(openPR) Wie kann man sein eigenes Schaffen betrachten, welche Markierungen, Meilensteine, Prozesse, waren wesentlich und wirken weiter? Jutta Hell und Dieter Baumann haben 2015 allen Anlass zur Reflexion. Seit nunmehr 30 Jahren realisieren sie unter dem Label Tanzcompagnie Rubato abendfüllende Choreografien – bislang ganze 54 Werke; sie gehören zur zeitgenössischen Tanzgeschichte Berlins. 2015 heißt auch: 20 Jahre künstlerische Arbeit in und die Auseinandersetzung mit China. Für Hell/Baumann ist dieser weit gespannte künstlerische Bogen Motivation, den ganzen Schatz an Erfahrungen, Herangehensweisen, Konsequenzen – das Gedächtnis ihrer Körper und das kulturelle Gedächtnis – in einem neuen Duett zu überprüfen.
Die Begriffe Differenz und Wiederholung spielen dabei eine zentrale Rolle. Dies betrifft zunächst und im Grundsatz einen ebenso teils schmerzlichen wie alltäglichen Vorgang. Angesichts der stetigen biologischen, sozialen und mechanischen Wiederholungen in uns selbst und um uns herum ringen wir uns unaufhörlich kleine Differenzen, Varianten und Modifikationen ab, um nicht in einer ewigen Dauerschleife der Ereignisse zu versinken. Beide Begriffe sind also eng miteinander verschränkt.
Differenz und Wiederholung, inspiriert vom Hauptwerk des französischen Philosophen Gilles Deleuze (1925 – 1995), sucht einen künstlerischen, öffnenden Zugang für dieses Phänomen und nutzt hierfür konsequent die in Jahrzehnten gewachsenen, wieder und wieder umgeformten, neu bewerteten Materialien der Tanzcompagnie Rubato: Es entsteht ein choreografisches Triptychon. Subjektiv aus der Analyse eigener Stücke, die Differenz und Wiederholung als Gestaltungsprinzip aufweisen; als interkulturelle Studie, die aus der Aneignung und Interpretation traditioneller chinesischer Tanzformen durch westliche Tänzerkörper Gleichheiten und Unterschiede der jeweiligen kulturellen Kontexte abliest; systematisch mit dem fundamentalen Muster, dass derfortwährenden Wiederholung des anscheinend Gleichen unabdingbar der Impuls für etwasNeues, Anderes, noch nicht Gewesenes innewohnt.
Konzept, Choreografie, Tanz Jutta Hell, Dieter Baumann
Dramaturgie Eva Maria Hörster
Bühnenbild Bi Rong Rong
Musik Reinhold Friedl und Wolfgang Bley Borkowski
Lichtdesign Fabian Bleisch
Projektleitung Sven Neumann
Kommunikation k3 berlin






