(openPR) Der Carl-von-Ossietzky-Chor mit Requiem-Programm zu Gast im Kunsthaus Dahlem
Mit seinem Programm „Seele, vergiss sie nicht“ lädt der Carl-von-Ossietzky-Chor zu einer Auseinandersetzung mit dem Vergessen und Erinnern ein. Der Konzerttitel ist dabei bewusst mehrschichtig gewählt: einerseits als Zitat aus einem der zentralen Werke, dem Requiem von Peter Cornelius, in dem er mit dem Totengedenken in Verbindung steht, andererseits als Bezug zu „In Memoriam Anne Frank“ von Howard Goodall sowie zu Werken der Exilkomponisten Franz Schreker und Paul Hindemith. Mit diesen Werken wiederum wird ein Bezug zum Konzertort hergestellt: Franz Schreker starb im Jahr 1934 kurz nach seiner Zwangsversetzung in den Ruhestand und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Die Grabstätte ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.
Das Konzert findet statt auf Einladung des Kunsthaus Dahlem: Dort werden in der Ausstellung »Neue/Alte Heimat. R/emigration von Künstlerinnen und Künstlern nach 1945« seit dem 30. Juni 2017 Werke von Exilkünstlern präsentiert. Von der Musik evozierte Assoziationen finden bildlichen Ausdruck in der Kunst und andersherum. Die Ausstellung ist geprägt von Skulpturen, zwischen denen der Chor Aufstellung nimmt und so musikalisch mit diesen in Dialog tritt.
Goodalls „In Memoriam Anne Frank“, hier in einer Fassung für Harfe und Chor, erinnert an dieses junge Mädchen, das – ebenso wie die Geschwister Scholl – mit ihrem Mut und ihrer Unbeirrbarkeit, ihrer Aufrichtigkeit und ihrem Glauben an das Gute, an die Gerechtigkeit Vorbild für uns alle sein sollte. Das Werk ist geprägt von einem hoffnungsvollen Ton, von Zuversicht, von kindlicher Unschuld.
Begleitet wird der Chor von der Harfenistin Anna Steinkogler, die das Konzertprogramm durch die Sonate für Harfe solo (1939) von Paul Hindemith bereichert.
Ganz andere Töne schlägt daneben Cornelius Requiem „Seele, vergiss sie nicht“ an, das einen Text von Friedrich Hebbel vertont und uns mahnt, nicht die Toten und mit ihnen unser Erbe zu vergessen. Versöhnliche und tröstende Klänge finden sich in Werken der zeitgenössischen Komponisten Kim A. Arnesen und Paul Mealor.
Das Konzert will erinnern: An Exilkomponisten und -künstler, die teilweise weder im Exil noch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland künstlerisch Fuß fassen konnten und in Vergessenheit geraten sind. Und es will zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Erbe sowie mit Leben und Tod anregen. Der Carl-von-Ossietzky-Chor möchte Sie einladen, in unserer schnelllebigen Zeit einen Moment inne zu halten – im Gedenken an die Menschen, die für uns persönlich und für unsere Gesellschaft wichtig sind.
Konzertinformationen:
Samstag, 25. November 2017, 19.30 Uhr, Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 8, 14195 Berlin-Dahlem
www.kunsthaus-dahlem.de,
Eintritt: 12 €, ermäßigt (für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte) 8 €
Karten im Vorverkauf unter www.ossietzkychor.de sowie im Kunsthaus Dahlem zu den Öffnungszeiten. Restkarten an der Abendkasse ab 18.45 Uhr.











