen Collatz ist die hohe Quote negativer Bescheide " charakteristisch für die Diskriminierung mütterlicher Familienarbeit und die Verkennung der spezifi schen Behandlungsbedürftigkeit von Müttern und ihren Familien ". Mütter seien komplexen Belastungssituationen ausgesetzt, die nachweisbar Krankheiten nach sich ziehen, so Collatz. Dabei sei gerade eine gemeinsame Kur von Mutter und Kind für die Familie effizient und nachhaltig. Nach einer solchen Maßnahme seien in der Regel 40 Prozent weniger Arztbesuche und 70 Prozent weniger Medikamente erforderlich.
Hoffnungen setzt Collatz auf das Eckpapier zur Gesundheitsreform. Darin werden Mutter / Vater-Kind-Maßnahmen als Pflichtleistungen verankert. " Doch dafür bedarf es eindeutiger Umsetzungsbestimmungen ", fordert Collatz. So müsse seiner Ansicht nach der Medizinische Dienst der Krankenkassen ausgeschaltet und die Kosten für die Mutter / Vater-Kind-Kuren in den Risikostrukturausgleich der Kassen einbezogen werden.
Aktueller Hintergrund:
"Mutter-Vater-Kind-Kuren sind medizinisch notwendige Vorsorge- und Rehamaßnahmen - und keine Wohltaten.", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bei dem Besuch einer Mutter-Kind-Kurklinik vor einigen Tagen. Sie beklagte in diesem Zusammenhang die erkennbare Weigerung zahlreicher Krankenkassen, Mutter-Vater-Kind-Kuren zu bewilligen. Von daher werde der Gesetzgeber, wie in den Eckpunkten zur Gesundheitsreform verabredet, aktiv: Die "Leistungen werden von Ermessungs- zu Pflichtleistungen, die die Krankenkassen gewähren müssen, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen."
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