(openPR) Nach der positiven Marktentwicklung im Segment der Heimspeicher verzeichnen nun auch Batterie-Speichersysteme für den Einsatz im gewerblichen Bereich eine steigende Nachfrage. Dies betrifft sowohl Einsatzfelder im Bereich der Energieversorger wie auch bei allen übrigen Gewerbebetrieben. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz der Hersteller im Jahr 2016 um mehr als 400% gestiegen. Die Neufassung des EEG eröffnet darüber hinaus in den nächsten Jahren attraktive Geschäftsmodelle.
Die Marktpotentiale für Batterie-Speichersysteme in Deutschland sind gewaltig. Vor dem Hintergrund der Energiewende eröffnen sich im gesamten gewerblichen Sektor zahlreiche Einsatzfelder für die Anbieter entsprechender Systeme.
Der Markt untergliedert sich dabei in die beiden Segmente Utility und Commercial & Industrial, die sich auf den Ebenen der Zielgruppen und Einsatzfelder stark unterscheiden.
Das Segment Utility umfasst Batterie-Speichersysteme, die von Unternehmen aus dem Bereich der Energieversorger in Betrieb genommen werden. Die Produkte werden hier vor allem im Bereich der Regelenergie eingesetzt. Der gespeicherte Strom dient vornehmlich dazu, das Stromnetz zu stabilisieren, das durch die schwankende Produktionsleistung von erneuerbaren Energien einer immer stärkeren Belastung ausgesetzt ist. Die technischen Vorteile der Batteriespeicher bezüglich der kurzen Reaktionszeit werden vor dem Hintergrund immer günstigerer Batteriepreise für die Energieversorger zunehmend interessant. Experten gehen davon aus, dass die Tendenz der rückläufigen Preise auch in den nächsten Jahren weiter anhalten wird und dadurch zusätzliche Einsatzgebiete erschlossen werden können, in denen Strom über längere Zeiträume gespeichert wird. Hier sind zukünftig auch neue Lösungen auf der Basis der Redox-Flow-Technologie und Second-Use-Konzepte für Lithium-Batterien aus der Elektromobilität erfolgsversprechend.
Die Zielgruppen im Segment Commercial & Industrial sind vielfältig und umfassen kleinere und mittleren Gewerbebetriebe, Industriekunden, den Handel, die Landwirtschaft und kommunale Auftraggeber. Bisher ist vor allem die Eigenverbraucherhöhung für selbst erzeugten Strom ein wesentlicher Motivationsfaktor bei der Investition in Batterie-Speichersysteme. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass sich Unternehmen verstärkt gegen die Gefahr von kürzeren Stromausfällen absichern wollen. Auch die Spitzenlastkappung ist für große Industriebetriebe eine interessante Möglichkeit zur Refinanzierung der Speicher.
Allerdings sind die Investitionskosten trotz der gesunkenen Systempreise für viele potentielle Kunden noch zu hoch, um allein auf der Basis der Eigenverbrauchserhöhung eine attraktive Amortisationszeit der Speicher zu erzielen. Aus diesem Grund werden häufig verschiedene Geschäftsmodelle miteinander kombiniert, um auf diesem Weg die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Ein Beispiel sind hier Hybrid-Systeme, bei denen PV-Anlagen, Blockheizkraftwerke und Batterie-Speichersysteme miteinander kombiniert werden.
Die Neufassung des EEG zum Jahresanfang 2017 bietet nun auch eine bessere Basis, dem Markt durch die Befreiung von der doppelten Umlagepflicht und die Eröffnung neuer Geschäftsmodelle weitere Wachstumsimpulse zu geben. Weitere Anwendungsfelder ergeben sich durch Mieterstrom-Projekte oder die sogenannte Bürgerenergie.
Vor dem Hintergrund der verbesserten Rahmenbedingungen und der verstärkten Nachfrage erzielten die Hersteller in den beiden Marktsegmenten des gewerblichen Batterie-Speichermarktes einen starken Wachstumssprung. Im Segment Utility stieg der Umsatz 2016 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1.000 Prozent. Die Projekte erstrecken sich hier in der Regel über mehrere Jahre. Das Umsatzvolumen wurde jeweils dem Jahr der Inbetriebnahme der Speicher zugerechnet. Das Segment Commercial & Industrial legt demgegenüber vergleichsweise gering zu und wächst auf der Ebene der Herstellerumsätze um 43 Prozent.
Die zukünftige Erschließung der großen Marktpotentiale im Commercial & Industrial-Bereich ist vor allem davon abhängig, in welchem Umfang es den Anbietern gelingt, wie im Heimspeichermarkt ihre Produkte verstärkt zu standardisieren, um so den Entwicklungsaufwand zu reduzieren. Darüber hinaus sind die Hersteller gefordert, geeignete Vertriebssysteme zu entwickeln, mit denen die große und heterogene Zielgruppe effektiv erreicht werden kann.











