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"FLIRREN" - Tanzcompagnie Rubato

11.10.201709:43 UhrKunst & Kultur

(openPR) Draußen tobt die Welt, und in unserem Inneren? Flirren …
Angst ist zu einer bestimmenden Konstante in unseren westlichen Gesellschaften geworden. Ist der – nur empfunden oder tatsächlich – zunehmende Verlust der Kontrolle über das eigene Leben und die eigene Zukunft die Quelle? Die ersten zwei Dekaden des 21. Jahrhunderts – 9/11, die Finanz- und Bankenkrise, die Terroranschläge in den Großstädten Europas, die weltweiten Flüchtlingswanderungen über Land und Meer, die globalen Umweltprobleme, das massenhafte Aufkommen rechtsradikaler Bewegungen, die fortdauernde oder sich vertiefende Spaltung in arm und reich – haben das Lebensgefühl vieler Menschen tief mit Verunsicherung durchsetzt.


Nach „Act“ (2013), „Uncertain States“ (2015) und „Voltage/Zero“ (2016) beschäftigt sich die Tanzcompagnie Rubato (Jutta Hell/Dieter Baumann) in Flirren erneut mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen, die grundsätzliche Fragen aufwerfen, über die Vokabeln des politischen Diskurses und deren Bedeutung für den Körper und das innere Sein.

„Man kann die Angst mit einem Schwindel vergleichen. Wer in eine gähnende Tiefe hinunterschaut, dem wird schwindlig. Doch was ist die Ursache dafür? Es ist in gleicher Weise sein Auge wie der Abgrund. Denn was wäre, wenn er nicht hinunter gestarrt hätte?“ (Søren Kierkegaard). Der Schwindel, der entsteht, ist die Angst vor dem Unbekannten. In diesem Unbekannten liegt eine Möglichkeit. Ergreifen wir sie oder geben wir dem Schwindel nach und wenden unsere Augen ab? Und was hat es damit auf sich, wenn ein Philosoph wie Kirkegaard den Begriff Angst in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Begriff Freiheit bringt?

Flirren transformiert diese Ambivalenz in Choreografie, untersucht innerliche und äußerliche Angstmuster und -reflexe. Die DarstellerInnen gehen als individuelle Körper und als Gruppe durch verschiedene Körper- und Bewegungszustände, Emotionen und Energieformen. Wo ist der Weg?
Jean-Paul Sartre sah diese Chance, aus dem Angstkosmos des Lebens auszubrechen: Der Mensch müsse sich dem anderen zuwenden, nur der andere Mensch, das Gegenüber, könne Halt versprechen. Jutta Hell und Dieter Baumann tun das mit diesem Stück, sie sind Zeitgenossen. Flirren entwickelt Tänze der Angst und der Freiheit.

Künstlerische Leitung, Idee: Jutta Hell, Dieter Baumann
Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell
TänzerInnen, Choreografie: Mercedes Appugliese, Dieter Baumann, Carlos Osatinsky, Anja Sielaf
Live-Musik/Komposition: Alexander Nickmann
Licht: Fabian Bleisch
Produktionsleitung: Inge Zysk
Kommunikation: k3 berlin – Kontor für Kultur und Kommunikation

Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, des Fonds Darstellende Künste e.V. Berlin. In Kooperation mit Studio Sonic und Uferstudios_Berlin.

Vorstellungen:
15.-18. November 2017
jeweils 20.30 Uhr
19. November 2017
17.00 Uhr

Ort:
Studio 1, Uferstudios Berlin
Uferstr. 8/23
13357 Berlin

Tickets:
15.- Euro
10.- Euro ermäßigt

Reservierung: www.reservix.de oder Tel. 01805 700 733 oder E-Mail

Informationen: www.tanzcompagnie-rubato.de

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