(openPR) Vernissage der Ausstellung von Kerstin Reuter im Schloss in Wiltz
Luxemburg/Wiltz: 8. Oktober 2017
Im Rahmen der akademischen Eröffnungsfeier der DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry fand am Donnerstag, den 28. September 2017, die Vernissage der Ausstellung \"Ganz schön bunt\" mit Bildern der Heidelberger Künstlerin Kerstin Reuter im Schloss in Wiltz statt.
Bürgermeister Fränk Arndt wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass Wiltz als Hauptstadt der Ardennen eine Vorreiterrolle in Bereichen wie Wirtschaft, Bildung, Sport und Kultur einnimmt. Ziel sei es, im Norden des Landes einen starken überregionalen Anziehungspunkt zu etablieren und diesen an prominenter Position insbesondere auf der Landkarte der Kultur zu positionieren. Dazu biete das Wiltzer Schloss eine einmalige Kulisse.
Fränk Arndt weiter: \"Ich freue mich sehr, Kerstin Reuter bei uns in Wiltz begrüßen zu dürfen. Das Thema, unter das sie ihre Ausstellung gestellt hat, passt hervorragend zu unserer Stadt, die auch ganz schön bunt ist - und dies im positiven Sinne des Begriffs, ganz wie die Bilder von Kerstin Reuter. Klare, kraftvolle Farben und immer wieder die pralle Weiblichkeit.\" Die ausdrucksstarken Bilder der Heidel- berger Künstlerin tauchen den Festsaal des Schlosses in eine authentische erlebnisträchtige Stimmung, die dem Betrachter viel Raum für eigene Interpretationen und Empfindungen lässt.
Prof. Dr. Thomas Gergen nahm in seiner Laudatio auf die Künstlerin und die Ausstellung den Ball auf und schlug mit ausgewählten Worten einen gekonnten Bogen von der Bedeutung des Wortes \"bunt\" hin zur Vielseitigkeit der ganzen Schöpfung und Entwicklung des Menschen, gewissermaßen als „Bündel“ von Erscheinungen mit einer besonderen Semantik der Darstellungs- und Erscheinungsebenen.
„Die Haut ist mein Fenster /
Ich werfe von innen Bilder auf sie /
Ich leuchte von Gefühlen.“
Diese Worte schrieb der Schweizer Lyriker Thomas Kutzli zu einem der Werke von Kerstin Reuter, die uns zum ersten Mal im Schloss Wiltz eine Auswahl ihrer Gemälde zeigt.
Es gelingt ihr damit, Gefühle zu personalisieren, ja sich selbst zum Leuchten zu bringen, aus der Seele, aus dem „forum internum“ kommend, das sie externalisiert und dem sie mit ihrer Malerei ein eigenes Schaufenster gibt, in das der Beobachter blicken darf.
„Ganz schön bunt“ – ein Sammelsurium, ein Bündel von „ganz Schönem“?
Keineswegs. Kerstin Reuter fährt malerisch wie semantisch in abgestimmter Harmo- nie. Zwar erscheint menschliches Sein und Scheinen in der Vielseitigkeit der ganzen Schöpfung und Entwicklung des Menschen, gewissermaßen als „Bündel“ von Erschei- nungen. Doch gelingt es Kerstin Reuter ein grammatikalisch durchmessenes Modell zu entwickeln, welches einen eigenen Satzbau hat. Mit ihrer wohl überlegten Syntax schafft sie darüber hinaus eine Semantik der Darstellungs- und Erscheinungsebenen, übersetzt in ein transparentes System von Zahlen und Verben, das sich in der Be- zeichnung der Bilder zum Tripel „Bewegung – Gefühl – Kommunikation“ widerspiegelt.
Die menschliche Erscheinung verwandelt sich in äußere, aber auch innere Bewegung, die mit „Tun-Wörtern“, also mit Verben, das menschliche Handeln beschreiben. Beispielgebend ist das „Tanzen“, das einerseits sportlicher Ausdruck, andererseits Ausdruck von Liebe und Leidenschaft, nicht zuletzt von sportlicher Ambition und Leistungsstreben ist.
Gefühle der inneren Bewegung sind vielschichtig. Zwar versucht die Grammatik den Gemütszustand, die Empfindungen, die subjektive Note der menschlichen Aktion zu durchfurchen, zu glätten, ja zu ordnen, doch sie einzufangen gelingt ihr kaum. Gerade dieses Element schafft einen zusätzlichen Reiz in Kerstin Reuters Bildwelten, die „ganz schön bunt“ sind.
Was ist eigentlich „bunt“? Ist dieses Adjektiv als „Bündel“ oder „Gebundenes“ gedeutet richtig? Nein, „bunt“ ist etymologisch anderer Herkunft. Das Mittelhochdeutsche sah darin „schwarz-weiß gefleckt“ und bezog sich zuerst auf Pelze. Ein „bunt“ war ein zweifarbiges Pelzwerk. Das Duden-Herkunftswörterbuch lehrt uns, dass „bunt“ erst im 14. Jahrhundert seine heutige Bedeutung gewann. Höchst- wahrscheinlich steckt darin „punctus“, was aus dem Lateinischen übersetzt „gestochen“ meint – in diesem Kontext können wir den „Punkt“ als beschließendes Satzzeichen anführen. In den Klöstern wurde „bunt“ zuerst für Stickereien gebraucht.
Kerstin Reuter bietet uns sicherlich keine Stickereien. Aber sie „sticht“ den Punkt richtig. Zum einen mit ihrer Syntax, ihrem überlegten, ausgefeilten Bau komplexer Sät- ze, in denen sie mit ihren Verben Akzente, aber auch den „punctus“ an die richtige Stel- le setzt, um schließlich ihr Gesamtwerk mit ihren Punkten inhaltlich zu gliedern. Aber der hier in Malerei gegossene Text beinhaltet auch springende Punkte, wenn eigene Em- pfindungen doch nicht in Sätze und Punkte eingesperrt werden können. Subjektivität soll und muss erhalten bleiben. Und gerade hier tut sich das Entscheidende: Die Malerin hat den Mut, auch Punkte wegzulassen, sie wegen der dem Menschen eigentümlichen Empfindungen anders oder vielleicht auch gar nicht zu setzen, was das Gesamtwerk wiederum „ganz schön bunt“ erstrahlen lässt.
„Ich leuchte von Gefühlen“ hat der Lyriker Kutzli zutreffend gesagt.
Prof. Gergen weiter: \"Dies wünsche ich uns allen beim Besuch dieser Ausstellung, für jeden von uns ein eigenes Leuchten durch die Kraft der Gemälde von Kerstin Reuter.\"
In ihrer kurzen abschließenden Ansprache bedankte sich Kerstin Reuter bei Bürgermeister Fränk Arndt, Staatssekretärin Françine Closener und vor allem bei Laudator Prof. Thomas Gergen für seine einfühlenden Worte und erklärte die Ausstellung für eröffnet. Besondere Wünsche der schnellen Genesung schickte sie an Prof. Heiko Hansjosten, der zusammen mit seiner Frau Valentina die musikalische Umrahmung der Vernissage gestalten wollte, sich aber leider einer OP unterziehen musste.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Oktober 2017 geöffnet
Montag bis Samstag von 09:00 Uhr - 12:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Link zur Homepage von Kerstin Reuter: www.art-reuter.de
Link zur digitalen Pressemappe der DTMD University: www.dtmd.eu/presse




